Anmeldung fürs Förderprogramm

Belecker Schwimmbad erhält Sanierungs-Chance

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Zwei Ausschüsse, zwei Abstimmungen und bis auf zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung votierten alle Mitglieder für Belecke.

Warstein – Die Chancen sind gering, aber sie sind nicht bei null. Die Stadt Warstein will den Versuch starten, aus dem Landesprogramm „Soziale Infrastruktur im Quartier“ einen 90-Prozent-Zuschuss für die Sanierung eines der beiden kleinen Schwimmbäder im Stadtgebiet zu bekommen. Bei zwei Gegenstimmen gaben Betriebsausschuss und Bildungsausschuss gestern Abend dem Lehrschwimmbecken am Schulzentrum in Belecke den Vorzug vor dem ebenfalls stark sanierungsbedürftigen Bad in Sichtigvor.

Schon im Vorfeld hatte die Entscheidung im politischen Raum für viele Diskussionen gesorgt. Die Mitglieder eines Arbeitskreises schauten sich beide Bäder an. Dabei war man sich einig, dass beide Bäder eigentlich eine „Vollsanierung“ benötigen. Die Verwaltung schätzte die Kosten nur sehr grob auf jeweils drei Millionen Euro ein. „Das Sichtigvorer Bad ist schon fast eine Sauna geworden“, schilderte Peter Linnemann (CDU) gestern abend. Um nun zu einer eindeutigen Entscheidung zu kommen, die vom Rat in seiner Sitzung am Montag dann endgültig auf den Weg gebracht werden kann, legten der Betriebsausschuss seine 20. Sitzung und der Ausschuss für Bildung, Sport und Soziales seine 25. Sitzung gestern im Feuerwehrhaus zusammen und tagten erstmals gemeinsam. Die Sprecher aller Fraktionen sprachen sich dafür aus, das Belecker Schwimmbad ins Rennen um die Fördermittel zu schicken. „Wir sollten den Antrag für das Belecker Hallenbad stellen“, sagte Dirk Störmann für die CDU-Fraktion. Aber Ziel solle in jedem Fall sein, beide Bäder weiter zu betreiben. „Wegen des Schulzentrums könnte Belecke vielleicht erfolgreicher sein“, meinte für die Bürgergemeinschaft Lothar Bräutigam. Er versprach: „Wir werden uns aber auch um das Sichtigvorer Bad kümmern.“ Für die WAL stimmte Sascha Clasen zu. „Belecke hat die größten Erfolgsaussichten.“ Unterschiedliche Auffassungen gab es in der SPD-Fraktion, wenngleich SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Schauten für seine Fraktion auch für Belecke votierte – verbunden mit der Bitte, das Sichtigvorer Bad nicht aus den Augen zu lassen. Seine Fraktionskollegin Heike Kruse, gleichzeitig Ortsvorsteherin von Sichtigvor, stimmte gegen Belecke genau wie Karl Jacobs, der dem Betriebsausschuss als Sachkundiger Bürger angehört. Die Diskussion um die Auswahl eines der beiden Bäder „hat leider wieder dazu beigetragen, das Kirchturmsdenken zu entlocken“, sagte sie. Sie übte Kritik an der Verwaltung. „Nach der ersten Vorlage war schon klar, welches Bad favorisiert wird“, sagte sie. Ihr sei schon klar, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht beide Bäder saniert werden könnten. „Ich bin traurig, dass das Sichtigvorer Bad hinten ansteht.“ Trotz ihrer Kritik lobte sie die Vorbereitung der Entscheidung. „Die Verwaltung hat gute Arbeit gemacht.“ Weil Warstein aus dem Förderprogramm bereits zwei Projekte finanziert bekommt und zudem bereits eine Überzeichnung vorliegt, sieht die Stadt die Chancen als gering an. Aber es gebe eben Chancen, so Matthias Seipel. „Wir müssen es versuchen!“

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