Testphase für neuen Dresscode für Sparkassen-Angestellte bestätigt Wunsch zur Trendwende

Auch Bänker können legeren Chic

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Thomas Raulf (links) zeigte beispielhaft das Outfit für offizielle Anlässe, Werner Schulte (3. von Links) mag es weiter traditionell, und die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter präsentierten in der Filiale Belecke die Freiheiten des neuen Dresscodes.

Belecke – Schon zeichnet sich ab, dass die Kunden der Sparkasse Lippstadt in der Hauptstelle und den zwölf Filialen ab Mitte des Jahres „lockerer“ empfangen werden. Am höflichen Umgang wird sich nichts ändern, aber die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen treten überwiegend leger gekleidet auf. Die Vermutung, dass es so kommt, stützt sich auf die Erfahrungen, die derzeit in einer Testphase in den drei Filialen in Belecke, Erwitte und an der Overhagener Straße in Lippstadt gemacht werden. Seit Montag dieser Woche gelten die neuen Dresscodes für die Bediensteten beider Geschlechter. Und die Kunden werden nach ihrer Meinung zu der Neuerung gefragt. Bänker ohne Anzug und Krawatte, Bänkerinnen nicht in Kostüm oder Stoffhose, Bluse und Blaser – wie kommt das an?

„Gut“, weiß Thomas Raulf aus der Marketingabteilung mit dem Überblick über alle drei Testfilialen. Das gilt für beide Seiten vor und hinter den Schreibtischen und Tresen, wie bei einer „Zwischenbilanz“ gestern in der Filiale am Wilkeplatz deutlich wurde. Alle Kolleginnen und Kollegen nutzten die Befreiung aus der strengen Kleiderordnung und arbeiteten in Jeans, Chinshosen, Hemd und passendem Jacket sowie Leder-/ Wildlederschuhen, und die Frauen im ihnen vorgegebenen freiheitlichen Rahmen. Auch bei ihnen kann die Jeans die Stoffhose oder den Rock ersetzen.

Alle nutzten die neue Möglichkeit? Nein, ein Mitarbeiter wird die langjährige Gewohnheit nicht abstreifen. Denn die Umstellung ist keine Vorschrift, der traditionelle Dress darf weiterhin getragen werden. Und das tat Werner Schulte beim Pressetermin nicht, um den Kontrast der Tradition zur Moderne zu verkörpern, sondern er will seine Dienstkleidung nicht ändern: „Nach 43 Jahren fände ich es komisch, jetzt in Jeans zu kommen“, hält er die hergebrachte Fahne in Belecke hoch. Und sieht sich in der Testwoche auch bestätigt: „Drei Kunden haben mir gesagt, dass ihnen das besser gefällt.“ Zugegebenermaßen drei lebensältere Männer, wie Filialleiter Harald Müller anmerkte.

Selbst entschied Müller sich auch für legeren Chic, hat für offizielle Anlässe aber wie alle Kollegen einen grauen oder dunklen Anzug, das weiße Hemd und den roten Sparkassen-Binder im Schrank. Dieses Outfit trug gestern beispielhaft Thomas Raulf; die Damen haben entsprechend Kostüm oder Stoffhose, Bluse und Blazer sowie ein rotes Schaltuch in der Hinterhand.

Die Umstellung wurde in einer Projektgruppe vorbereitet, in der Julian Ferdinand aus der Filiale Belecke mitarbeitete. „Der Vorstand hat die Idee unterstützt, denn in den Medien sind auch immer häufiger die Chefs großer Konzerne nicht mehr in Anzug und Krawatte zu sehen“, meinte Julian Ferdinand. Eine Option auch für die Sparkassen-Vorstandsmitglieder.

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