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Ein neuer Platz für Bands und Kapellen

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Die neue Bühne in der Suttroper Schützenhalle entsteht ganz ohne Termindruck durch Veranstaltungen – dank Corona.
Die neue Bühne in der Suttroper Schützenhalle entsteht ganz ohne Termindruck durch Veranstaltungen – dank Corona. © Sylvia Risse

Suttrop – Im wahrsten Sinne des Wortes Zukunftsmusik ist aktuell der Gedanke daran, vor einer Bühne zu stehen und zur Musik von Bands, Musikkapellen oder DJs ausgelassen zu feiern. Sobald das Feiern wieder möglich ist, sind die Suttroper Schützen aber vorbereitet: Sie befinden sich derzeit in den letzten Zügen der Sanierung ihrer alten Bühne, sodass sich die Musiker ebenso wie alle anderen Nutzer der Schützenhalle auf Darbietungen auf einer rundum erneuerten Bühne freuen können.

Nachdem die ersten Planungen für den Umbau der Bühne in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Prien-Tepas schon 2018 entstanden, gestaltete sich der Beginn der Maßnahmen durch den laufenden Betrieb mit Veranstaltungen und Ferienfreizeiten zunächst schwierig. Seit letztem Sommer sind die hauptsächlich in Eigenleistung geführten Handwerksarbeiten nun aber in vollem Gange. „Letztlich konnte sogar etwas entspannter gearbeitet werden als erwartet“, erklärt der Vorsitzende Mark Risse, dass die Arbeiten durch die coronabedingte Absage aller Veranstaltungen zeitlich entzerrt wurden. „Es ist toll zu sehen, dass sich so viele Vorstandsmitglieder in diesem Projekt engagieren“, ist er stolz auf das Team der Schützen, das den Umbau in wenigen Wochen abschließen wird.

Feierlichkeiten der Suttroper Spielleute im Jahr 1975 anlässlich des 65. Geburtstags: Zu sehen ist die Burgenlandkapelle, die auf der damals ganz neuen Bühne spielt.
Feierlichkeiten der Suttroper Spielleute im Jahr 1975 anlässlich des 65. Geburtstags: Zu sehen ist die Burgenlandkapelle, die auf der damals ganz neuen Bühne spielt. © Sylvia Risse

45 Jahre lang hat die alte Bühne Musikern, Tänzern, Schauspielern und Rednern den Boden für Auftritte in der Schützenhalle geboten. Dabei fanden die Handwerker des Schützenvereins während der Abrissarbeiten eine Erinnerung an den ersten Programmpunkt, der auf der Bühne stattfand: Auf den Eckplatten der alten Konstruktion kamen die mit Bleistift geschriebene Aufschrift „Spielleute 1975“ sowie die Namen Litz, Finger, Opitz, Thiele und Eickhoff zum Vorschein. „Die Bühne musste 1975 für ein Fest der Spielleute unbedingt fertig werden“, weiß Thomas Bittner, der nicht nur im Schützenverein, sondern auch bei den Suttroper Spielleuten im Vorstand aktiv ist und sich mit der Schützenhalle und ihrer Geschichte bestens auskennt. Heinz Litz, Willi Finger, Hans Opitz, Ludwig Thiele und Anton Eickhoff, so berichtet Thomas Bittner, packten als Spielleute damals kräftig mit an und stellten die Bühne für das 65-jährige Vereinsjubiläum rechtzeitig fertig.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Bühne durch immer wieder neu anfallende Reparaturen jedoch zu einem Flickenteppich und hatte zuletzt ausgedient. Mit einer Crowdfunding-Aktion in Kooperation mit der Volksbank Hellweg hat der Schützenverein einen Großteil der anfallenden Kosten für die neue Bühne finanziert. „Diese Bühne wird in weiten Teilen durch die Bevölkerung und die Freunde der Bruderschaft finanziert“, betont Mark Risse und bedankt sich in diesem Zuge noch einmal herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern, auch wenn die Spendenaktion schon etwas zurückliegt. Zusätzlich finanziell unterstützt wurde das Projekt im vergangenen Sommer durch die Sparkasse Lippstadt, deren Spende in die vorgesehene LED-Beleuchtung fließen wird.

Bereits 2019 wurde die komplette Beleuchtung der Schützenhalle auf LED umgestellt. Die Theke, die 2018 erneuert wurde, wird seither über die zentrale Steuerung besonders in Szene gesetzt. Dieses System soll nun auch für die Bühne eingesetzt werden, wozu mit dem Lichtstudio Severin aus Warstein ein Lichtkonzept entwickelt wurde. „An den Wänden wird es beispielsweise LED-Streifen geben und über das Bedienfeld können wir ganz unterschiedliche Lichtstimmungen erzeugen“, erklärt Thomas Bittner, der als Mitarbeiter der Firma Mertens aus Rüthen für die Umsetzung der Elektrik sorgt.

Dass die Beleuchtung aber nur einer von vielen Mosaiksteinen in der Neugestaltung ist, macht Vorstandsmitglied Jan Herrmann deutlich, wenn er auf die bereits vollbrachten Arbeiten zurückblickt: Im August des vergangenen Jahres haben die Vorstandsmitglieder die alte Bühne herausgerissen. Anschließend folgte nach und nach der Neuaufbau - vom Streifenfundament über die Unterkonstruktion und die Wände bis hin zu den Deckenbalken und der Isolierung. Stets begleitet wurden die Arbeiten dabei von den Anforderungen, die die Umsetzung der aktuellen Brandschutzverordnung mit sich bringen. In engem Austausch standen und stehen die Handwerker des Schützenvereins bei allen Schritten mit ihrem Bauleiter Markus Kiefer aus Suttrop.

Wer die alte Bühne kennt, dem werden bei der Erneuerung auch einige Veränderungen im Design auffallen. Etwa 20 Zentimeter ragt die Bühne weiter in die Tanzfläche hinein und ist dabei optisch mit einer leichten Rundung an die Gestaltung der Theke angelehnt. Auch bei der Farbe des Holzes und der Auswahl der Fliesen werden die Akzente der Theke wieder aufgegriffen.

Schon jetzt haben sich die Helfer des Schützenvereins überlegt, es den Spielleuten aus dem Jahr 1975 gleichzutun und im Zuge des Umbaus einen Gruß an die Zukunft zu hinterlassen. Mit einer in die Bühne eingebauten kleinen Zeitkapsel möchten sie an die Sanierungen während der Corona-Pandemie erinnern.

Nur welches das erste Fest ist, auf dem die ersehnte Zukunftsmusik auf der neuen Bühne gegenwärtig werden kann, ist diesmal noch nicht prognostizierbar. Aber, so ist man sich einig: Das erste Fest nach der Pandemie dürfte wohl so oder so unvergesslich werden.

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