Urteil des Oberlandesgerichts Hamm im Streitfall "Strakerjahn" rechtskräftig

Struff verzichtet auf Gang zum Bundesgerichtshof

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Jan-Lennard Struff (r.) trennt sich von Anwalt Andrés Klein.

Warstein - Tennisprofi Jan-Lennard Struff verzichtet auf eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof und erkennt damit das Urteil des Oberlandesgericht Hamm vom 20. Juni an.

Der 12. Zivilsenat hatte Struff zu einer Zahlung von 274.560 Euro plus Zinsen an seine ehemalige Trainerin Ute Strakerjahn verurteilt und keine Revision gegen das Urteil zugelassen. Einziger Weg, das Urteil doch noch anzufechten, wäre die Nichtzulassungsbeschwerde gewesen. 

Den Verzicht auf dieses Rechtsmittel teilte der neue Anwalt des Tennisprofis mit: der Warsteiner Dr. Rüdiger Brüggemann.

Brüggemann ist nach dem Bielefelder Philipp Pröbsting, der Struff in der ersten Instanz vor dem Landgericht Arnsberg vertreten hatte, und dem Kölner Andrés Klein bereits der dritte Anwalt, der den 28-Jährigen im Rechtsstreit mit Strakerjahn vertritt. Von Klein habe sich der Tennisprofi am Montag als Rechtsbeistand getrennt, das bestätigte Vater Dieter Struff. 

Struff hatte bereits direkt im Anschluss an das OLG-Urteil Dr. Rüdiger Brüggemann mit in den Fall einbezogen, wie aus einer Pressemitteilung aus dessen Kanzlei hervorgeht: „Nachdem das Oberlandesgericht sein am 20. Juni 2018 verkündetes Urteil begründet hatte, bat uns Jan-Lennard Struff, die Erfolgsaussichten einer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision zu prüfen.“ 

Diese Prüfung sei mittlerweile abgeschlossen. Das Ergebnis: „Wir haben von einer Beschwerde abgeraten, da die Angelegenheit weder grundsätzliche Bedeutung hat, noch die Fortbildung des Rechts im Raum steht. Auch der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung ist unseres Erachtens nicht gegeben.“

Gleichzeitig mit dem Verzicht auf die Nichtzulassungsbeschwerde erklärte Dr. Rüdiger Brüggemann für seinen Klienten, dass er allen Auflagen des OLG-Urteils bereits nachgekommen sei: „Jan-Lennard Struff hat die sich aus dem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm ergebenden Zahlungsverpflichtungen erfüllt. Darüber hinaus hat er die ausgeurteilte Auskunft über seine Einnahmen im Jahr 2016 erteilt. Damit ist der Titel verbraucht.“

Ute Strakerjahn, von der sich Struff Mitte 2015 als Trainerin getrennt hatte, hatte mit der Klage vor dem Landgericht Arnsberg aus ihrer Sicht geschuldete Vertragszahlungen aus den Jahren 2013 bis 2016 gefordert. Bis 2016 lief der Vertrag. 

Mit der Zahlung der verurteilten Summe von 274.560 Euro plus Zinsen – etwa 150.000 Euro hatte Struff laut Aussage von Strakerjahn-Anwalt Christian Niedzwicki bereits in einer „ersten Rutsche“ bezahlt – ist die Auseinandersetzung zwischen Spieler und Trainerin aber noch nicht beendet. 

Denn Niedzwicki geht nach den bisher gefällten Urteilen davon aus, dass Strakerjahn wegen der Nachwirksamkeitsklausel im Vertrag mit dem Tennisprofi noch bis Mitte 2022 an den Einnahmen des Warsteiners aus Preis- und Antrittsgeldern sowie Sponsoring- und Werbeverträgen beteiligt werden muss. 

Für das Jahr 2017 geht Niedzwicki von einem Mindestbetrag von knapp unter 100.000 Euro aus, der der Tennistrainerin zustehe. Und um eben diese Ansprüche seiner Mandantin aus dem Jahr 2017 durchzusetzen, hat Niedzwicki bereits ein neues Verfahren vor dem Landgericht Arnsberg angestrengt. 

„Ob und welchem Umfang diese Ansprüche begründet sind, können wir derzeit noch nicht beurteilen. Wir haben beim Landgericht um Akteneinsicht gebeten. Sobald uns diese gewährt worden ist, werden wir die weitere Vorgehensweise mit unserem Mandanten besprechen“, heißt es in der Presseerklärung von Dr. Rüdiger Brüggemann. 

Brüggemanns Vorgänger Andrés Klein, der für Stellungnahmen in den letzten Wochen nicht zu erreichen war, war vor dem Oberlandesgericht Hamm mit seiner Sichtweise gescheitert, dass der Vertrag sittenwidrig sei.

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