Tiefstand bei Geburten und Hochzeiten in Warstein

WARSTEIN ▪ Geburtentiefstand, höchste Sterbefallanzahl seit 1998 und die wenigsten Eheschließungen seit 20 Jahren: Ursula Müller und Christoph Schmidt, Standesbeamte der Stadt Warstein, gaben am Freitag die Auswertungen des vergangene Jahres bekannt: Die Anzahl der Geburten und Hochzeiten in Warstein verringerte sich damit seit 1993 weiter stetig, Sterbefälle erreichten einen Höchststand, nachdem die Rate in den letzten Jahrzehnten eigentlich gesunken war.

In den Auswertungen des Jahres 1993 waren noch 375 verstorbene Warsteiner verzeichnet; seitdem hatte sich die Anzahl der Sterbefälle stetig verringert und vor fünf Jahren einen Tiefstand von 259 Verstorbenen erreicht. Seitdem stieg die Zahl jedoch wieder an und im vergangen Jahr wurden 314 Sterbefälle verzeichnet: Zuletzt war diese Zahl vor 15 Jahren höher gewesen. Positiv war jedoch der hohe Altersdurchschnitt der Verstorbenen zu erwähnen: Rund zwei Drittel erreichte ein Alter von über 80 Jahren - darunter waren sogar drei Überhundertjährige.

Damit verstarben während des letzten Jahres jedoch rund hundert Warsteiner mehr, als dort geboren wurden: „Am Warsteiner Krankenhaus wird das nicht liegen“, so Ursula Müller, „denn das wird nach wie vor viel gelobt.“ Hierfür spricht auch, dass fast die Hälfte aller Neugeborenen nicht aus dem Standesamtbezirk, sondern den umliegenden Orten Rüthen, Anröchte oder Oeventrop stammte. Dennoch reduzierten sich die Warsteiner Geburten innerhalb der vergangenen 20 Jahre enorm: 464 Neugeborene konnte das Warsteiner Standesamt 1993 noch verzeichnen, 2013 erblickten lediglich 106 Mädchen und 100 Jungen das Licht der Welt im Maria-Hilf-Krankenhaus – darunter zehn Säuglinge mit dem Vornamen Marie sowie jeweils fünf Babys, die Leon oder Ben genannt wurden: Die Vornamenstatistik der Stadt Warstein gleicht sich, wie auch in Vorjahren, der nationalen Beliebtheit an.

156 Mütter waren mit dem Vater ihres Kindes verheiratet. Neue Eheschließungen waren im Jahr 2013 allerdings selten zu verzeichnen: Nur 95 Warsteiner Paare gaben sich das Ja-Wort und sorgten für einen absoluten Tiefstand, nachdem 2012 noch fünf Paare mehr getraut wurden – und der Vergleich zu 1994: 160 Eheschließungen. „Viele sahen die Zahl 13 wohl als schlechtes Omen“, spekulierten die Standesbeamten über die Ursache der wenigen Hochzeiten. Und das, obwohl in diesem Jahr erstmals wieder im Allagener Haus Dassel geheiratet werden konnte. Dieses Angebot nahmen acht Paare wahr, im Warsteiner Haus Kuperhammer wurden 36 Ehen geschlossen und fünf Trauungen fanden im Rathaus Hirschberg statt, das besonders aus traditionellen Gründen für die Eheschließung gewählt werde, wie Ursula Müller erzählte: „Wenn man in Hirschberg aufgewachsen ist, heiratet man auch da. Meistens wird so dann auch die Tradition von Eltern und Großeltern fortgesetzt.“

Noch eine weitere Tradition ist auch die Wahl des Familiennamens: Auch in Zeiten der Emanzipation nahmen Frauen in Warstein zu rund 90 Prozent den Namen ihres angetrauten Mannes an. Lediglich vier Ehepaare wählten den Geburtsnamen der Frau, sieben Paare entschieden sich für keinen gemeinsamen Familiennamen.

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