St. Sebastianus Schützen Allagen

Tobias Münstermann mit dem 201. Schuss König von Allagen

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Allagen - Tobias Münstermann ist neuer Schützenkönig der St. Sebastianus Schützen Allagen. 

Das Schützenfest 2019 der Schützenbruderschaft St. Sebastianus Allagen hat das Prädikat „Münstermann“. Was sich unter der Vogelstange am Waldstadion abspielte, hatte seinen Ursprung 2017, als die Brüder Tobias und Philip Münstermann darauf wetteten, dass einer von ihnen beiden zwei Jahre später Schützenkönig von Allagen werden würde.

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 Um Viertel vor Eins am 15. Juli 2019 gab Tobias den 201. und entscheidenden Schuss ab, sehr zur Freude seiner Mitregentin Lisa Fecke (27). Und Philip ist um 1 000 Euro ärmer: So hoch war der Einsatz, den der „Verlierer“ an den „Gewinner“ zahlen musste. Doch Philip fühlte sich keineswegs als zweiter Sieger: „Jeder hat es dem anderem gegönnt“. 

Und wer verkündete den Königsschuss wie auch alle anderen Zwischenergebnisse? Heinrich Münstermann, Vater der beiden 27 und 25 Jahre alten Brüder, von denen der ältere die Oberhand behielt. 

Dafür konnte Papa Heinrich den Philip zuvor gleich viermal ausrufen: Sein jüngerer Spross holte Zepter (143. Schuss), Krone (168.), linker Flügel (174.) und Apfel (196.). Den Insignien-„Grand Slam“ vereitelte Patrick Helle, der den rechten Flügel mit dem 67. Schuss traf und den Reigen eröffnete.

 Das war für Allagener Verhältnisse ein ungewöhnlich „zäher“ Start, denn eigentlich fallen die Insignien eher. Also hatte Alfons Gehrke mit dem Vogel aus seiner Werkstatt ganze Arbeit geleistet. Für seinen über 60 Jahre währenden Einsatz als Vogelbauer bekam er den selten in der Bruderschaft verliehenen St. Sebastianus-Orden für außergewöhnliche Verdienste, und gemeinsam mit Ehrenoberst Dieter Beckschäfer ein Ständchen der Warsteiner Stadtkapelle. 

Nach der Ankunft auf dem Platz unter der Vogelstange war das der erste Akt, der bis kurz vor 14 Uhr dauernden „Münstermann-Festspiele“. Unbekümmert gaben der bis dahin amtierende König und Ehrenoberst Walter Risse, Pastor Raoul van Lieshout, Oberst Hubertus Struchholz Bürgermeister Dr. Thomas Schöne und Ehrenoberst Dieter Beckschäfer ihre Ehrenschüsse ab. 

Keinem „drohte“ der Königsschuss, und auch die sich dann bildende lange Reihe von angeblichen Anwärtern zielte über Kimme und Korn des von Schießmeister Frank Dassel eingerichteten Gewehrs. 

Stadtkapelle und der Spielmannszug Allagen wechselten sich ab mit der musikalischen Unterhaltung, wobei die Spielleute in ihren Pausen in großer Zahl unter der Stange anzutreffen waren. 

Mittendrin auch Tobias und Philip Münstermann in ihren blauen Uniformen, denn sie stehen nicht nur bei den VAK-Karnevalisten als Sitzungspräsident (Philip) und Elferrat (Tobias) in der ersten Reihe, als Flötisten musizieren sie auch im Spielmannszug. Sie fielen in der Reihe mit vielen blauen Jacken aber zunächst nicht weiter auf – bis Patrick Helle den rechten Flügel herunterholte. 

Da trennte sich der Spreu vom Weizen, und die Schlange verkleinerte sich schlagartig, bis wenige Schüsse später nur noch das Brüderpaar übrig blieb. 

Unverdrossen gaben sie Schuss auf Schuss ab, und damit der Lauf des Gewehres nicht zu heiß lief, gab es erstmals in der Geschichte des St. Sebastianus-Schützenfestes eine „Bratwurstpause“. Nach dem 131. Schuss wurden die Würstchen den beiden Brüdern gereicht, statt eines Schnapses. 

„Langsam werde ich unruhig. Ja, ich bin auch nervös“, ließ Heinrich Münstermann über Mikrofon wissen. Er kennt das Gefühl, den letzten Schuss zu tun: 2011 war er mit Gattin Sabine, Mutter der beiden Kontrahenten, selbst Regent in Allagen. 

Schließlich behielt dann der ehemalige Schießmeister Lothar Lange recht, der den Vogel durch das Fernglas im Blick behielt: „Der könnte mit dem 200. Schuss fallen“. Es war dann der 201..

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