Zwangsversteigerung Nummer 2

Rentei und Nebengebäude von Schloss Mülheim am 5. Juli unter dem Hammer

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Mülheim - Fast sieben Monate nach der Zwangsversteigerung von Schloss Mülheim folgt der zweite von insgesamt drei Versteigerungsschritten: Am Freitag, 5. Juli, kommt um 10 Uhr das Erbbaurecht der Rentei und der Nebengebäude im Amtsgericht Warstein unter den Hammer.

Der Verkehrswert für die 1734 erbaute Rentei, das vermutlich im 18. Jahrhundert errichtete Wirtschaftsgebäude und Torhaus sowie einen Verbindungsgang, den es seit 1900 gibt, ist im Wertgutachten auf 45000 Euro festgelegt worden. 

Die Nutzfläche der Rentei wird mit etwa 490 Quadratmetern angegeben, die von Torhaus und Wirtschaftsgebäude mit 67 beziehungsweise 269 Quadratmetern. Die Fläche des Verbindungsgangs beträgt etwa 80 Quadratmeter.

In der Ankündigung des Zwangsversteigerungstermins heißt es: „Die Gebäude wurden als Teil des repräsentativen Wohn- und Verwaltungssitzes der ehemaligen Deutschordenskommende errichtet.“

Die Rentei wurde bis 2001 als Wohnhaus genutzt, das Torhaus als Werkstatt mit Büro.

Hingewiesen werden potenzielle Bieter, dass ein erheblicher Investitions- und Sanierungsstau sowie der Verdacht auf „bauteilzerstörenden Pilzbefall“ bestehen würden. 

Darauf wurde auch im vergangenen Jahr bei der Versteigerung des Schlosses hingewiesen. Dennoch hatte Detlef Gründer, Geschäftsführer der Gründer und Tönjes GmbH in Rheda-Wiedenbrück, im November 40200 Euro geboten und den Zuschlag erhalten. 

„Das hoffe ich schwer“, würde Stefan Redder, 1. Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Warstein, auch diesmal gerne den Diplom-Kaufmann in Saal 6 des Amtsgerichts sehen. 

Gründer hatte bereits damals erklärt, dass sein Unternehmen auch die weiteren zur Versteigerung anstehenden Immobilien und Flächen erwerben wolle. Eigentümer der Gebäude ist die in Liquidation befindliche Mainstart UG, über die Joachim Ney den gesamten Schloss-Komplex erworben hatte. 

Ney hatte in den letzten Monaten auf der zurzeit brach liegenden Homepage kloster-muelheim.de immer wieder angekündigt, dass es auch andere Interessenten geben würde, die bereit wären hohe Summen zu bieten. 

Noch keinen Termin gibt es für den finalen Versteigerungsschritt. Hier fehlt noch das Bewertungsgutachten für die Grundstücke, berichtet Stefan Redder. Aber: „Die Gutachterin ist schwer dabei“, weiß der Kämmerer und hofft auf einen Amtsgerichts-Termin noch in diesem Jahr und damit auch auf ein Ende der Auseinandersetzungen mit Joachim Ney, der dann über keinerlei Rechte mehr am Schloss-Ensemble verfügen würde. 

Grund für die Zwangsversteigerungen sind offene Zahlungs-Forderungen der Stadt Warstein, die sich jetzt durch die Sicherungsmaßnahmen an der Schlossmauer um einen Betrag von 43000 bis 44000 Euro erhöht haben, wie Fabian Löher, Leiter des Sachgebiets Bauen und Denkmal bei der Stadt Warstein, bestätigte. 

Diese Arbeiten sollen noch im Laufe dieser Woche abgeschlossen werden. „Ein Riss wird noch verfügt, und die Anker müssen gekürzt werden“, beschreibt Löher die Restarbeiten. 

Die Mauer hatte durch herabfallende Segmente eine Gefahr für Fußgänger dargestellt und musste deshalb saniert werden. Dazu war zunächst auf dem Schlossgelände ein Graben ausgegraben worden, in den dann eine L-Betonmauer hinter die historische Mauer gesetzt worden war. Durch beide Mauern waren dann Anker getrieben worden, die auf beiden Seiten mit Platten verschraubt wurden. Die historische Schlossmauer wurde dann „beiverfugt“, erläutert Löher. 

Für die Zeit der Arbeiten war sie durch zwei große Container gestützt worden. Sie und die Absperrungen entlang der Mauer wurden bereits entfernt.

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