Überraschung beim Verkündungstermin: Detlef Gründers Sohn ersteigert Grundstück

Schloss Mülheim in Familienhand

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Alles in einer Hand: Schloss Mülheim und Grundstück.

Warstein – Davoud Shahrokhshahi machte gar nicht erst den Versuch, seine Wut zu unterdrücken: „Ich werde die Entscheidung anfechten. Sie stinkt zum Himmel!“ Wenige Minuten zuvor war der Versteigerungstermin der Grundstücke rund um das Schloss Mülheim beendet worden mit dem Beschluss, dass der Zuschlag nur für das Hauptgrundstück erteilt wurde. Der Zuschlag für fünf weitere Grundstücke, zu denen auch die Mauer zählt, wurde versagt.

Was dem Geschäftsmann aus Lippstadt ordentlich stank, sorgte auf Seiten der Stadt Warstein und des Investors Detlef Gründer für Erleichterung. Denn das Verfahren war damit genau so abgeschlossen worden, wie Stadtkämmerer Stefan Redder es zu Beginn des Verkündungstermins beantragt hatte. Die Forderungen der Stadt als Hauptgläubigerin sind mit dem zu zahlenden Preis von 40 400 Euro erfüllt – neuer Besitzer wird, wenn der Beschluss rechtskräftig werden sollte, Benedikt Tönjes aus Lippstadt. Der junge Mann hatte im Versteigerungstermin vor genau einer Woche das Gebot abgegeben, zudem hatte er auf eines der anderen fünf Grundstücke geboten. An den anderen vier hatte Detlef Gründer als Privatmann und als Geschäftsführer der Dranghausen 5 UG Interesse gezeigt. Und Davoud Shahrokhshahi wiederum hatte für das Gesamtpaket aus allen sechs Grundstücken 52 000 Euro geboten – mit dem Antrag der Stadt und dem Zuschlag für das Hauptgrundstück war es hinfällig.

„Wenn der Beschluss rechtskräftig ist, dann kann es mit dem Schloss jetzt richtig losgehen“, freute sich Stadtkämmerer Redder – obwohl Detlef Gründer zwar mit der Gründer und Tönjes GmbH Inhaber des Erbbaurechts für das Schloss ist und Benedikt Tönjes Besitzer des Grundstückes wird. „Er ist mein Sohn“, erklärte Gründer. „Schloss und Grundstück sind jetzt in der Hand unserer Familie.“ Ein verblüffender Fakt, nachdem es im Zwangsversteigerungstermin noch ausgesehen hatte, als ob ein Zwist zwischen Gründer und Tönjes herrschte und der 22-Jährige nur bieten würde, um Detlef Gründer eins auszuwischen. Davon war wohl auch Davoud Shahrokhshahi ausgegangen, der die Blutsbande nach der Sitzung zornig beim Namen nannte. Sie waren ihm zuvor nicht bekannt gewesen. Er fühlte sich ausgetrickst und will von seinem Einspruchsrecht Gebrauch machen.

Für die Gründer und Tönjes GmbH kann die neue Situation bedeuten, dass jetzt Fördermittel bei den zuständigen Stellen von Bund und Land gestellt werden können, um das Schloss zum Wohngebäude mit zwölf Wohnungen umzubauen, wie es Architekt Lohmann in seiner Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt vorgeschlagen hat. Vorbereitende Gespräche mit den Behörden wurden bereits geführt. Die gestern nicht versteigerten Grundstücke bleiben im Besitz der Mainstart UG von Joachim Ney aus Wadersloh. Deren Liquidator Maximilian Wels hatte für den gestrigen Verkündungstermin noch Ansprüche in Höhe von gut 4 000 Euro angemeldet. Der Antrag wurde aber abgelehnt, weil er dazu gar nicht berechtigt war. Die Forderung hätte höchstens der Insolvenzverwalter für die Mainstart UG stellen können.

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