Junge Landwirte befragen Kunden

Regionale Produkte aus Hirschberg

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Jacky Dresbur und Alexander Köster loten aus, wie groß die Bereitschaft ist, regionale Produkte zu kaufen und sie bei entsprechendem Zuspruch anzubieten.

Hirschberg – In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober machten sich vier angehende Landwirte oder der Landwirtschaft verbundene junge Leute mit zwei Treckern auf den Weg von Hirschberg nach Bonn, um an dem großen Bauernprotest gegen das von der Bundesregierung beschlossene Agrarpaket teilzunehmen. Jacqueline „Jacky“ Dresbur, Alicia Linneboden, Alexander Köster aus Hirschberg und der Student der Landwirtschafts- und Agrarwissenschaften Justus Kammann aus Osnabrück demonstrierten damit nicht nur gegen aus ihrer Sicht existenzbedrohende Gesetze, sondern auch dafür, dass Verbraucher stärker zu regionalen Produkten greifen.

„Wir lieben, was wir tun und machen dies mit bestem Gewissen. Wir benötigen Zukunft. Landwirtschaft bedeutet für uns Leidenschaft“, lautete ihr Appell an die Bevölkerung, die Arbeit der Bauern mehr wertzuschätzen. In diesen Tagen finden wieder große Aufsehen erregende Protestaktionen statt. Aus ihrer eigenen Beteiligung vor einigen Wochen ziehen Jacky Dresbur und Alexander Köster nun Konsequenzen, die viel Engagement erfordern: Am Geflügelhof Dresbur am Boxnacken in Hirschberg wollen sie ab Februar 2020 eine Verkaufsstelle von regionalen Produkten einrichten.

Die Unterstützung ihrer Eltern haben die 17-Jährige und Alexander (22), der von einem Milchvieh-Hof kommt. Somit sind die beiden Produkte Eier und Milch der Grundstock des Sortiments, die beiden jungen Leute haben schon die Zusage von anderen Bauern in ihrem Heimatort, Marmelade, Honig und Wildwurst beizusteuern.

„Wir möchten das als Verkauf auf freiwilliger Basis anbieten“, erklärt Jacky Dresbur. Das Geschäftsmodell ist im heimischen Raum bekannt im Verkauf von Kartoffeln, Kürbissen oder auch selbst zu schneidenden Blumen: Die Kunden bezahlen in eine an der Ware platzierten Kasse den ausgewiesenen Betrag. Das setzt Vertrauen voraus, und das haben Jacky und Alexander in ihre Mitbürger.

Sie sind mit ihrer Idee der Direktvermarktung von Produkten aus der Region zwar schon auf eine positive Resonanz gestoßen, doch bevor sie „richtig“ in die Umsetzung einsteigen, werden sie ab Dezember eine Umfrage starten: „Wir wollen herausfinden, wie groß die Bereitschaft tatsächlich ist, solch ein Angebot zu nutzen“, sagt die agile junge Frau, die auch schon der „Motor“ für die Teilnahme am Bauernprotest in Bonn war. Dafür überwand das Junglandwirte-Quartett die 188 Kilometer nach Bonn und zurück auf nicht allzu schnellen Treckern.

Bis die Verkaufsstelle öffnet, ist auch eine „lange Strecke“ zurück zu legen. Jacky und Alexander sind bereit dazu.

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