Gründer und Tönnies GmbH aus Rheda-Wiedenbrück gab Gebot im Zwangsversteigerungstermin

Schloss Mülheim für 40 200 Euro ersteigert

+
Detlef Gründer (l.) im Gespräch mit Kämmerer Stefan Redder und Anwalt Rainer Grote.

Warstein - Detlef Gründer, Geschäftsführer der Gründer und Tönnies GmbH in Rheda-Wiedenbrück, hat gestern um 10.42 Uhr 40 200 Euro für das Erbbaurecht am Schloss Mülheim im Zwangsversteigerungstermin am Amtsgericht Warstein geboten. Das sind fünf Zehntel des Verkehrswertes von 80 400 Euro, und Stadtkämmerer Stefan Redder als Vertreter der Stadt Warstein, die das Verfahren gegen Joachim Ney als Inhaber des Erbaurechts angestrengt hatte, stimmte dem Gebot zu.

Das Erbbaurecht selbst gehört der Mainstart UG in Wadersloh, die bis zum Verkündungstermin am 14. Januar am Amtsgericht Warstein zustimmen oder ablehnen muss. Äußert sich die Unternehmergesellschaft nicht (Geschäftsführer ist der Sohn von Joachim Neys Lebensgefährtin), dann kann die Stadt die Zustimmung einklagen. Was auch geschehen würde, wie Stefan Redder gestern sagte: „Der Weg ist noch nicht zu Ende.“ Das weiß auch Detlef Gründer, der aber feststellte: „Die Würfel sind eigentlich gefallen.“ Er geht davon aus, dass sein Unternehmen auch die beiden anderen noch zur Zwangsversteigerung anstehenden zum Schloss gehörenden Flächen und Immobilien erwerben wird, also Randgrundstücke und die Nebengebäude Rentei und Torhaus. Er kennt die Machbarkeitsstudie des Architekten Lohmann aus Brilon, der den Umbau zu Wohnungen vorsieht, und kennt das Kloster auch von innen. So weiß er auch vom Pilzbefall in einigen Räumen. Und von Denkmalschutz-Auflagen. „Eine Nutzung als Wohnraum bietet sich natürlich an“, sagt auch Detlef Gründer, der von einem „siebenstelligen Investitionsvolumen“ ausgeht: „Der Kaufpreis ist wohl der geringste Betrag.“

Im Gespräch mit unserer Zeitung machte der Diplom-Kaufmann die Ernsthaftigkeit seiner Absichten deutlich. Die GmbH sei seit 30 Jahren darauf spezialisiert „Immobilien in notleidenden Situationen“ zu ersteigern und zu vermarkten. So habe man vor etwa zehn Jahren auch das Kunal-Werk an der Möhnestraße in Sichtweite des Schlosses erworben und weiterveräußert. „Weil wir einige Immobilien im Möhnetal haben, kenne ich das Schloss natürlich und auch die Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und Ney.“

Der war nicht im Gerichtssaal, und erkennbar auch niemand aus seinem Umfeld. Ein gutes Dutzend Interessierter hatte sich eingefunden, darunter auch Nachbarn des Schlosses. Sie verfolgten die Ausführungen der Rechtspflegerin, die die komplizierten Verflechtungen und die Versteigerungsmodalitäten erläuterte. Um 10.22 Uhr eröffnete sie die eine halbe Stunde dauernde Bietphase, in der als Mindestgebot 11 758,50 Euro verlangt wurden – so hoch sind bislang die Gerichtskosten in diesem Verfahren. Da die Stadt aber Grundsteuern und Reparaturkosten in Höhe von 39 461,12 Euro von Joachim Ney verlangt, betrug die tatsächliche Forderung eben 40 200 Euro. Dafür bekommt der Erwerber ein lastenfreies Grundbuch. Hinzu kommen noch einige Nebenkosten, drunter 103,50 Euro für die zentrale Zahlstelle der Justiz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare