Zweite Zwangsversteigerung Schloss Mülheim

Stadt Warstein verweigert Zuschlag bei 45.000 Euro-Gebot

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Beigeordneter Stefan Redder (l.) und Schlossbesitzer Detlef Gründer.

Warstein/Mülheim - Obwohl das Mindestgebot deutlich übertroffen wurde, ist das Erbbaurecht von Rentei und Nebengebäuden des Schloss Mülheim nicht versteigert worden. Die Stadt ließ das Verfahren vorübergehend einstellen, weil nicht Schlossbesitzer Detlef Gründer der Meistbietende war.

Bei 45.000 Euro war der Zuschlag erteilt. Doppelt so viel wie das Mindestgebot und exakt der Verkehrswert, der im Gutachten für das Erbbaurecht von Rentei und Nebengebäuden des Schloss Mülheim errechnet worden war. 

Und dennoch beantragte Rainer Grote als Rechtsanwalt der Stadt Warstein am Freitag im Amtsgericht umgehend die Einstellung des Zwangsversteigerungsverfahrens. 

Denn der Meistbietende war nicht Detlef Gründer, der bereits das Schloss ersteigert hatte und mit dem die Stadt zusammenarbeiten möchte, sondern Davoud Shahrokhshahi, Mitinhaber der BöSha Technische Produkte GmbH & Co. KG in Rüthen.

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„Es macht aus unserer Sicht nur Sinn, wenn das gesamte Ensemble in eine Hand kommt. Alles andere wäre nicht förderlich für den Erhalt des Denkmals“, begründete Stefan Redder, Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Warstein, die städtische Verweigerung. 

Gründer und Shahrokhshahi hatten sich in den letzten Versteigerungsminuten gegenseitig überboten – ein dritter Bieter war nach Abgabe seines Gebots von 22.000 Euro ausgestiegen. 

Zwangsversteigerungsverfahren vorübergehend eingestellt

Gebote von Gründer von 25.500, 30.500, 35.500 und 40.500 Euro konterte Shahrokhshahi mit deutlichen Steigerungen auf 30000, 35000, 40.000 und 45.000 Euro. Eine Schlusssumme, bei der Schlossbesitzer Gründer ausstieg und Rechtsanwalt Grote umgehend die Notbremse zog.

Durch die Versagung des Zuschlags wird das Zwangsversteigerungsverfahren vorübergehend eingestellt, kann aber auf Betreiben der Stadt als Gläubiger innerhalb von sechs Monaten wieder aufgenommen werden.

Flur-Gespräch mit dem Kontrahenten bleibt ohne Lösung

Bei Stefan Redder herrschte nach dem für ihn unerwartet verlaufenen Vormittag aber keine „Weltuntergangsstimmung“. Er zeigte sich optimistisch, dass Gründer über kurz oder lang den Zuschlag erhalten wird, denn: „Wir haben einen Plan B.“ 

„Das ist eine kleine Hürde, es zieht sich jetzt eben ein bisschen“, teilte Immobilienexperte Detlef Gründer diesen Optimismus. Zwischenzeitlich hatte er sich mit seinem Kontrahenten auf dem Flur besprochen, um zu einer Lösung zu kommen, war dabei aber zu der Erkenntnis gekommen, dass der Motive habe, „die meiner Meinung nach nichts mit diesem Objekt zu tun haben“. 

Davoud Shahrokhshahi, der mit der Stadt Lippstadt im Clinch wegen eines von ihm geplanten Wohn- und Geschäftshaus liegt, habe ihm gegenüber erklärt, dass er bis zu einer Million Euro bieten würde. 

Nicht im Amtsgericht tauchten Joachim Ney, gegen den die Stadt das Verfahren als Inhaber des Erbbaurechts angestrengt hatte, oder Maximilian Wels, Sohn seiner Lebensgefährtin und Liquidator der ehemaligen Neyschen Mainstart UG, auf. Sie hatten im Vorfeld erklärt, dass sie im Falle eines Zuschlags diesem nicht automatisch zustimmen würden, sondern sich Bedenkzeit erbeten.

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