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Schützenfeste 2022 in Warstein: So planen die Vereine aktuell ihre Feste

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Von: Jens Hippe, Alexander Lange

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Beim bislang letzten regulären Vogelschießen, 2019 in Sichtigvor, machte sich Lukas Schellewald zum König.
Beim bislang letzten regulären Vogelschießen, 2019 in Sichtigvor, machte sich Lukas Schellewald zum König. © Teichmann, Peter

2019 wurden die letzten Holzvögel, abgesehen vom Jubiläumsschützenfest in Waldhausen, abgeschossen. Kehren in diesem Jahr die Schützen zurück auf die Straße? Wie weit die Planungen sind und warum das Bier wahrscheinlich teurer wird.

Warstein – Die Corona-Durststrecke für die heimischen Schützen könnte in diesem Jahr endlich ein Ende haben. Die Chancen stehen gut, dass nach 2019 in diesem Jahr wieder zu weißer Hose, Schützenhut und Gewehr gegriffen werden kann. Die Planungen laufen, wenn auch mit kleinen Einschränkungen.

St. Hubertus Schützenbruderschaft Suttrop

In Suttrop wird traditionell an Christi Himmelfahrt (26. bis 28. Mai) Schützenfest gefeiert, das erste Fest im Warsteiner Schützenfestkalender. „Wir sind voll in den Planungen“, ist Mark Risse, 1. Vorsitzender der St. Hubertus-Schützen guter Dinge, dass in Suttrop nach langer Pause die Schützenfestsaison 2022 eingeläutet werden kann. Allerdings behalte man dabei die aktuellen Corona-Entwicklung im Auge: „Wir schielen da auch auf die nächste Entscheidung auf Landesebene, da ist ja der 20. März so der nächste Knackpunkt“, erklärt Risse. „Großes Thema“ in Schützenkreisen, so der 1. Vorsitzende, sei der Bierpreis. „Bei der Stadtverbandssitzung im November waren wir uns darüber einig, dass es eine Erhöhung geben muss“, sagt Risse, der darauf verweist, „dass der Getränkeverkauf unsere einzige Einnahmequelle ist“.

Schützenbruderschaft St. Antonius Waldhausen

Waldhausen will feiern, das macht Oberst Dietmar Beele klar: „Wir werden das im Vorstand im Detail besprechen, aber wir gehen alle davon aus, dass wir feiern werden. Auch dann, wenn strenge Corona-Regelungen wie beim Jubiläumsschützenfest 2021 gelten.“ Termin für das Schützenfest in Waldhausen ist der 27. bis 29. Mai: „Die Planungen sind in vollem Gange.“

Bürgerschützengesellschaft Warstein

Vom 4. bis 6. Juni, am Pfingstwochenende, wird in Warstein Schützenfest gefeiert. Davon ist Niki Kraft, neuer erster Vorsitzender der Bürgerschützengesellschaft, überzeugt: „Die Planungen laufen dahin, dass wir normal feiern können. Aber wir wissen jetzt ja auch noch nicht, wie die Auflagen an Pfingsten sein werden.“ Vorsichtshalber habe er bereits mit dem DRK Ortsverein gesprochen, die würden, falls nötig, eine Teststation an der Sauerlandhalle aufbauen. Wirtschaftlich sei es „total wichtig“, dass wieder gefeiert werde. Auch, weil die fehlenden Mieteinnahmen der Sauerlandhalle in den vergangenen Corona-Jahren „eine Katastrophe“ gewesen seien, so Kraft: „Die Corona-Soforthilfen waren eine Unterstützung, konnten das Loch aber natürlich nicht stopfen.“

Ein großes Fragezeichen stehe auch noch hinter dem Bierpreis auf dem Schützenfest: „2019 lag er noch bei 1,40 Euro, danach wurde er erhöht, jetzt zum zweiten Mal. Noch steht nicht fest, wo er landen wird, das Bier wird aber definitiv teurer.“

St. Sebastianus Junggesellenschützen Warstein

Timo Risse, der bei der kommenden Generalversammlung der Junggesellenschützen für das Amt des Hauptmanns kandidieren wird, aktuell noch das des Stellvertreters bekleidet, geht von einem „relativ normalen Schützenfest“ an Pfingsten aus: „Wir steigen jetzt in die Planungen ein. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass es so ganz ohne Auflagen gehen wird.“

Schützenbruderschaft Hirschberg

„Ja ich glaube schon, dass sich unser Königspaar freut, wenn ein Nachfolger auserkoren wird“, sagt Markus Kairies, Oberst der Hirschberger Schützenbruderschaft, lachend: „Wir planen aktuell mit einem ganz normalen Schützenfest.“ Das wird wieder vom 4. bis 6. Juni, also über die Pfingsttage, stattfinden. Gemeinsam mit der Warsteiner Brauerei habe es verschiedene Schützen-Konferenzen gegeben, aber auch was beispielsweise das Spülen von Gläsern angehe, rechne man mit keinen größeren Extra-Corona-Auflagen. Lediglich für das Glas Bier werden die Schützen und Festbesucher wohl tiefer in die Tasche greifen müssen: „Wir sind da in Gesprächen, aber da kommt schon einiges zusammen.“ Als Verein sei man an sich aber gut aufgestellt und habe dementsprechend die Pandemie „gut überstanden“, so Kairies.

