Letzte Bürgerversammlung für Franz Linneboden als Hirschbergs Ortsvorsteher

Stehende Ovationen zum Abschied

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Um Ortsvorsteher Franz Linneboden zu verabschieden, erhoben sich die Besucher der Versammlung von ihren Plätzen

Hirschberg – Auch bei seiner letzten Bürgerinformation konnte Ortsvorsteher Franz Linneboden am Donnerstagabend in der Schützenhalle wieder eine große Zahl interessierter Bürgerinnen und Bürger begrüßen. Die rund 150 gestellten Plätze waren gut gefüllt, erwartet die Hirschberger doch stets ein informativer Abend und die Garantie, zahlreiche Projekte auf dem Weg zu wissen. So gab es auch am Donnerstag wieder einiges über die Dorfentwicklung zu berichten. Und am Ende einen Abschied voll Anerkennung und Respekt für den Ortsvorsteher, dessen Amtstage gezählt sind. So nutzte Linneboden die Bürgerinfo, um seinen designierten Nachfolger Stefan Toschinski vorzustellen und die Hirschberger um eine ebensolche Unterstützung zu bitten, wie er selbst sie all die Jahre erfahren durfte. „Genau das zeichnet unseren Ort aus!“, meinte Linneboden, denn: „Einer alleine kann nichts bewegen. Das funktioniert nur, wenn viele mitziehen.“

„Ganz frisch“ waren die Informationen des Ingenieurbüros Klein aus Allagen zur Folgenutzung des Freibadgeländes. Wolfgang Klein rückte in seinem Vortrag den aktuellen Verlauf der Bermecke und eine geplante Renaturierung in den Fokus. Anhand einiger Beispiele aus der Umgebung zeigte er den Besuchern einige mögliche Varianten zurück zu einem mäandrierenden Verlauf der Bermecke auf, die besonders aus ökologischer Sicht sinnvoll sei – und vor allem förderfähig. Niedrige Einstiegshöhen, ein breiterer Flusslauf, niedrige Wasserhöhen und eine einfache Zugänglichkeit könnten das Gelände nicht nur ökologisch wertvoll machen, sondern ihm auch einen Freizeitwert zurückgeben. Verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten mit einem größeren Waldsee – gespeist durch Grundwasser – oder auch mit zwei Gewässern, eins aus ökologischen Gründen, eins zum Spielen/ Baden, seien denkbar. Dabei stammt die Variante mit dem Waldsee aus einer Bachelorarbeit der Technischen Universität Dortmund. Klein erläuterte, dass sowohl eine Option mit Erhaltung des Freibadgebäudes, als auch ohne das Gebäude möglich seien.

„Wenn man es der Bezirksregierung nahelegen kann, dass ein größerer Bereich rund um das Freibadgelände renaturiert wird, ist es denkbar, dass auch Abriss und Entfernung der Betonwanne gefördert werden könnten.“ Ein neu angelegter Rundweg um das gesamte, erweiterte Areal wäre denkbar. „Die Förderung der Bachlaufverlegung und Erneuerung der Durchlässe ist sehr wahrscheinlich“, meinte Klein. „Um alles andere muss man kämpfen.“ Franz Linneboden erinnerte: „Im Haushalt der Stadtwerke sind noch 130 000 Euro für den Rückbau des Freibades vorgesehen.“

Mit einer weiteren Neugestaltung wollen die Hirschberger ein Vorzeigeprojekt schaffen: „Klima trifft Kita“ lautet das Stichwort. Die Fördermittelzusage für den Umbau der Kita Hirschberg sei ein echter Glücksfall für den Ort, meinte Linneboden. In zwei Arbeitsgruppen wurde die Neugestaltung erarbeitet, mit der man ganz neue Wege gehen möchte. Gründach, Garten mit Gemüseanbau, Gymnastik-/Krabbelraum, große Kinderküche, ein „Sauerländer Snoezelraum“, aber auch ein großer, komplett eingerichteter Raum für beispielsweise Weiterbildungsmaßnahmen sind geplant. Richtungsweisend sei beispielsweise der Energielehrpfad auf dem Dach. „Das bedeutet natürlich auch, dass wir da jetzt unter Beobachtung stehen, dass alle Punkte zum Tragen kommen“, sagte Linneboden. Große Befürchtung sei aktuell, dass das Fachwerk stellenweise komplett marode sein könnte. Aus der Versammlung kam der Einwand, dass es wichtig sei, dieses ortsbildprägende Element zu erhalten.

Zum Thema Windkraft im Arnsberger Wald mochte sich Linneboden nicht näher auslassen, wollte den Besuchern aber Fotomontagen mit möglicher Ansicht auf das Bergdorf aus verschiedenen Perspektiven nicht vorenthalten. „Unser Ortsbild würde sich drastisch verändern.“

Den Rahmen der Bürgerversammlung nutzte Stefan Toschinksi, um sich den Hirschbergern näher vorzustellen. Im Stadtrat soll am 8. April seine Wahl zum Ortsvorsteher vollzogen werden. Schon viele Jahre im Hirschberger Vereinsleben aktiv, begann seine politische Karriere erst im vergangenen August als sachkundiger Bürger im Stadtentwicklungsausschuss. Sein Entschluss, dieses Amt antreten zu wollen, sei aber nicht politisch motiviert gewesen: „Es war vielmehr der Wunsch, mich für Hirschberg einzubringen!“ Hirschberg habe unter Ortsvorsteher Franz Linneboden viel erreicht: „Es ist mein Wunsch und Ziel, dass es genauso weitergehen soll“, erklärte Toschinski. „Wir wollen das bürgerschaftliche Engagement hochhalten und vielleicht sogar noch ausbauen.“ Dabei müsse man auch die jungen Leute und Zugezogene möglichst mit einbinden. „Wir haben im Ort viele pfiffige Ideen, viele kluge Köpfe und viele fleißige Hände!“ Mit vielen weiteren laufenden Projekten, wie die Neugestaltung des Schulhofs und eine neue Busschleuse an der Drachenschule, der Planung zu seniorengerechtem Wohnen oder die Anschaffung einer Bühne fürs Dorf, sind die Hirschberger stets rege und bemüht, ihren Ort weiter voranzubringen. Dazu soll auch in diesem Jahr wieder die Sauerlandrundfahrt an der Hirschberger Wand dienen. Den Hirschbergern will Linneboden in der „zweiten Reihe“ weiter erhalten bleiben. „Mir hat es immer Spaß gemacht“, betonte er zum Abschluss. „Es war mir eine Ehre, für Hirschberg aktiv zu sein.“ Mit stehenden Ovationen dankten ihm die Besucher für seinen jahrelangen, unermüdlichen Einsatz im Sinne ihres Heimatortes.

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