Mehrkosten durch Borkenkäfer

Stadt Warstein steckt Holzerlös in Wegebau

Kahlschlag auf dem Stimm Stamm: Die gefällten Fichten werden abtransportiert.
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Kahlschlag auf dem Stimm Stamm: Die gefällten Fichten werden abtransportiert.

Warstein – Dem Rat wird in seiner Sitzung am Montag, 5. Oktober, 18 Uhr in der Neuen Aula in Belecke, eine Dringlichkeitsentscheidung zur Genehmigung vorgelegt, die Bürgermeister Dr. Thomas Schöne und Ratsmitglied und Forstausschussvorsitzende Andrea Schulte am 10. September gefasst haben. Es geht um überplanmäßige Aufwendungen und Auszahlungen für die Holzaufbearbeitung sowie den Wegebau und Wegeinstandsetzungen in Höhe von 1,16 Millionen Euro, die wegen der Schädigung des Fichtenbestandes durch Borkenkäferbefall notwendig sind. Der Anteil für die Holzernte und die Holzrückung (Transport aus dem Wald) liegt bei 1,07 Millionen Euro. Die Stadt rechnet damit, dass diesen Ausgaben durch den Holzverkauf Einnahmen in Höhe von ca. 1,15 Millionen Euro entgegenstehen werden. Dieses Geld soll als städtischer Anteil in den Forstwirtschaftswegebau fließen, für den auch mit Fördermitteln des Landes gerechnet werden kann.

In der Begründung für die Ratsmitglieder heißt es unter anderem, dass die Borkenkäfer-Großkalamität weiter voranschreitet, auch wenn der Sommer 2020 nicht ganz so heiß und etwas feuchter als die beiden Sommer zuvor gewesen sei: „So konnte sich der Buchdrucker (Borkenkäferart) doch massiv weiter fortpflanzen und ausbreiten. Inzwischen sind auch die höchsten Lagen des Stadtwaldes rund um den Lörmecketurm betroffen.“ Der Markt für Fichtenholz sei extrem schwierig geworden, vor Ort ließen sich nur noch begrenzte Mengen besserer Qualität absetzen. Große Anteile des Stammholzes gingen in den Export, Industrieholz sei fast unverkäuflich und stapele sich entlang der Waldwege. Dabei wird laut Verwaltung die Aufarbeitung bislang so gesteuert, dass trotz der nicht verkäuflichen Anteile „insgesamt gerade noch ein positives Ergebnis bleibt“.

Insgesamt würden in diesem Jahr über 100 000 Festmeter Holz aufgearbeitet. Das sei mehr als das Dreifache des Normaleinschlages eines Jahres, bezogen auf den regulären Nadelholzeinschlag sei es die vierfache Menge. Bei der Kalkulation der Haushaltsmittel für das Jahr 2020 sei unterstellt worden, dass bestimmte Anteile der Holzmenge in „Selbstwerbung“ verkauft werden könnten: Das heißt, der Käufer erwirbt die stehenden Stämme, die er auf eigene Rechnung aufarbeitet und der Stadt am Ende einen kleinen Betrag auszahlt. Weil aber der Holzanteil mehr geworden ist, der ab Waldstraße (also bereits aufbereitet) verkauft wird, muss die Stadt Warstein die Holzernte selbst finanzieren. Deshalb erzielt sie einen etwas besseren Erlös. Doch die Aufarbeitung des Holzes soll nur solange erfolgen, wie es noch wirtschaftlich ist. In der Regel soll das Holz nur geerntet werden, wenn bereits ein Käufer feststeht.

Durch den Abtransport der riesigen Holzmengen werden laut Verwaltungsvorlage die Forstwirtschaftswege extrem belastet, was wiederum zu Mehraufwendungen beim Wegebau im Stadtwald führt. Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt aktuell 50 Prozent der Kosten für die Beseitigung der Wegeschäden. Aber nur, wenn sie in der Großkalamität begründet sind. Weil nicht klar ist, wie viele Fördermittel in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen, will die Stadt Warstein ihre Eigenmittel in diesem Jahr erhöhen, um so möglichst viele Wege im Herbst 2020 instand zu setzen. Deshalb wurde per Dringlichkeitsentscheidung beschlossen, für den Wegebau zusätzlich 90 000 Euro auszugeben.

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