Seniorentag  in Warstein-Hirschberg 

Karneval ein wenig vorgezogen 

Hirschberg – Eigentlich ist es ja noch ein bisschen früh für den Hirschberger Karnevalsschlachtruf, doch beim Seniorentag der Schützenbruderschaft am Feiertag schmetterten die rund 150 Gäste ihr „Drache siup“ schon mit wachsender Begeisterung.

Den Ausbruch närrischen Frohsinns hatten die süßen Milch-Schokoriegel der Kindergarde ausgelöst. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken eröffneten sie die traditionelle Veranstaltung mit dem Schautanz „Schoki und Milchi“.

 „Das ist doch schon eine kräftige Rakete wert“, fand Ernst Adams. Zum Dank zeichnete er den tanzenden Nachwuchs mit dem großen Haribo-Tütenorden aus. Trotz gelegentlich weg brechender Stimme hatte es sich der Oberst nicht nehmen lassen, durchs unterhaltsame Programm zu führen. Die Ursache für die rauen Krächzlaute aus seinem Mund analysierte Bauchredner Ette (Egbert Brede): „Ja, ja, der Adams, gestern noch granatenvoll und heute keine Stimme mehr.“ 

Während der Stargast aus Lippetal seine Puppe Lilly augenzwinkernd gegen den ersten Schützenbruder des Ortes wettern ließ, wurde ein anderer Gast mit Komplimenten geradezu überschüttet: „Ach Fränzchen, siehst du heute wieder gut aus“, himmelte Lilly Franz Linneboden an. Der amtierende Schützenkönig habe ja Zähne wie Sterne: „Die kommen nachts raus.“ 

Ihr Fett weg kriegten hingegen die Vorstandsmitglieder, die den Thekendienst übernommen hatten. Sie lauschten, wie alle Anwesenden, faszinierte dem humorvollen Vortrag. „Soll ich euch mal sagen, wie ihr den doppelten Umsatz machen könntet?“, fragte Lilly, die Augen in Richtung Theke rollend und lieferte die Antwort gleich nach: „Wenn ihr euch bewegen würdet!“ 

Kaum hatte die freche Handpuppe die Männer in den grünen T-Shirts so richtig aufgemischt, lud sie ihre Zuhörer zum Sprachunterricht ein: „Was heißt denn auf Englisch „give me a kiss“?“ Die Übersetzung à la Lilly: „Hol dir dein Kissen doch selber!“ 

Das Publikum konnte von den Späßen des Duos gar nicht genug bekommen. Als Lilly schließlich in der Kiste verschwinden musste und Ette zwei Gäste aus dem Zuschauerraum als Mitstreiter rekrutierte, regnete es Applaus. Mit selbigem überschüttet wurde auch die Musikkapelle Hirschberg, die wieder einmal ehrenamtlich zum Seniorentag angetreten war. 

Als „alten Bekannten mit einer besonderen Ader zum Schützenwesen“ begrüßte Ernst Adam mit Günther Risse aus Suttrop ein weiteres Büttenass. Unter anderem begeisterte er die Senioren mit dem Versuch, Goethes „Erlkönig“ auf Hirschberger Verhältnisse zu übertragen: „Wer reitet so spät zur Schützenhalle bei diesem Gewitter – es ist der Vater der holt noch ‘n Liter.“ 

Auf die Frage, ob Adam eine Schwiegermutter gehabt habe, wussten die Anwesenden keine Antwort. Sie konnten aber aufgeklärt werden: „Er hatte keine, schließlich lebte er im Paradies.“ So begeistert die Spaßmacher auch gefeiert wurden, die eigentlichen Hauptpersonen des Abends waren nach den Worten von Ernst Adams die anwesenden Senioren. 

Die betagtesten unter ihnen besonders zu begrüßen, sei ihm Jahr für Jahr eine große Freude. Weil der 97-jährige Franz Schrage als Alterspräsident schon sehr oft ausgezeichnet wurde, bekam Herbert Lange (89) ein kleines Geschenk überreicht. Als älteste Teilnehmerin ehrte der Oberst Irmgard Mestermann. Abschließend lud er die Gäste ein den Tag zu den Klängen der Musikkapelle bei kühlen Getränken und guten Gesprächen ausklingen zu lassen.

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