Von Belecke über Suttrop nach Warstein

Wäster - Wester: Fluss mit zwei Schreibweisen soll neuem Radweg den Namen geben.

Wollen einen neuen Radweg entlang Wäster und Wester : Heiner Maas (Ortsvorsteher von Belecke), Udo Koerdt (Ortsvorsteher von Suttrop), Dietmar Lange (Ortsvorsteher von Warstein) und Erwin Koch (Vorsitzender Ausschuss Bauen und Digitales).
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An der Wäster-Wester-Grenze: Heiner Maas (Ortsvorsteher von Belecke), Udo Koerdt (Ortsvorsteher von Suttrop), Dietmar Lange (Ortsvorsteher von Warstein) und Erwin Koch (Vorsitzender Ausschuss Bauen und Digitales).

Die Ortsvorsteher Dietmar Lange (Warstein), Udo Koerdt (Suttrop) und Heiner Maas stellen gemeinsam mit Erwin Koch, Vorsitzender des Ausschusses für Bauen und Digitales, den Antrag an den Rat der Stadt Warstein, aus den bestehenden und noch zu entwickelnden Radwegverbindungen den „Wästertalradweg/Westertalradweg“ zu bilden.

Warstein/Suttrop/Belecke – Emsig fließt sie, von Schilf und Farn getarnt, durch den Wald, duckt sich unterm asphaltigen Weg, um dann im Wiesengrund richtig Fahrt aufzunehmen und so in die Wester (oder Wäster) zu münden: die Stockmecke. Ein kleiner Bach mit immenser geografischer Bedeutung. Trennt sein Lauf nicht nur Belecker von Suttroper Land, sondern sorgt auch, als könne kein Wässerchen ihn trüben, durch seine bloße Existenz für das Alleinstellungsmerkmal seiner „großen Schwester“ in der Grammatologie: Exakt am Mündungspunkt, nahe des Industriegebiets Puddelhammer, wird Warsteins und Suttrops Wäster zu Beleckes Wester.

Bislang blieb dieser Umstand sogar einigen einheimischen Bürgern unbekannt und sorgt bei Gästen stets für größte Verwunderung. Mit Ausbau des Radfahrnetzes im Stadtgebiet rückte das Alleinstellungsmerkmal jedoch wieder in den Fokus der Verantwortlichen. „Uns ist kein Fluss im ganzen Bundesgebiet bekannt, der eine unterschiedliche Schreibweise aufweist“, schlussfolgerten der Vorsitzende des Ausschusses für Bauen und Digitales, Erwin Koch, und die drei involvierten Ortsvorsteher Dietmar Lange (Warstein), Heiner Maas (Belecke) sowie Udo Koerdt (Suttrop) beim Ortstermin am Montagabend auf der Trasse in Höhe des „Dreiländerecks“. Sie stellten nun einen Antrag an den Rat der Stadt Warstein, aus den bestehenden und noch zu entwickelnden Radwegverbindungen den „Wästertalradweg/Westertalradweg“ zu bilden.

„Warstein ist auf dem Weg und hat viele Schritte unternommen „fahrradfreundliche Stadt“ zu werden. Es macht Sinn, über bestehende und oft genutzte Wegeverbindungen einen gesamten Radweg zu errichten, der von Belecke am Suttrops Stillenberg vorbei die Wäster nach Warstein hinaufführt und bis zu deren Ursprung landschaftlich und kulturgeschichtliche Stationen aufs Neue erschließt“, heißt es unter anderem in dem Anliegen.

„Mit dem Namen wollen wir ein gutes Stück Identifikation unserer drei Ortsteile mit der gesamten Stadt und einem ihrer besonderen Flüsse erreichen“, nimmt das Quartett Stellung zur Verwirklichung und Namensgebung der altbekannten und doch auch neu entstehenden Strecke.

Viele Bausteine seien in den letzten Jahren erreicht worden, gerade in Belecke entstünde mit der Trassenführung an Stütings Mühle und zum Wilkeplatz ein lohnenswerter und landschaftlich beeindruckender Radweg-Part. Ortsvorsteher Heiner Maas verwies in diesem Zusammenhang auf die Fertigstellung des Westertalradwegs, mit dem ein lang gehegter Wunsch der Belecker Bevölkerung umgesetzt worden sei und der jetzt auch von Bürgerinnen und Bürgern mit Bänken und Anpflanzungen sowie Blumenwiesen gestaltet worden sei und noch werde. Von hier sei es jetzt angebracht, unter dem auf Suttroper Gebiet liegenden Stillenberg mit dem Rad die Wäster, nun mit „ä“, hinaufzuradeln und dann über die LWL-Kliniken und den Suttroper Bahnhof die Warsteiner Hauptstraße zu erreichen, ergänzen Warsteins und Suttrops Ortsvorsteher Dietmar Lange und Udo Koerdt. „Dass wir hier konkrete Überlegungen zur Verbesserung der Radwegsituation in Warsteins Innenstadt machen müssen, ist seit langem Anliegen aller Fraktionen.“ Ab der Kreuzung der Rangestraße mit der Hauptstraße stünde dann wieder ein Stück Radweg entlang der Wäster zur Verfügung, die an den jüngst renaturierten Abschnitten an Homertrift und Fliegenpark vorbei, zum Ursprung des Flusses führe, der ja bekanntlich aus Langenbach und Wideybach unweit der Warsteiner Brauerei entsteht, so Lange weiter.

„Dass Suttrops frühere Grenzen bis ins Wästertal reichen, wissen auch nicht alle“ freut sich auch Udo Koerdt auf das gemeinsame Projekt der drei Ortsteile und verweist am Standort des geplanten Hinweisschildes auf den zukünftig nahen Bürgerwald Suttrops. „Eine gute Idee“ beurteilt auch Maas die doppelte Namensgebung des gemeinsamen Radwegs, spricht sich in guter „Kabbelmanier“ allerdings klar für die Belecker Schreibweise „ohne diese unruhigen Striche“ aus.

Zur Geschichte der besonderen Schreibweise konnte Dietmar Lange sogar ein Kartendokument aus dem Jahr 1805 vorweisen: Dort war der Fluss mit „ee“ vermerkt. „Früher schrieben die Menschen oft wie sie sprachen – manche eben auch nicht vornehm und betont. So kam es schließlich gegen 1910/20 zu den unterschiedlichen Schreibweisen, die sich schließlich etablierten“, erläuterte Lange.

Trotz aller Neckereien der „Gegenseiten“ freuen sich alle zusammen über diesen möglichen neuen Baustein im Radwegenetz der Stadt: „Der Arbeitskreis „Fahrradfreundliches Warstein“ wird diese Namensnennung und den zukünftig geplanten Ausbau sicher gern mit in seine Planungen übernehmen“, sind sich alles Beteiligten sicher.

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