364 tragen in Warstein den Schnaodloiper-Kittel

Die Schnaodloipers sind mit der Arbeit ihres Vorstandes zufrieden und sprachen den Mitgliedern ihr Vertrauen aus.

Warstein -  „Wenn unsere Stadt ein Aushängeschild braucht, dann sind es die großen Vereine, wie die Wöske Schnaodloipers mit ihrem Schnadezug!“ Was Ortsvorsteher Dietmar Lange am Freitagabend seinen Schnoadloipers-Kollegen zur Begrüßung entgegen rief, spiegelte sich eindrucksvoll in ihrer Jahreshauptversammlung wider. Nicht nur dass auch der letzte Winkel der Gasträume, im Erdgeschoß der Domschänke, von den Mannen in den blauen Kitteln ausgefüllt war, voll war auch der Terminkalender des Traditionsvereins im vergangenen Jahr gewesen.

Nach ihrer Teilnahme am Neujahrsempfang in Suttrop pflanzten die Mitglieder im April, anlässlich des Tages des Baumes, am Kapellenplatz eine Jahresbaumallee mit Winterlinden an, informierte Vorsitzender Frank Niggemann in seinem Jahresrückblick. Auch das 25-jährige Priesterjubiläum von Michael Schmitt-Nüse und den Geburtstag der Freunde und Förderer des Hauses Kupferhammer hatten die Schnadläufer besucht. Eines der Großprojekte 2016 war der Beginn der Ausschilderung der Schnadezugrouten. Von April bis Juni waren die Männer zu diesem Zwecke auf der Hameckeroute unterwegs. Diese konnten dann beim Schnadezug von der Bevölkerung besichtigt werden. Trotz schlechter Witterung nahmen etwa 250 Grenzgänger teil. Niggemann dankte in diesem Zusammenhang auch den „Versorgern“ an den Rastplätzen. Zum Auftakt des Heimatabends am Vortag hieß es wieder, den Schutzpatron mit dem Hissen der Stadtfahne zu ehren oder auf Wöske Platt: Fehnlein aufm Rathaus stecken. Der Einladung der Hirschberger Köhler folgten die Blaukittel gern und verlebten im Sommer einen schönen Familientag am Meiler. Nach einem Besuch beim Schnadezug in Allagen sorgten die Schnaodloipers schließlich auch mit dafür, dass „Warstein glänzt“. In ihrer Aktion „Straßenschilder“ wurde im August die Wilhelmstraße neu und mit Erläuterungen bestückt. Ihre Tradition überregional vorgestellt hatte der Verein dann zum Abschluss des Jahres beim Hansetag in Wesel.

Nur Gutes zu berichten hatte anschließend auch Geschäftsführer Marc Albers. Auch im vergangenen Jahr konnte der Verein wachsen. Michael Pater, Ralf Patratz, Gerhard Hengesbach, Stefan Hetzel, Corvin Schmieding, Sebastian Enste, Michael Müller, Urs Hüttebräucher, Dieter Fromme und Tobias Heer wurden als Neumitglieder mit einem warmen Applaus begrüßt. „Damit haben wir stolze 364 Mitglieder“, freute sich Albers.

Den Büchern bescheinigte anschließend Kassenprüfer Christian Tüllmann „einen ganz hervorragenden Zustand“, so dass die Versammlung den Vorstand um Kassierer Andreas Hölter entlasten konnte. Tüllmann wird im laufenden Geschäftsjahr durch Lukas Oppmann ersetzt. Wieder gewählt wurden: Bernd Kraß als Vize-Vorsitzender, Geschäftsführer Marc Albers, Armin Obalski, Dr. Martin Gotzes und Henning Dictus als Beisitzer, sowie Fähnrich Stephan Hensel.

„Das kommende Jahr steht ganz im Zeichen unserer Eversberger Freunde“, gewährte Frank Niggemann anschließend einen Blick in die Zukunft. Anlässlich des 775-jährigen Jubiläums der angrenzenden Bergstadt planen die Warsteiner gemeinsam mit dem Geburtstagskind für den 8. Juli einen großen Jubiläumsschnadezug. Bevor gemeinsam auf dem Eversberger Marktplatz ein zünftiges Sommerfest gefeiert wird, treffen sich die beiden Schnadezüge am Lörmecketurm. Dort gibt es nicht nur eine reichhaltige Mittagsrast, geplant ist auch die Einweihung eines weiteren Projekts. Die einst durch Eversberg angeschafften, hölzernen Wanderer Willi und Manni am Fuße des Turms zeigen mittlerweile starke Witterungsschäden. Diese werden zwar stets behoben, dennoch sehen die Wöske Schnaodloipers vorbeugenden Handlungsbedarf und planen die beiden in den nächsten Monaten mit Holz-Schirmen auszustatten. Ein Schieferbeschlag soll zukünftig eine weitere Verwitterung vermeiden. Für die Frühstücksrast am Paradies hinter der Brauerei suchen die Schnadegang-Planer zudem noch einen Ausrichter.

Im Rahmen der Ausschilderung der Schnaderouten werden die Mitglieder in 2017 die Rundgänge „Lörmecketurm“ und „Eversberg“ ausschildern. Am Tag des Baumes (25. April) wird in diesem Jahr der Fichte gedacht. Das Fahnehissen findet am Vorabend zu Peter und Paul am 28. Juni statt. Die Friedrichstraße und der Piusweg dürfen sich im Sommer über neue Straßenschilder freuen und auch im Brauerumzug werden die Schnaodloipers vertreten sein.

„Bravo“-Rufe erntete anschließend Webmaster Sven Bublitz über die Vorstellung der neuen Homepage. Er stellte auch einen zeitnahen Facebook-Auftritt in Aussicht und rief die Mitglieder dazu auf, Fotomaterial aus vergangenen Schnad-Zeiten einzureichen. Solch historische Dokumente konnten die Heimatfreunde dann anschließend auf der großen Leinwand bewundern. Dr. Manfred Schütte war zu Gast und zeigte seine Filmaufnahmen von den Schnadegängen 1960 und ‘62. Frei nach dem Text im Wöske Schnaodloiper Lied „dan ies es säu gemütliek un säo fuyn…“ sangen die Männer abschließend, zu den Klavierklängen Dietmar Langes, ihre „Vereinshymne“ und läuteten so den gemütlichen Teil des Abends ein. - lm

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