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Tiefgaragen-Brand in Warstein: Kriminalpolizei ermittelt und „Spaziergang“ wurde abgesagt

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Von: Alexander Lange

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Die Feuerwehr war mit zwei Löschzügen vor Ort.
Die Feuerwehr war mit zwei Löschzügen vor Ort. © Alexander Lange

Am Donnerstagabend brannte ein Pkw in der Warsteiner Tiefgarage. Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt. Warum der „Spaziergang“ abgesagt wurde und was nun aus der Tiefgarage und den Schäden wird.

Warstein - Als am vergangenen Donnerstagabend, 3. Februar, die Tiefgarage in Warstein unterhalb des Dr.-Segin-Platzes brannte, rief das ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Ordnungsamt auf den Plan. Zwei Zeugen hatten den Brand einige Minuten nach 18 Uhr gemeldet. Aus noch unklarer Ursache war ein Pkw im nordwestlichen Teil der Tiefgarage - nach der Einfahrt rechts - in Brand geraten und vollständig ausgebrannt. Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen unter anderem mit Löschschaum, Anwohner rund um Tiefgarage, Gemeindezentrum und Nicolaiweg wurden gebeten, aufgrund der starken Rauchentwicklung Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Wohnungen wurden im Anschluss auch durch die Feuerwehr auf mögliche Verrauchungen kontrolliert.

Die Kriminalpolizei ermittelte am Freitagmorgen zur Brandursache.
Die Kriminalpolizei ermittelte am Freitagmorgen zur Brandursache. © Alexander Lange

Feuerwehrpressesprecher Carsten Lehmann sprach im Nachgang von einem „personalintensiven Einsatz“, bei dem zwei Löschzuge, also Kräfte aus Warstein, Hirschberg, Suttrop sowie die Drehleiter aus Belecke im Einsatz waren. Nach etwa drei Stunden war der Einsatz für die Feuerwehr, die mit Hochdrucklüftern die Tiefgarage vom Rauch befreite und auch mit Wärmebildkameras nach Glutnestern suchte, beendet.

Anschließend übernahm die Kriminalpolizei die Einsatzstelle und sicherte das Brandfahrzeug. Die Bergung des Brandfahrzeuges gestaltete sich dabei als schwierig, weil das Abschleppfahrzeug nicht in die Tiefgarage fahren konnte. So musste mit Seilwinden und Umlenkrollen gearbeitet werden.

Halter der Autos in der Tiefgarage wurden kontaktiert

Die Halter der weiteren Fahrzeuge, die ebenso in der Tiefgarage geparkt waren, aber keine Schäden davon getragen hatten, wurden kontaktiert und fuhren noch am Abend ihre Pkws aus der Garage, sodass diese nun frei ist. Frei, um die Ermittlungen der Polizei fortzusetzen. Die Kriminalpolizei war am Freitagvormittag erneut mit einer Besatzung vor Ort, auch das Bauordnungsamt sowie das Hochbauamt der Stadt werden nun mit einem Statiker die Tiefgarage kontrollieren müssen, erklärten Roswitha Wrede, Chefin des Warsteiner Ordnungsamtes, und Lukas Mestermann, der am Brandabend den Bereitschaftsdienst des Ordnungsamtes stellte. Die Polizei gab den Brandort am Freitagmittag wieder frei.

Über mehrere Seiten fuhren die Einsatzkräfte die Tiefgarage an.
Über mehrere Seiten fuhren die Einsatzkräfte die Tiefgarage an. © Alexander Lange

Der Teil der Tiefgarage in Richtung Marktplatz und Toilette habe offenbar keine größeren Schaden genommen sondern war lediglich verraucht, wie groß der Schaden im Bereich des Brand-Pkws ist, sei aber noch nicht bekannt. Gereinigt werden müsse die Tiefgarage zweifelsohne, ob sie aber auch saniert oder vielleicht sogar baulich repariert werden muss, ist ungewiss. „Aber uns allen ist klar, welche enorme Kraft und Auswirkung Hitze haben kann“, erklärte Wrede.

Seit 22.30 am Donnerstagabend ist die Tiefgarage geschlossen und wird es bis auf Weiteres auch bleiben. Ob zumindest einzelne Teile der Garage in den kommenden Tagen wieder geöffnet werden können oder wie lange die Garage gesperrt bleibt, konnte Mestermann am Freitag auch noch nicht abschließend sagen.

Technischer Defekt oder Brandstiftung

Die Kreispolizei Soest teilte am Freitagmorgen mit, dass die Ermittlungen laufen, ob es sich um einen technischen Defekt oder Brandstiftung gehandelt hat. Unter anderem werde auch der Brandschutt untersucht. Zeugen, die weiterführende Angaben zu dem Brandgeschehen machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02902-91000 mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen.

Der Einsatz, der sowohl über den Nicolaiweg, als auch über den Marktplatz stattfand, kollidierte zeitlich mit dem geplanten Demonstrationszug der „Spaziergänger“. Diese hatten sich anfangs unterhalb des Marktplatzes an der Buswartehalle gesammelt. Die Kreispolizei schrieb am Freitagmorgen, dass aufgrund des Einsatzgeschehens Kräfte von der Demonstration abgezogen werden mussten. Nach einem Kooperationsgespräch zwischen Polizei, Ordnungsamt und „Spaziergängern“ erklärte die Versammlungsleiterin des geplanten „Spaziergangs“, die Demonstration abzusagen. „Diese Entscheidung ging auch von der Versammlungsleiterin aus, nicht vom Ordnungsamt oder der Polizei“, erläuterte Roswitha Wrede: „Sie hat gesehen, dass so viele Kräfte an den Einsatz gebunden waren, sodass sie sich gegen eine Durchführung entschieden hat.“ Nach und nach verließen die „Spaziergänger“ dann den Bereich des Marktplatzes. Die Polizei erklärte, dass eine Begleitung des Demonstrationszuges zu diesem Zeitpunkt auch nicht möglich gewesen wäre.

Es war nicht der erste Einsatz für die Feuerwehr in der Tiefgarage. Vor wenigen Wochen brannte es dort zum wiederholten Male auf der Toilette, am Abend vor Heiligabend 2019 brannten in der Tiefgarage zwei Pkw.

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