Strafbefehl über 2800 Euro für Brühne-Mitarbeiter

In Warstein flogen im Januar 2011 Steine unkontrolliert nach einer Sprengung.

WARSTEIN ▪ Der neuerliche Steinflug nach einer Felsprengung im Steinbruch Kupferkuhle der Firma Heinrich Brühne vom 2. Januar ist noch in der aktuellen Diskussion, da machen sich noch einmal die Folgen des ähnlichen Ereignisses vom 12. Januar 2011 bemerkbar: Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat beim Amtsgericht Warstein einen weiteren Strafbefehl gegen den damals für die Absicherung der Sprengung verantwortlichen Mitarbeiter gestellt.

Er soll 2 800 Euro wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr bezahlen. Dem Antrag wurde stattgegeben, die Einspruchsfrist des Bergbauingenieurs läuft noch. Akzeptiert er nicht, dann kommt es zum Verfahren. Der Sprengverantwortliche, gegen den im November ein Strafbefehl in Höhe von 2 000 Euro erlassen worden war, hatte keinen Einspruch eingelegt.

In diesem neuerlichen Fall, dessen Prüfung die Staatsanwaltschaft noch in der Phase der Ablauffrist des ersten Strafbefehls angekündigt hatte, geht es um den Verdacht des fahrlässigen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Zwei abgesprengte Steine landeten seinerzeit vor zwei die Straßen Rangetriftweg und Müscheder Weg befahrenden Kraftfahrzeugen.

Der jetzt betroffene Mitarbeiter war verantwortlich für die Absicherung der Sprengung. Bei der am 12. Januar 2011 vorgenommenen Sprengung handelte es sich nach den getroffenen Feststellungen der Staatsanwaltschaft um eine so genannte „Großbohrlochsprengung“, bei der in der Wurfrichtung ein Bereich von 400 Meter hätte abgesperrt werden müssen. Dieser Bereich hätte zusätzlich durch eine ausreichende Zahl von Absperrposten gesichert werden müssen. Dann wäre die Gefährdung des Straßenverkehrs auf dem Rangetriftweg und dem Müscheder Weg nicht eingetreten.

Soweit die Stadt Warstein im Zusammenhang mit der obigen Sprengung unter anderem den Vorwurf des Diebstahls von Steinen erhoben hat, ist das Verfahren ebenfalls eingestellt worden, da ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung nicht festgestellt worden ist. Es geht insoweit nach Bewertung durch die Staatsanwaltschaft um eine Auseinandersetzung, die in Anbetracht der zivilrechtlichen Beziehungen zwischen der Stadt Warstein und dem Steinbruch vor den Zivilgerichten geführt werden sollte.

„Im übrigen sind die Ermittlungen eingestellt worden“, heißt es in einer Pressemitteilung, was sich auf den früheren Brühne-Geschäftsführer Dr. Bauer bezieht. Wenige Tage nach dem Steinflug im Januar 2011 hatte der Kreis mitgeteilt, dass von dort eine Ordnungswidigkeitenanzeige erlassen worden sei, die aufflebe, wenn die Staatanwaltschaft ihre Ermittlungen einstelle. Demnach hätte Dr. Bauer ein Bußgeld von maximal 40 000 Euro gedroht, was jetzt hinfällig ist.

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