"Schöpferisch - in vielfältigstem Ausdruck"

Suttroper Künstlerin Marita Mues stellt in Münster 35 neue Werke aus

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Münster/Suttrop - Die Genesis der Bibel hat viele elementare Aspekte: Himmel und Erde, Mensch und Tier. Allen liegt aber das Kreative, Gestaltende zugrunde. Der Mensch ist seit Anbeginn nicht nur Teil der Schöpfung, sondern selbst schöpferisch – in vielfältigstem Ausdruck.

Die Suttroper Künstlerin Marita Mues stellt sich ihrer eigenen schöpferischen Kraft in der Malerei und sucht nach Ausdruck einer elementaren Kraft, die gestaltet – weil sie will, nicht weil sie muss. 

Drei Monate lang hat sie in einer für sie schwierigen Zeit ihrer künstlerischen Kraft freien Lauf gelassen und unermüdlich in ihrem Atelier gearbeitet. Entstanden sind mehr als 30 Werke, die den Betrachter auf Aspekte fokussieren, die die Schöpfung ausmachen: Kreativität und gestalterisches Tun. 

Jetzt wurde die Ausstellung „Genesis“ von Marita Mues in der Raphaelsklinik Münster eröffnet. Dutzende Warsteiner Fans der Kunst von Marita Mues waren eigens nach Münster gereist, um der feierlichen Eröffnung beizuwohnen. 

Künstlerin Marita Mues stellt in Raphaelsklinik Münster aus

„Ich bin mir sicher, auch in Münster wird Marita Mues mit ihrer Malkunst neue Freunde gewinnen“, betonte Bernhard Enste vom Museum Haus Kupferhammer, der die Einführung in die Ausstellung übernahm. 

„Zur künstlerischen Kompetenz der Marita Mues gehört zweifellos ihr bemerkenswertes visuelles Gedächtnis. Sie erinnert sich an etwas, oft an eine eher unbedeutend erscheinende Begebenheit im Alltag. Ein Impuls entsteht, und der Reiz, diesen aufzugreifen, führt sie zur Staffelei.“ 

Dabei ist es nie das konkrete Landschaftsbild, das sie malen möchte, vielmehr schwingt der Landschaftseindruck zwar in ihrer Vorstellung mit, doch beim Malen wird er schnell überlagert von alternativen Ideen, die sich aus dem jeweiligen, bis dahin erstellten Farbspiel ergeben. „Zufällig erscheinende Konturen werden aufgegriffen und bewusst verarbeitet“, so Enste. 

Marita Mues entdeckt in ihrem Schaffen stets neue Formen des künstlerischen Ausdrucks, keine Ausstellung gleicht der vorherigen. Sie arbeitet immer wieder an neuen Techniken und Ausdrucksformen, kombiniert diese auch. 

Inspiration findet die Künstlerin dabei in der Musik ebenso wie in Reisen in verschiedene Kulturen, von denen sie stets Materialien mit nach Hause bringt, die in ihre Gemälde ebenso einfließen wie Materialien aus ihrer Heimat. 

Kies und Staub aus den Warsteiner Kalksteinbrüchen, abgeschabter Rost finden ebenso Verwendung wie die unterschiedlichen Pigmente aus Frankreich, dem Jemen oder Afrika. „Was dem Laien bis heute oft als Hexenküche erscheinen mag, war und ist für die gelernte Gießereilaborantin Teil ihrer erstberuflichen und künstlerischen Basis-Kompetenz“, erläuterte Enste. 

Für Marita Mues bedeutet Reisen Aufbruch, Überwinden von Gegensätzen und Lösen von Spannungen. „Es macht mir Freude, in immer neuen Variationen Farben und Materialien in ihren spezifischen Eigenschaften bewusst auszuwählen und so anzuordnen, dass eine eigene Aussage entsteht“, sagt die Künstlerin selbst. 

In ihren Bildern ordnet sie scheinbar leblose und gegensätzliche Materialien so an, dass zusammen mit hellen, leuchtenden Farben ein organisches Ganzes entsteht. 

Auch von der inhaltlichen Darstellung gibt es kein typisches Mues-Gemälde. Dominierend in der Ausstellung sind zum einen Bilder mit der von Karl-Otto Götz entwickelten und von Gerhard Richter in den Fokus der Öffentlichkeit gebrachten Rakeltechnik. „Sie werden aber sicherlich nicht auf den Gedanken kommen, einen kopierten Richter vorzufinden“, sagte Enste. 

Zum anderen beeindruckt die von ihr stets weiterentwickelte Form der Hinterglasmalerei. Diese Bilder werden von ihr spiegelverkehrt mit höchster Präzision auf speziellen Glasflächen unter Beibehaltung unterschiedlicher Maltechniken erstellt und geben den Bildern eine faszinierende Farb-Brillanz und Wirkung. 

Auch wenn man die Werke von Marita Mues zunächst einmal als abstrakt bezeichnen würde, führt die persönliche Auseinandersetzung dazu, im Abstrakten immer auch etwas Reales zu finden. „Bilder von Marita Mues sind nie eindeutig in ihrer Aussage“, erklärte Enste. „Sie geben immer einen Spielraum für Interpretation und eigene Phantasievorstellungen.“ 

Sie habe sich beim Malen einzelner Bilder nicht jeden einzelnen Schöpfungstag vorgestellt, sagte Mues, gleichwohl Vorstellungen vom Ursprünglichen vor Augen gehabt. Überwältigt zeigte sie sich am Donnerstag vom großen Zuspruch und der großen Zahl angereister Fans aus ihrer Heimat. Ihr Dank galt allen, die den Weg nach Münster gefunden hatten. 

Und ganz besonders Yosh Malzon-Jessen, der die Aussagekraft ihrer Bilder mit lyrischen Texten untermalte, um den Betrachter in ein Spannungsfeld zwischen der Bildsprache und einer textlichen Idee dazu zu bringen. „Lieber Yosh, durch Dein großes Interesse, eigene Bilder zu malen, haben wir uns kennengelernt. Du bist prädestiniert, diese Ausstellung zu begleiten, weil Du die Gefühle, Gedanken und den Sinn in meinen Werken erkennst – ein außerordentlich großes Kompliment an dich!“ 

Ein großes Kompliment ging auch an Opernsängerin Dilek Gecer und Pianistin Anna-Sophie Sczepanek für die herausragende musikalische Untermalung.

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