Stadt hat noch offene Forderungen

Niewöhner-Grundstück in Belecker Wilkestraße wird zwangsversteigert

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Im Dezember 2006 wurde das „Haus Niewöhner“ in der Wilkestraße abgerissen, nun wird das 388 Quadratmeter große Areal zwangsversteigert.

Belecke - Die Stadt Warstein versucht übers Amtsgericht offene Forderungen zu begleichen: Für den 11. Januar 2019 ist die Zwangsversteigerung für das Niewöhner-Grundstück in der Belecker Wilkestraße angesetzt, auf eine Anberaumung von Terminen für die Zwangsvollstreckung in Sachen „Kloster Mülheim“ rechnet man im Rathaus auch in Kürze.

„Wir begrüßen es, dass das Gelände dem Grundstücksmarkt zugeführt wird“, erklärte Stefan Redder, Stadtkämmerer und 1. Beigeordneter, mit Blick auf das Niewöhner-Gelände in der Belecker Wilkestraße. Das sei „gut für die städtebauliche Entwicklung im Stadtkern Beleckes“. Derzeit wird, so ist es auch dem Versteigerungs-Beschluss des Amtsgerichts zu entnehmen, die 388 Quadratmeter große Fläche als Parkplatz genutzt. Dabei handelt es sich aber um ein „Baugrundstück (baureifes Land)“. Dort stand bis zum 20. Dezember 2006 das nach dem Besitzer so genannte „Haus Niewöhner“. Ein Abrissbagger beendete damals die 189-jährige Historie des unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhauses und eine „unendliche Geschichte“, wie es damals der Technische Beigeordnete Reinhard Hoffmann formulierte. Weil eine „konkrete Gefährdung von Leib und Leben der Nachbarn und der Öffentlichkeit“ bestand, hatte die Stadt damals im Rahmen des „Sofortvollzugs“ innerhalb kürzester Zeit selbst ein Abrissunternehmen beauftragt. Die Kosten von rund 20 000 Euro, hatte der Beigeordnete damals schon angekündigt, werde man beim Eigentümer einfordern – wie auch schon zuvor bei anderen Maßnahmen zur Verkehrssicherung, die die Stadt erledigen musste, weil der Eigentümer untätig blieb.

Der in Wiesbaden lebende Eigentümer Werner Niewöhner kritisierte damals das Vorgehen der Stadt als „Wild-West-Manier“, erst am Vormittag war er selbst vom Abriss informiert worden. Er kündigte damals rechtliche Schritte an. Er klagte vor dem Verwaltungsgericht gegen den städtischen „Leistungsbescheid“ über 21 200 Euro, unterlag aber 2010.

Der erste Zwangsversteigerungstermin ist für Freitag, 11. Januar 2019, um 10 Uhr im Amtsgericht in Warstein angesetzt. Dabei werden zwei zusammenhängende Grundstücke versteigert – drei Quadratmeter in der Bahnhofstraße, 385 Quadratmeter in der „Wilkestraße (früher Haus-Nr. 8)“. Die Verkehrswerte belaufen sich auf 2 Euro für das kleine Flurstück und 30 898 für das große.

Offene Forderungen hat die Stadt Warstein auch noch bei einem anderen Denkmal, dem Kloster Mülheim. Zuletzt sprachen Verwaltung und Politik über das Thema im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung, denn es gebe in diesem Zusammenhang „sehr viele rechtliche Fragen“, so Stefan Redder, „die Erbbaurechts- und Grundstückssituation ist sehr kompliziert“.

Mehrere Anläufe habe man benötigt, bis ein Rechtsanwalt den Prüfauftrag übernehmen wollte – es war die vierte Anfrage. Nun habe man aber „die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt“. Er rechne täglich mit einer Nachricht vom Amtsgericht über einen Termin für die „Zwangsversteigerung der Erbbaurechte“ – genauer über zwei Termine, denn es geht zum einen um das Schloss, zum anderen um die Rentei.

Gleichwohl hofft man im Rathaus noch auf eine friedliche, gütliche Einigung: Die Stadt hatte angeregt, sich noch mal an einen Tisch zu setzen – und siehe da: „Der Erbbaurechtgeber und der -nehmer haben jemanden bevollmächtigt, mit der Stadt zu reden“, so Stefan Redder. Man habe bereits zusammen gesessen, wohin die Gespräche führen, könne man aber noch nicht sagen. „Das ist sehr gut, dass wir wieder im Gespräch sind“, begrüßte Stefan Redder die neue Kommunikationskultur, die zuletzt fast nur noch aus offiziellen Schreiben auf der einen sowie „regelmäßigen Angriffen auf Verwaltung, Rat und Heimatverein“ auf der anderen Seite, hier vor allem auf der Kloster-Homepage, bestand. Nun sitze man „weniger emotionsgeladen“ mit beiden Seiten an einem Tisch und rede „mal wieder...“

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