Belecke oder Sichtigvor?

Hoffnung auf Förderung nur für ein kleines Bad

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Das Belecker Bad ist in die Jahre gekommen.

Warstein - Eigentlich haben sie bei der Stadt den Status von „Auslaufmodellen“. Solange keine teuren Reparaturen anfallen, sollten die zwei Lehrschwimmbecken in Sichtigvor und Belecke weiterbetrieben werden. Denn schließlich steht als zentrale Einrichtung das vor zwei Jahrzehnten gebaute Allwetterbad bereit. Aus heiterem Himmel tut sich plötzlich die Chance auf, ein Bad zu sanieren. Aber eben nur eines: Belecke oder Sichtigvor?

Das attraktive Förderprogramm des Landes ist für die Stadt nicht neu. Über „Soziale Integration im Quartier“ hat Warstein auch den Zuschlag für die Sanierungsprojekte der Kindertagesstätte in Hirschberg („Klima trifft Kita – Kita trifft Hirschberg“) sowie der Pankratius-Turnhalle in Warstein (“Zentrum für Integration und Sport“) erhalten – mit dem hohen Fördersatz von 90 Prozent. In diesem Jahr ist es nun auch möglich, die Sanierung von Lehrschwimmbädern als „Gemeindebedarfs- und Folgeeinrichtungen der sozialen Integration und des sozialen Zusammenhalts“ anzumelden. Dies sei aber wohl eine „letztmalige Chance“, da eine Fortführung über 2020 hinaus „nicht absehbar ist“, so heißt es in der Vorlage zu den Fachausschuss-Sitzungen, in denen in der nächsten Woche darüber diskutiert wird. Dabei geht die Stadtverwaltung davon aus, dass nur eines der beiden Bäder für das ohnehin stark überzeichnete Förderprogramm angemeldet werden kann. „Die Bezirksregierung hat uns zu verstehen gegeben, dass eine Priorisierung her muss“, sagte Stadtwerkeleiter Matthias Seipel auf Anfrage. „Die Ratsmitglieder müssen entscheiden, welcher Standort die größeren Chancen hat.“ Aus Sicht der Verwaltung stehe es bei der Auswahl „pari pari“. Gewiss sei das Umfeld in Belecke, wo das Bad ins Schulzentrum integriert ist, „etwas städtischer“, während das ein wenig kleinere Sichtigvorer Bad am Feuerwehrgerätehaus eher dörfliche Strukturen aufweise. Eine fachliche Gewichtung vorzunehmen falle der Verwaltung schwer, so Seipel. „Es gibt allenfalls minimale Unterschiede.“ Dabei weiß der Stadtwerke-leiter natürlich, dass es eine schwierige Debatte werden könnte, da es für beide Bäder Interessensgruppen vor Ort gibt, die sich den Erhalt wünschen. Sollte die Stadt ein Bad ins Förderprogamm melden und trotz der großen Konkurrenz den Zuschlag erhalten, sieht er auch für das nicht zum Zuge kommende Bad Zukunftschancen. „Wir hätten dann Luft und könnten das verbleibende Bad länger erhalten“, so Seipel. Mit zwei sanierungsbedürftigen Bädern seien jedoch die Kosten derart immens, dass die Stadt die Sanierung aus eigener Kraft nicht stemmen könnte. Jetzt aber sehe er „eine Chance, die für beide Bäder eine Zukunft bieten könnte."

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