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Das Hirschberger Freibad wird bald zugeschüttet

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Von: Alexander Lange

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Das Kassengebäude würde abgerissen.
Das Kassengebäude würde abgerissen. © Alexander Lange

Das Hirschberger Freibad wird bald wieder zur Baustelle. Schwimmer brauchen sich allerdings keine Hoffnungen zu machen. Welche Maßnahmen dort geplant sind.

Hirschberg – Es sei ein Thema, „das wir schon lange bearbeiten“, leitete Erwin Koch am Donnerstagabend in den Ausschuss für Bauen und Digitales ein. Es geht um die Hirschberger Bache bzw. Bermecke und das anliegende Freibad. „Das liegt momentan ja im Dornröschenschlaf“, formulierte es Matthias Seipel vom Fachbereich Infrastruktur vorsichtig: „Aber wir wollen da nun etwas entwickeln, das sich sehen lassen kann.“

In erster Linie geht es um die Bache im Bereich des Freibades. Die soll renaturiert und „umgelegt“ werden, wie es in Warstein beispielsweise schon mit der Wäster vollzogen wurde.

Nicht nur, dass Durchlässe und Rohre aktuell den ökologischen Durchlauf der Bache behindern. Der Bachlauf ist tief eingeschnitten, an den Ufern zeigen sich deutliche Erosionen, das Erdreich rutscht ab, Felsen kommen zum Vorschein. „Es tieft sich immer weiter ein“, beschrieb Gewässer-Ingenieur Wolfgang Klein die aktuelle Situation: „Hier besteht also Handlungsbedarf.“

Was also ändern? Zum einen sollen die Einstiegstiefen der Bache verringert werden, das Ufer also abgeflacht und damit das Gewässer angehoben werden. So würde eine heterogene Auenlandschaft entstehen. Und auch der Verlauf des Baches werde mäandriert – umgangssprachlich „in Flussschlingen angelegt“. Das würde dann auch verhindern, dass das Wasser „reißend“ fließe, so Klein. So würden auch die starken Erosionen zukünftig weniger. Beispiele für mäandrierende Verläufe zeigte Klein in Form des Soestbaches und der Biber in Rüthen.

4000 Kubikmeter Aushub ins Schwimmbecken

Der ganze Aushub, der sich durch die Maßnahmen ergibt – rund 4 000 Kubikmeter – soll ins Becken des ehemaligen Freibades geschüttet werden, erklärte Matthias Seipel. Fraglich für Ausschussmitglied Gerd Treptow (SPD), warum nun offenbar die Betonschale des Schwimmbeckens nicht mehr entfernt werden müsse, bevor das Becken aufgefüllt wird: „Vor sechs bis acht Jahren war das noch anders.“ Höchstens die Betonplatten am Beckenrand müssten abgebrochen werden, so Seipel.

In Anbetracht der Regenwassermengen würde das Becken auch in leichter Wölbung aufgefüllt, was sich in den Folgejahren dann setzen werde. Was im Zuge der Maßnahme aber komplett abgerissen würde, wäre das Umkleide- und Kassenhäuschen des Freibades, so Seipel.

Die Gesamtmaßnahmen, so stellte Ingenieur Wolfgang Klein vor, würden rund 100 000 Euro netto kosten, eine 80-prozentige Förderung sei aber durchaus möglich. Mit einer Entscheidung zur Gesamtmaßnahme wird im Frühjahr 2022 gerechnet. „Es hat lange genug gedauert“, kommentierte Koch, der sich über den Planungsfortschritt freute.

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