Neustadt am Rennsteig

Zwei Warsteiner sterben bei schrecklichem Unfall: Verursacher soll illegales Rennen gefahren sein

Der Hyundai des Unfallverursachers ging nach dem Unfall in Flammen auf. Die Motorräder der beiden Warsteiner brannten ebenfalls.
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Der Hyundai des Unfallverursachers ging nach dem Unfall in Flammen auf. Die Motorräder der beiden Warsteiner brannten ebenfalls.

Im Juli starben zwei Warsteiner, nachdem ein Autofahrer in Thüringen sie frontal auf ihren Motorrädern erfasst hatte. Mittlerweile gibt es neue Erkenntnisse. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Personen. Sie sollen ein Rennen gefahren sein.

Neustadt/Rennsteig/Warstein – Es waren schreckliche Bilder, die Anfang Juli in Warstein große Betroffenheit auslösten: Zwei Warsteiner, beide 53 Jahre alt, kamen auf dem Rennsteig in Thüringen ums Leben, nachdem ein Autofahrer frontal mit ihnen kollidiert war. Der Hyundai des Unfallverursachers und die beiden Motorräder fingen sofort Feuer, brannten komplett aus. Die beiden Warsteiner hatten keine Chance, waren sofort tot.

Dieser Unfall ist jetzt rund zweieinhalb Monate her. Recherchen unserer Redaktion ergaben: Neben dem mittlerweile 41 Jahre alten Hyundai-Fahrer richten sich die Ermittlungen gegen zwei weitere Personen: Einen 22-jährigen Mann und eine 20-jährige Frau. Der Vorwurf gegen die drei Personen wirft ein neues Licht auf den schrecklichen Unfall am 3. Juli: Ihnen wird zur Last gelegt, ein illegales Rennen gefahren zu sein.

Unfall auf dem Rennsteig in Thüringen: Drei Beschuldigte - Vorwürfe: Fahrlässige Tötung, illegales Rennen

Das bestätigte Oberstaatsanwalt Markus Knapp von der Staatsanwaltschaft Meiningen, die in dem Fall ermittelt: „Es wird gegen drei Beschuldigte, zwei Männer im Alter von 41 und 22 Jahren und eine Frau im Alter von 20 Jahren, wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.“

Neben der fahrlässigen Tötung gibt es jedoch einen weiteren Vorwurf, der auf Aussagen von Unfallzeugen beruht: „Den Beschuldigten wird neben der fahrlässigen Tötung die Durchführung eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens zur Last gelegt.“ Noch könne seitens der Staatsanwaltschaft allerdings nicht abschließend beurteilt werden, inwieweit sich die Tatvorwürfe bestätigen lassen. Noch hätten die Beschuldigten keine Aussage gemacht: „Die Einlassungen der Beschuldigten über deren Verteidiger stehen noch aus“, erklärte der Oberstaatsanwalt.

Zwei Warsteiner sterben bei Unfall in Thüringen: Autofahrer geriet mit hoher Geschwindigkeit aus der Kurve

Klar sei jedoch, dass der 41-Jährige (zum Unfallzeitpunkt noch 40 Jahre alt) mit sehr hohem Tempo auf der kurvenreichen Strecke unterwegs gewesen sein soll. Er habe gegen 15.30 Uhr an jenem Samstagnachmittag den Rennsteig befahren. Hinter ihm seien die beiden anderen Beschuldigten mit ihren Motorrädern und ebenso hoher Geschwindigkeit gefolgt.

Die beiden Warsteiner waren zeitgleich in einer 5er-Kolonne von Motorrädern in der Gegenrichtung unterwegs. „Die beiden später verstorbenen waren an Position drei und vier“, erklärte Markus Knapp. „Im Kurvenausgang geriet der 41-Jährige aus der Kurve ab, driftete auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort mit den Motorrädern der Verstorbenen. Infolge der Kollision gerieten alle beteiligten Fahrzeuge in Brand“, schilderte der Oberstaatsanwalt den Unfallhergang.

Feuerwehr: „Einer der schwersten Einsätze der letzten Jahre“

Die Freiwillige Feuerwehr Großbreitenbach, die zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt im Einsatz gewesen war, berichtete von „einem der schwersten Einsätze der letzten Jahre“.

Wie genau es zu dem Kontrollverlust des 41-Jährigen kam, soll neben den Aussagen der Beschuldigten auch ein Verkehrsunfallgutachten eines DEKRA-Gutachters klären. „Das unfallanalytische Sachverständigengutachten liegt der Staatsanwaltschaft mittlerweile vor“, sagte Markus Knapp. Das Gutachten könnte demnach Aufschluss über Geschwindigkeiten und Bremswege geben, erklärte er.

Ob und wann es zu einem Gerichtsverfahren kommen wird, konnte Markus Knapp noch nicht sagen: „Eine Abschlussentscheidung der Staatsanwaltschaft ist – mit Blick auf die noch ausstehenden Einlassungen der Beschuldigten – noch nicht ergangen. Ein Zeitpunkt hierfür kann nicht prognostiziert werden.“

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