Bilanz

Förster gefrustet: So stark wütete Sturmtief „Eberhard“ im Warsteiner Wald

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Der Raum Hirschberg war besonders betroffen.

Warstein – Wieder hat ein Sturm im Wald gewütet. Und wieder hat es besonders die Sturm- und Borkenkäfer-geplagte Fichte getroffen. „Im Warsteiner Stadtwald liegen einige tausend Festmeter“, gab Edgar Rüther, Leiter des städtischen Forstamtes, auf Anfrage unserer Zeitung eine erste Einschätzung ab.

Allerdings hatte er noch keinen genauen Überblick. Wohl sehe es so aus, dass die Schäden durch „Eberhard“ geringer seien als bei „Friederike“.

Mit vielen Kolleginnen und Kollegen hatte Rüther, der ja gleichzeitig auch Chef beim Landesbetrieb Wald und Holz in Rüthen ist, bereits telefoniert. „Den Frust hört man durchs Telefon“, berichtete er von einer „schwer angeschlagenen mentalen Verfassung der Försterinnen und Förster“.

Ein erneuter Tiefschlag

Nach dem heftigen Borkenkäfer-Jahr 2018 sei das nun ein erneuter Tiefschlag. „Kaum ist man irgendwo fertig, kann man wieder von vorne anfangen“, so Rüther. 

Die Sorge, dass Sturm „Eberhard“ erneut die Holzpreise in den Keller rutschen lässt, hat er diesmal nicht. Aus einem einfachen Grund: „Viel weiter nach unten kann der Preis nicht gehen.“ Allerdings komme man nun bereits in Größenordnungen, wo die Aufarbeitung sich gar nicht mehr lohne.

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Nach dem Sturmereignis beschäftigten aber zunächst die akuten Auswirkungen die Mitarbeiter des Forstes. Am Morgen mussten zunächst die Straßen und Wege freigesägt werden. 

Gesperrt waren die Landstraße zwischen Niederbergheim und Hirschberg sowie die Straße hoch zum Lattenberg. Auch der Kahlenbergsweg zwischen Warstein und Hirschberg war durch umgefallene Fichten blockiert. Gleiches galt für viele kleinere Wege in allen Waldbereichen.

Betreten der Wälder ist gefährlich

Das Betreten der Wälder sei nach dem Sturm gefährlich. Auch wenn man diesmal von behördlichen Sperrungen absehe, so gelte doch die dringende Warnung, die Wälder nicht zu betreten. Und es sei wohl auch nötig, dies explizit zu sagen.

Sturmtiefs wüten über NRW

Förster-Kollege Henning Dictus hatte im Wald schon die ersten Spaziergänger getroffen, die zwischen den umgestürzten Bäumen hindurch krabbelten. So etwas sei lebensgefährlich. „Eberhard“ habe überwiegend zu Einzelwürfen und Nestern geführt.

Ganze Flächen, wie bei „Friederike“ oder gar „Kyrill“, seien diesmal wohl nicht betroffen. Dennoch summiere sich auch dies. 15 000 Festmeter hatte „Friederike“ im vergangenen Jahr umfallen lassen, diesmal könnten es vielleicht 5000 sein, so Rüther. 

Womöglich gehe es ja weiter. „Vielleicht kommt am Mittwoch schon der nächste Sturm“, sorgte sich der Forstamtsleiter. „Wir bekommen einfach keine Ruhe.“

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