Zum 1. April

Apotheker übergibt das Geschäft

Wechsel in der Pankratius-Apotheke: Zum 1. April übergibt Rudolf Schünemann den Betrieb an Dr. Zakaria Cheikh Ali.
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Wechsel in der Pankratius-Apotheke: Zum 1. April übergibt Rudolf Schünemann den Betrieb an Dr. Zakaria Cheikh Ali.

Nach 34 Jahren geht der alt eingesessene Apotheker nun in den Ruhestand. Und zwar ruhigen Gewissen, denn einen Nachfolger hat er zum Glück gefunden.

Warstein – Es war die gleiche „Börse“, bei der Rudolf Schünemann vor dreieinhalb Jahrzehnten fündig geworden ist – und es nie bereut hat. Jetzt war es wieder so weit.

Man suchte und man fand sich auf jener Apotheker-Plattform, die nun Dr. Zakaria Cheikh Ali und der Pankratius-Apotheke den Weg in die Zukunft weist – und die Rudolf Schünemann nach 34-jährigem erfolgreichen Wirken den Weg in den Ruhestand ebnet. „Wir haben das Gefühl, dass es passt“, sagen beide gleichlautend.

Der Alte: Rudolf Schünemann

64 Jahre alt; geboren in Gießen und aufgewachsen in Nordhorn; Studium in Twente (NL), Gießen und Braunschweig; verheiratet in Warstein mit Ehefrau Katharina; zwei erwachsene Kinder; berufliche Erfahrung in der Region Braunschweig

Beinahe wäre es zur Verzögerung gekommen

Dabei hätte es noch fast „Störfeuer“ von ganz oben gegeben. Mit dem ursprünglich am Dienstag letzter Woche von der Kanzlerin verordneten Gründonnerstags-„Ruhetag“ hätte Dr. Cheikh Ali seinen ersten Tag in der Pankratius-Apotheke auf Samstag verlegen müssen. Mit dem Rückzug der Kanzlerin bleibt es wie geplant: Heute, am 31. März, hat Rudolf Schünemann seinen letzten Arbeitstag und ab morgen, 1. April, ist der gebürtige Syrer, der zum Sauerländer geworden ist, Chef und Inhaber der Pankratius-Apotheke.

Mit 29 Jahren war Rudolf Schünemann in Warstein hängen geblieben. Die Stadt mit der Brauerei war ihm bekannt, weil schon die Eltern bei Familienbesuchen vom Münsterland aus nach Gießen mit ihm durch Warstein fuhren. „Der Stimm Stamm war halbe Strecke. Und wenn meine Eltern gut drauf waren, wurde dort eingekehrt“, erinnert sich Rudolf Schünemann. Er war zur Stelle, als Annemarie Held ihre Apotheke, die sie 1975 in der alten Volksbank gegründet hatte, abgeben wollte.

Dankbar, aber auch froh

„Eigentlich hatte ich vorgehabt, durch die Lande zu reisen, dann bin ich in Warstein hängen geblieben“, blickt Schünemann zurück – dankbar an seine Vorgängerin („Frau Held war eine Seele von Mensch“), dankbar an die vielen treuen Kunden („Ich bin ein Mensch für Stammkunden“) und er blickt dankbar auf die lange Zeit mit seine acht Mitarbeiterinnen, die so etwas wie eine Familie für ihn sind.

Worauf er sehr gut verzichten kann, ist die überbordende Bürokratie und die Dokumentationspflichten. Und die Änderungen im Gesundheitswesen. „Darüber bin ich erschrocken“, sagt er ehrlich. Seit Kollege Michael Stollberg Ende 2019 seine Apotheke am Anfang der Haupstraße aufgegeben hat und seither im Ruhestand stundenweise bei ihm jobbt und dabei das wahre Apotheker-Dasein unbelastet genießt („ich erlebe den Kollegen völlig tiefenentspannt“) wuchs auch in Rudolf Schünemann der Wunsch, die Last des eigenen Betriebes abzugeben und vielleicht demnächst auch wieder das zu tun, was ihm am liebsten ist: sich um Menschen, die Hilfe brauchen, kümmern, sie persönlich und fachlich beraten.

Jetzt viel Zeit für die Familie

Im Privaten freut er sich über die viele neue Zeit für die Familie, insbesondere die vier Enkelkinder. „Ich will viel nachholen“, sagt er und nimmt sich vor, zwischen dem eigenen Häuschen am Schoren und der alten Heimat Braunschweig regelmäßig zu pendeln.

Zunächst aber muss der Übergang gestaltet werden. Und da stimmt die Chemie zwischen dem alten und dem neuen Apotheker. Eigentlich hatte Dr. Cheikh Ali eine wissenschaftliche Karriere in einer Großstadt im Auge. Doch die in Paris entfachte Liebe zu einer Olsbergerin kam ihm dazwischen. Und nun ist die ganze Familie glücklich, dass er nicht weit weg vom sauerländischen Zuhause in Warstein eine Apotheke gefunden hat, mit der er auch beruflich sesshaft werden kann.

Der Neue: Dr. Zakaria Cheikh Ali

42 Jahre alt; geboren und aufgewachsen in Raqqa (Syrien); Studium in Aleppo (Syrien) und Paris; verheiratet in Olsberg mit Ehefrau Alexandra; zwei Kinder; Stationen in Frankfurt, Gießen, Arnsberg und Marsberg

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