Eine tierische Überraschung

Schildkrötenfund im Warsteiner Steinbruch

Westkalk-Mitarbeiter Kilian Knülle fand die Schildkröte in der Nähe der Bahnverladung.
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Westkalk-Mitarbeiter Kilian Knülle fand die Schildkröte in der Nähe der Bahnverladung.

Warstein – „Burkhard will wieder spazieren gehen“, sagt Kilian Knülle, grinst und guckt in die Kiste, in der neben jeder Menge Grünzeug zum Knabbern auch Burkhard sitzt: ein Schildkrötenmännchen, das sich aufs Warsteiner Westkalk-Gelände verirrt hat und sich in der Kiste gerade auch nur so mittelwohl fühlt. Am Freitagmorgen hat er ihn im Gras entdeckt, ganz in der Nähe des Wohngebietes und der Felder am Rande des Warsteiner Steinbruches.

Für die Arbeiter, die das Tier in den kühlen und sicheren Pausenraum brachten, war es eine Überraschung. Sie versorgten die Schildkröte, gaben ihr einige Grashalme und Wasser und legten sie in eine kleine Kiste. Für die meisten war es ein Rätsel, wie sich das Tier in das Gebiet um das Kalkwerk verirren konnte. Prompt begannen die Spekulationen um die Herkunft des Tieres, das sich eigentlich in der Nähe von Gewässer, Grashalmen und Wärme wohlfühlt.

Gut versorgt wartet die Schildkröte auf ihren Besitzer.

„Das ist in 20 Jahren noch nicht einmal passiert“, erzählt Sprengmeister Stefan Teuber. Wild, das käme öfter vor: Uhus, Igel, Rehe, Füchse, auch mal wilde Katzen. Meist lebend, manchmal aber auch angefahren. Einmal musste er sogar den Jäger anrufen, weil sich ein junges Reh schwerverletzt in den Steinbruch geschleppt hat. „Das ist hier wie ein Biotop für Tiere“, erklärt er: Durch das viele Wasser für den Staub voller Pfützen und schön grün. Und: „Hier ist ja auch kein Jagdrevier.“ Aber ein Revier für Schildkröten – das ist es eben auch nicht so richtig.

Umso größer war also die Überraschung, als Kilian Knülle die Schildkröte, die er später Burkhard getauft hat, im Gras im Bereich der Bahnverladung fand. Woher sie kommt? Das weiß niemand. Abgehauen oder ausgesetzt worden vielleicht. Was Mario Elbert aber weiß: „Schildkröten können weit laufen und die hauen auch öfter mal ab.“ Er selbst hat ein Freigehege in seinem Garten, das er mit Waschbetonplatten abgesichert hat, denn „die klettern richtig hoch“.

Aus seiner Transportkiste kann Burkhard ersteinmal nicht ausbüxen. Lange bleibt er da aber auch nicht drin: Erst sollte er ins Tierheim nach Lippstadt gebracht werden, aber Mario Elbert nimmt ihn jetzt mit nach Hause und setzt ihn in sein Freigehege, bis sich Burkhards Besitzer melden.

Dass er schon lange durch den Steinbruch gegeistert ist, können sich die Männer jedoch nicht vorstellen: „Der ist ja relativ lebendig und mobil“, sagte Stefan Teuber gestern.

Kontakt: Wer das Schildkrötenmännchen vermisst, kann sich bei Mario Elbert (Kallenhardter Straße 4a in Suttop, Telefon: 0160/6646974) melden.

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