Schnelle Glasfaser für Allagen, Hirschberg, Haus Widey und Oberbergheim?

Das sind die Gebiete in der Stadt Warstein, die eine Breitband-Versorgung mit weniger als 30 Mbit/s haben und damit förderfähig sind.

Warstein - Schnelles Internet ist in der digitalen Welt ein wichtiger Bestandteil einer attraktiven Infrastruktur. Doch in vielen Ecken im Kreis Soest, auch in der Stadt Warstein hapert es daran. Um diese Lücken in der Versorgung mit schnellen Datenleitungen zu schließen, ist seit April 2015 Christoph Hellmann als Breitbandkoordinator für den Kreis Soest im Amt. Im Ausschuss für Stadtentwicklung präsentierte er jetzt den aktuellen Stand und die mögliche Verwendung der 30 Millionen Euro Fördermittel.

„Das ist ein Thema, das die Menschen bewegt“, so Ausschussvorsitzender Hubertus Jesse. Um so größer sei daher die Freude, „dass es mal nach vorne geht“. Wie es weiter und vor allem voran geht, das berichtete Christoph Hellmann den Ausschussmitgliedern und Zuhörern im Feuerwehrgerätehaus in Warstein. „Wir sind so langsam auf der Zielgeraden“, so der Breitbandfachmann, der zuletzt im April 2016 in Warstein vorm Ausschuss referiert hatte. Damals war das schnelle Internet noch in weiter Ferne, inzwischen aber liegt ein Förderbescheid von Bund und Land vor. „Wir haben 30 Millionen Euro zur Verfügung, um förderfähige Flächen auszubauen“, so Hellmann. Dabei legt er viel Wert auf einen zukunftssicheren Ausbau, sprich „Glasfaser bis ins Haus“ und das auch „ohne Volumen- oder Mengenbegrenzung“. „Ich habe eine Kupfer-Allergie“ erläuterte er mit einem Schmunzeln, warum er so vehement statt alter Kabel die neue Technik einfordert.

Als Breitbandkoordinator laufen bei Christoph Hellmann alle Fäden, alle Leitungen, zusammen, er kümmert sich für alle 14 Städte und Gemeinden im Kreisgebiet um die Verbesserung der Versorgung. „Ich helfe euch“, machte er mit Blick auf die Politiker, Stadtvertreter und Bürger deutlich. Seiner Erfahrung nach sei „der Markt groß genug, um Investoren in die Region zu holen“.

Für alle Städte und Gemeinden analysierte er die Internetversorgung, immer mit Blick auf die Grenze von weniger als 30 Mbit/s, denn nur dann ist solch ein Projekt förderfähig, um am Ende mindestens 50 Mbit/s zu erzielen. Für Warstein sei das „alles, was unitymedia und Telekom nicht gemacht haben“, wie er im Ausschuss erklärte und mit einer per Beamer an die Wand geworfenen Karte zeigte: die Gewerbelagen Belecker Landstraße zwischen Warstein und Belecke, der Enkerbruch in Warstein, der Industriepark Warstein-Belecke sowie die „Ortslagen“ Allagen, rund ums Haus Widey im Süden Warsteins, Hirschberg sowie Oberbergheim. „Zu diesen Flächen wird Glas gelegt“, kündigte Christoph Hellmann an. Die Finanzierung stehe, derzeit laufe die europaweite Ausschreibung. „Im November folgt die Entscheidung, wer das ist.“ Dann könne er auch konkreter beantworten, wann es beispielsweise in Allagen losgehe. Weiterer Vorteil einer solchen Ausschreibung: „Wir haben dann einen dritten Anbieter, wir schaffen einen neuen Markt.“

Ob auch das Möhnetal von der Förderung profitieren könne, wollte Manfred Weretecki (Linke) wissen. Dazu gab es ein klares Nein, denn aufgrund der bestehenden Versorgung des Anbieters sewikom liege man über der Fördergrenze von 30 Mbit/s. Auf Nachfrage von Bodo Schmidt (CDU) hatte Hellmann aber noch ein mögliches Ass im Ärmel, denn er wisse, dass viele mit dem Angebot im Möhnetal unzufrieden seien: „Allagen darf ich fördern“, so sein Hinweis. Und gebe es eine „privatwirtschaftliche Nachfragebündelung“ – „mindestens 40 Prozent müssten Vorverträge abschließen“ – dann würden die Firmen meist auch „den Nachbarort gleich mitmachen“...

Der aktuelle Stand des Breitbandausbaus kann auf der Kreis-Homepage www.kreis-soest.de/breitband verfolgt werden.

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