„Sich allein der Faszination der Farben hingeben“

Gute Laune herrschte am Wochenende beim Malworkshop mit Marita Mues im Haus Kupferhammer.

Warstein -  Milde blickt der barocke Engel im Haus Kupferhammer dem Besucher entgegen. Wachend steht er vor dem Eingang zum Seminarraum für den mittlerweile siebten Mal-Workshop von Marita Mues. Aus dem Inneren sind nicht nur fröhliche Popklänge zu hören, sondern auch glockenhelles Lachen aus vielen weiblichen Kehlen. Während das Entree von wenigen, durch die kleinen östlich gelegenen Fenster in Szene gesetzten, goldenen oder weiß-marmornen Akzente abgesehen, fast im Dunkeln da liegt, wird das Auge beim Überschreiten der Schwelle zum Seminarraum nahezu geblendet...

Nicht nur dass die Nachmittagssonne durch den üppig verglasten Westflügel strahlt – Lapislazuli, Malachit, Zinnober und Ocker aus den Steinbrüchen des Roussillon in Pulverform und später als Farbe angerührt tauchen den Raum in ein leuchtendes Kaleidoskop jedweder Couleur. „Zauber – Magie – Farbe“ hat die Suttroper Künstlerin Marita Mues ihre diesjährigen beiden Seminare im „Spirit“ des altehrwürdigen Gebäudes überschrieben. Der erste dreitägige Workshop fand am vergangenen Wochenende statt und eine der Teilnehmerinnen war Mechthild Mahnke. Die Beleckerin hatte sich im Rahmen der 40-Dinge-Aktion des Warsteiner Anzeigers den Malkurs als Preis erwählt.

Unter den Teilnehmerinnen zählte die Beleckerin zu den Anfängerinnen. „Als meine Kinder klein waren, hab ich mal mit Seidenmalerei begonnen und später auch mal mit Aquarell- und Acrylfarben experimentiert. Jetzt hab ich leider kaum Zeit mehr dieses Hobby zu vertiefen“, freute sie sich um so mehr, „mich drei Tage am Stück mit der Malerei zu beschäftigen“.

Bereits die erste Übung. eine toskanische Landschaft, aufs Aquarellpapier zu bringen, dabei jedoch möglichst „vom rein Gegenständlichen weg zu kommen und sich allein der Faszination der Farben hinzugeben“ stellte sich nicht ganz leicht für die Kursteilnehmerin dar. Kurs-„Schwester“ Elke Ibing war da einen Schritt weiter und interpretierte ihre Toskana als pastellfarbenen Stiefmütterchenstrauß.

In den weiteren Bildern kam dann Acryl zum Einsatz. Im Mixed-Media-Verfahren flossen im weiteren Verlauf des Seminars viele verschiedene Materialien, wie Marmor- oder Steinmehl, Titan und Champagnerkreide ein. Wichtig etwa, um einem Motiv Tiefe zu geben oder aber es „zum Leuchten zu bringen“. Das zu lernen war Mechthild Mahnke besonders wichtig. Denn: „Ich liebe die Sonne. Mein Leben ist gelb.“

Für Mues kein schlechter Ansatz, hat sich die Kursleiterin doch auch für ihr eigenes Schaffen zum Anspruch gemacht, in ihrem Werken „Perspektiven für eine hellere Welt“ zu schaffen.

Bereits nach den ersten Pinselstrichen der Kursgewinnerin hatte Mues den Farb-Favorit Mahnkes erkannt: „In jeder Farbe ist eine Seele und jeder Mensch trägt seine Farbe in sich. Mechthild Mahnke hat eine sehr ruhige Art, setzt aber gern Akzente und ist in der Gruppe super integriert, sie mag Erdtöne und ist damit der typische Gelb-Ocker-Braun-Mensch.“

Dass jeder Teilnehmer sich mit den Farben auseinandersetzt und für sich erkennt, welche er bevorzugt und „in seinem Innern trägt“ hat Marita Mues zur Grundlage ihres Workshops gemacht und unterstützt alle dabei die eigene individuelle Kreativität zu finden und auszudrücken.

Nach den ersten Ergebnissen staunt nicht nur Mechthild Mahnke: „Es ist unglaublich interessant, wie unterschiedlich die gleiche Vorgabe umgesetzt wird.“

Auf den Leinwänden werden jetzt Kalksteinpigmente auf blau-grüne Flächen aufgetragen. Die Farbstrukturen brechen. Ein „Wow“-Effekt. Nicht nur für die Kursteilnehmer. „Es ist immer wieder schön für mich zu sehen, welche Reaktionen hervorgerufen werden, wenn Materialien Bilder verändern oder Pigmente beim Auftragen regelrecht explodieren.“

Vor allem Mechthild Mahnke freut sich an den weißen, rauen Strukturen auf ihrem Meer in Blaugrün. „Dieses Blau ist nicht meine Farbe“, urteilt sie als „Gelbtyp“ und kann es kaum erwarten bis die Oberfläche getrocknet ist und auf dem Teich die Seerosen erblühen können – natürlich in strahlenden Gelbtönen!

Die entstandenen Bilder wurden am Sonntag im Rahmen einer Ausstellungseröffnung dem interessierten Publikum gezeigt und können in den Räumen des Erdgeschosses im Haus Kupferhammer noch weitere 14 Tage besichtigt werden.

Hinzu kommen in der kommenden Woche die Exponate des zweiten Workshops, der am nächsten Wochenende startet und ebenfalls voll belegt ist. -  lm

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