1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Warstein

Suttroper Classic-Tankstelle feiert 40. Geburtstag

Erstellt:

Von: Alexander Lange

Kommentare

Inhaberin Susanne Modrow-Vieth freut sich auf den Samstag, denn dann feiert die Classic-Tankstelle in Suttrop Geburtstag. Ihr Vater eröffnete die Tankstelle vor 40 Jahren.
Inhaberin Susanne Modrow-Vieth freut sich auf den Samstag, denn dann feiert die Classic-Tankstelle in Suttrop Geburtstag. © Alexander Lange

Es ist in erster Linie eine Tankstelle, aber genauso ein Supermarkt an Sonn- und Feiertagen und Treffpunkt für Einheimische: Die Classic-Tankstelle an der Kreisstraße in Suttrop. Die feiert am Samstag 40. Geburtstag. Mit Aktionen, aber auch etlichen Anekdoten und Themen rund um steigende Spritpreise und Mythen rund ums Tanken. „Ja, wir sind und waren immer ein Familienbetrieb“, erzählt die heutige Inhaberin Susanne Modrow-Vieth: „Meine Schwester und ich hatten keine Langeweile. Am Wochenende und in den Schulferien war Tankstellendienst angesagt.“

Suttrop – Vater Franz Modrow war es, der quasi für den familiären Tankstellen-Startschuss sorgte. In den 1960er Jahren eröffnete der damals junge KFZ-Meister an der südlichen Warsteiner Hauptstraße neben dem damaligen Liebfrauenhaus (heute Barkschat) eine Gasolin-Tankstelle mit anfangs nur einer Zapfsäule. Später wurde aus Gasolin Aral. Weil sich Franz Modrow aber die Umstellung zur Selbstbedienungs-Tankstelle, wie man sie heute kennt, wünschte, das aber mit der benachbarten Aral-Tankstelle der Firma Busch nicht überein kam, kündigte er den Vertrag und erweiterte erst einmal seine Werkstatt. Jahre später zog er dann mit Zapfsäule und Co. nach Suttrop an die Kreisstraße. Dort steht die Tankstelle noch heute. In anderer Optik, mit anderen Preisen, mit Um- und Anbauten. Doch der Inhaber-Name ist der gleiche geblieben: Modrow.

„Zuerst war es eine Texaco, dann Dea, dann Shell, heute Classic“, sagt Susanne Modrow-Vieth. Stichtag war der 16. Oktober 1981, plötzlich gab es auch fünf Doppelsäulen. Die zugehörige Werkstatt zog ebenfalls wenige Jahre später aus Warstein in Richtung Suttrop. Über die Jahre veränderte sich die Tankstelle, der Komfort genauso wie die Angebote: „Ich weiß noch, als früher die großen Zahlen für die Preise per Hand am Preismast aufgehängt werden mussten. Damals wechselten die Preise aber nur zweimal pro Woche.“ Heute schwanken die Preise nahezu im Stundentakt: „Ja, es hat sich viel getan.“ Skurrilitäten und besondere Ereignisse kann Modrow-Vieth zu Hauf erzählen.

Seien es die Suttroper Jugendlichen, die 1990 eine Zapfsäule in Brand setzten, besondere Begegnungen, Überfälle oder Einbrüche: „Aber das war früher, die Zeiten sind vorbei.“ Inzwischen gibt es unter anderem eine hochmoderne Alarmanlage. „Es gibt viele treue Stammkunden. Man freut sich immer, sie zu sehen“, sagt Modrow-Vieth. Auch verschlafene Ballönner zu Montgolfiade-Zeiten oder Oldtimer-Fans seien spannende Kunden: „Es gibt auch viele, die kamen als Jugendliche mit ihren Mofas hier zum Tanken, die kommen heute mit dem Auto.“ Man sei eben auch Treffpunkt. Und Berater für Geschenke auf den letzten Drücker: „Dann empfehlen wir Tankgutscheine oder Geschenkgutscheine, vielleicht aber auch mal eine Flasche Wein. Gerade zu Ostern kommen doch einige, die vergessen haben, ein Geschenk zu kaufen.“

Doch dass die Spritpreise aktuell deutlich ansteigen, dass merken Modrow-Vieth und ihre zwei Angestellten natürlich genauso wie ihre Kunden. Die Zahlen auf der Preistafel seien vor Jahrzehnten schon ähnlich gewesen – nur, dass es damals noch die D-Mark war.

„Die Gründe für die Preise sind vielfältig. Aber solange die Förderung nicht erhöht wird, bleiben die Preise.“ An manchen Autobahnen kostet der Liter Super schon über zwei Euro, davon ist man in Warstein noch weit entfernt: „Hier im Stadtgebiet sind die Preise noch moderat. Einige kommen sogar aus Meschede oder Brilon, um hier zu tanken.“

Durch die Markttransparenzstelle seien die Preise in Warstein immer ungefähr gleich: „Aber regionale Unterschiede gibt es schon. Die lagen zuletzt teilweise bei 17 Cent.“ Und Inhaberin Susanne Modrow-Vieth kann in dem Fall auch mit einigen Mythen aufräumen: Der Sprit ist nicht zwangsläufig am Ferienstart teurer, ebenso sind an Montagen die Preise nicht extra hoch. Expertinnentipp: „Meistens ist der Sprit morgens teuerer als abends. Wer günstig tanken will, sollte das abends tun.“

Auch interessant

Kommentare