Ruhebänke bekommen Notfall-Etiketten zur Orientierung

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Die Karten und Plaketten wurden an die Vertreter der Ortsteile übergeben.

Warstein -  Am besten wäre, was am Donnerstag nach eineinhalbjähriger Vorbereitung auf die Zielgerade geht, nie in Anspruch genommen würde: Das Notrufsystem an Ruhebänken an den Warsteiner Wanderwegen.

Denn wer die darauf verzeichneten Daten weitergibt, landet in der Rettungsleitzentrale des Kreises Soest und ist dringend auf Hilfe angewiesen. „Es ist aber gut, dass wir diese Sicherheit bald bieten können“, sagte Bauausschussvorsitzender Ernst Koch bei der Übergabe.

Im Ratssaal begrüßte er gemeinsam mit Betriebshofleiter Markus Teutenberg 13 Männer aus fast allen Ortsteilen - lediglich Suttrop, Allagen und Niederbergheim waren nicht vertreten und werden nachbeliefert. Die anwesenden Empfänger der Sicherheitsetiketten und weitere Freiwillige aus den Heimat- und anderen Vereinen der Ortsteile waren zuvor schon bei der Erfassung der Bänke im Stadtgebiet beteiligt gewesen. Über 700 Ruhebänke hatten sie notiert, von denen 173 herausgefiltert wurden: „Wir brauchen keine Schildchen am Marktplatz in Warstein oder am Dorfplatz in Mülheim“, sagte Erwin Koch. Dorthin würden die Rettungskräfte im Notfall auf Anhieb finden.

Aber was ist mit den Bänken in Wald und Flur? Um die ging es, denn die Helfer am anderen Ende der Notrufleitung in Soest kennen nicht unbedingt die Platte, die Külbe oder den Himmelspol. Unter Angabe der Koordinaten auf den Schildern können sie die Stellen aber auf Anhieb finden und die Hilfe in Gang setzen.

Damit das nun auch zügig passiert, sind die Empfänger der bedruckten Platten gebeten, so zügig wie möglich zur Tat zu schreiten und sie auch anzubringen. Erst wenn das passiert ist und die beschriften Bänke registriert sind, werden sie zur Rettungsleitzentrale gemeldet und auch dort vermerkt.

Dass seit der Antragstellung im September 2015 und der Inbetriebnahme relativ viel Zeit verstrichen ist, lag am Anspruch aller Beteiligten, ein „zukunftssicheres System“ zu installieren, wie Erwin Koch sagte: „Wir wollten sicherstellen, dass es nicht nach kurzer Zeit über den Haufen geworfen werden musste“. Um das zu garantieren, wurde viel Zeit aufgewendet - unter anderem von Koch selbst und Markus Teutenberg, und beide vergaßen nicht, die Leistung von Hubert Kannengießer aus der Organisationsabteilung des Rathauses hervorzuheben. Er hat, nachdem die in Frage kommenden Bänke feststanden, sie alle digital erfasst und in ein Kartensystem übertragen. Es ist die Grundlage für die Rettungsleitzentrale.

Bevor die Wandersaison richtig beginnt, soll alles fertig sein. „Dann haben wir ein Notfallsystem, das vom ganzen Sauerland bis an den Hellweg reicht“, bemerkte Erwin Koch. Denn an anderer Stelle können sich Wanderer bereits auf schnelle Hilfe im Ernstfall verlassen. Und nach einer Probephase soll der Warsteiner Teil überprüft und gegebenenfalls verbessert oder ergänzt werden. - pit

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