St. Johannes Schützenbruderschaft 1749 Niederbergheim

Das Jubiläumsschützenfest 2021 in Waldhausen sei ein gutes Beispiel gewesen, dass Schützenfest auch unter Corona-Auflagen gefeiert werden könne, sagt Björn Besting, Oberst aus Niederbergheim: „Wir sind grundsätzlich optimistisch, dass wir in diesem Jahr auch wieder Schützenfest feiern. Ob Umzüge oder Zuschauer an den Straßen dann erlaubt sind, ob wir drei Tage oder eventuell weniger feiern, ob wir das Gelände möglicherweise absperren müssen und kontrollieren müssen, das ist noch die große Unbekannte.“ Und die andere Frage, die sich Besting stellt: „Wie groß wird die Bereitschaft innerhalb der Bevölkerung aber auch unter den Schützen sein, wieder Schützenfest zu feiern?“ Es könne sein, dass nach der Schützenfestpause die Feste schwächer besucht werden als zuvor, sagt Besting: „Es gibt viele Faktoren, deshalb planen wir auch in alle Richtungen.“

Die Bruderschaft habe daher auch keine Verträge abgeschlossen, aus denen man im Falle einer Festabsage nicht mehr herauskomme: „Aber wir glauben schon, dass das Schützenfest wieder stattfinden wird.“ Termin dafür wird der 17. bis 19. Juni sein.

Schützenbruderschaft St. Peter und Paul Mülheim

„Alle brennen auf Schützenfest und haben Lust“, macht Mülheims Oberst Jörg Rhoden deutlich. Vom 25. bis 27. Juni sollen die Schützen wieder durch Mülheim ziehen: „Die Auflagen sind aktuell noch vollkommen unklar. Wir glauben, dass es mehr oder weniger ohne Corona-Auflagen stattfinden könnte, bereiten uns aber auch darauf vor, relativ schnell Kontrollen für zum Beispiel 2G- oder 3G-Regeln einzurichten.“ Zudem werde es, sofern es denn stattfindet, einige Änderungen auf dem Schützenfest geben, unter anderem gibt es eine neue Festband für die drei Abende: „Eine Überraschung gibt es für die Dorfbewohner im Kirchspiel auch, aber da wollen wir noch nicht zu viel verraten.“

Verhandlungen laufen aktuell bezüglich des Bierpreises, der sei in den vergangenen Wochen „in Schwindel erregende Höhen“ gestiegen, so Rhoden: „Wir hoffen, dass wir ihn um etwa 1,50 Euro pro Glas auf dem Schützenfest halten können.“

Schützenbruderschaft St. Sebastianus Allagen

„Wir hoffen, dass alles wie ein ganz normales Schützenfest laufen wird“, sagt Hubertus Struchholz, Oberst der Allagener St. Sebastianus-Schützen: „Die letzte Gewissheit werden wir aber wahrscheinlich erst kurz vorher haben, ob es Auflagen in irgendeiner Art und Weise geben wird.“Als Vorstand sei man aber optimistisch, dass Schützenfest stattfinden werde – „und am liebsten natürlich ohne Auflagen, denn beispielsweise Kontrolleure, die am Eingang Tests- oder Impfnachweise nachsehen müssen, würden auf die Kosten drücken“. Sofern das Schützenfest in Allagen in diesem Jahr stattfinden würde, wäre es auch ein Vorgeschmack auf das kommende Jahr. Dann wird die Schützenbruderschaft 200 Jahre alt und will zudem das Kreisschützenfest im Herbst 2023 ausrichten, erklärt Struchholz. Darüber werde dann aber die Kreisversammlung entscheiden.

Bürgerschützengesellschaft Belecke/Möhne

Rüdiger Schulte rechnet fest mit dem Ende der bisherigen Schützenfestpause. „Wir gehen davon aus, dass wir feiern, aber wahrscheinlich mit Einschränkungen“, erklärt der Oberst der Belecker Bürgerschützengesellschaft. Wie diese Einschränkungen für das Fest, das vom 16. bis 18. Juli gefeiert werden soll, aussehen werden, könne man jetzt natürlich noch nicht sagen. In jedem Fall rechnet Rüdiger Schulte aber mit einer Kostensteigerung – nicht nur für das Bier, sondern auch für Corona- und Hygienemaßnahmen, die durchgeführt werden müssen: „Das ist ein Thema, über das wir bei der nächsten Versammlung reden müssen.“

Schützenbruderschaft St. Georg 1833 Sichtigvor

Wie schon in 2020, als das Schützenfest dann der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, laufen aktuell die Planungen für „ein ganz normales Schützenfest“, erklärt Sichtigvors Oberst Dennix Marx. Zwar habe man den Festtermin vom 30. Juli bis 1. August unter anderem bei Security-Diensten für mögliche Kontrollen vorgemerkt, wolle aber jetzt „noch keine Pferde scheu machen“, so Marx. Auch der Festablauf solle wie in Vor-Corona-Jahren bleiben.

Im Gegensatz zu anderen Vereinen wurden die Sichtigvorer aus finanzieller Sicht nicht so stark von der Pandemie getroffen: „Da das Haus Teiplaß städtisch ist und wir nur Pächter sind, haben wir nicht unter fehlenden Mieteinnahmen leiden müssen. Uns geht es glücklicherweise weiterhin gut.“

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