Bis Herbst werden auf 470 Meter Straßenlänge 900 000 Euro verbaut

Unterm Hagen startet Ausbau

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Von der „Howake“ aus haben die Arbeiten begonnen. Ein umfangreiches Versorger-Paket muss in die Erde gebracht werden.

Warstein – Eine generalstabsmäßige Planung ist Voraussetzung: Wasser, Abwasser, Strom, Gas und Telefon-Breitbandversorgung sollen in die neue Straße. Dazu müssen Stadtwerke, Westnetz, Telekom und Unitymedia und natürlich auch die Straßenbauer ihre Arbeiten eng koordinieren. Und das alles muss bei laufendem Betrieb und Nutzung durch die Anwohner geschehen, der Verkehr muss aufrecht erhalten und die Zufahrt zu den Grundstücken soweit möglich bestehen bleiben. All das beinhaltet das einfache Wort „Vollausbau“. In der Straße „Unterm Hagen“ in Warstein unterhalb der Alten Kirche hat er begonnen. Bis August/September wird es auf 470 Metern zur Sache gehen.

Die Pläne zum Ausbau der Straße gerieten im vergangenen Jahr mitten in die Diskussion um die Zukunft von Anliegerbeiträgen, was insbesondere der Bund der Steuerzahler in den Stiel gestoßen hatte. Die Steuerzahler-Wächter monierten, dass Bürgerinnen und Bürger vielfach sogar in Existenznot gerieten, weil die Kosten beim Straßenbau derart hoch ausfielen. In Teilen der Politik schloss man sich der Forderung nach Verringerung der Belastung oder sogar Komplettverzicht an. Auch in Warstein. Seither ist das Thema landesweit auf der politischen Agenda. Die Vorbereitungen zum Ausbau der Straße waren in Warstein allerdings schon so weit gediehen, dass das Projekt nicht zu stoppen war. „Wir hatten die Arbeiten aus Kostengründen ein zweites Mal ausgeschrieben“, blickte Johannes Hellermann, Abteilungsleiter Straßenbau, gestern zurück. Angesichts der deutlich verbesserten Ergebnis seien die Aufträge bereits vergeben worden. Somit war das Frühjahr als Baustart bereits ins Auge gefasst.

Die Stadtverwaltung hat für das Projekt insgesamt Aufträge in der Größenordnung von 750 000 Euro vergeben. Hinzukommen die Kosten der Versorger, so dass Hellermann von einem Gesamtvolumen von 900 000 Euro ausgeht. „Die Umlagesumme ist aber deutlich geringer“, sagte er gestern zu unserer Zeitung. Schließlich sei es ja auch keine reine Anliegerstraße, so dass noch einmal mit Abschlägen zu rechnen sei. Man habe in der Bürgerversammlung vor Baubeginn aber auch dies alles einvernehmlich mit den Anwohnern besprochen. Stadtwerkeleiter Matthias Seipel unterstrich gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Stadt sich nach Kräften bemühen werde, „bürgerfreundlich zu agieren.“ Die Beitragspflicht für die Anwohner entstehe erst mit der Abnahme. „Wir werden den Blick nach Düsseldorf richten und wenn dort etwas absehbar ist, können wir sie eventuell auch verschieben“, sagte er. „Wir werden die Spielräume, die wir haben, bürgerfreundlich ausnutzen.“ Insgesamt dürfen sich die Anwohner für ihre marode, in den 1950er Jahren gebaute Straße nun auf eine deutliche Verbesserung freuen. Bürgersteige wird es wegen der schmalen Breite nicht geben, an den Seiten wird dennoch gepflastert und die Wasserführung berücksichtigt. Geplant sei der „Standard-Ausbau“, so Hellermann. Aber: „Wir haben keine einfache Bodenbedingungen. Es sind 470 Meter, die wir umgraben werden.“

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