„Neue Mitte“ für Warsteiner Innenstadt

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Josef Wüllner, die Investoren Oliver und Hubert Bövingloh sowie Bürgermeister Manfred Gödde (v.l.) präsentieren die „Neue Mitte Warstein“. ▪

WARSTEIN ▪ Mit ehrgeizigen Plänen wollen Hubert und Oliver Bövingloh von der Bövingloh Immobilien Gruppe aus Münster eine Zeit des entwicklerischen Stillstands in Warstein beenden. Bis zum 30. Juni 2012 wollen sie für „15 bis 20 Millionen Euro“, so ihre Rechnung, die „Neue Mitte Warstein“ realisieren. „Es ist schwierig und keine einfache Sache, aber es ist hinzukriegen“, erklärte Hubert Bövingloh gestern bei der Pressevorstellung des Projektes, das sich an der Hauptstraße von „Ihr Platz“ über Rathaus und Hotel Bergenthal bis zur Metzgerei Cremer sowie in der Dieplohstraße bis zum Haus Teutenberg erstreckt.

Von den Gebäuden in diesem Bereich soll nach Fertigstellung der „Neuen“ nur noch die Apotheke Kückelhaus an die „Alte Mitte“ Warsteins erinnern. Alle übrigen Gebäude inklusive Rathaus sollen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Dieplohstraße wird bis zum Bereich des Haus Teutenberg und des Rathauses ebenso überbaut wie der zur Hauptstraße gelegene Bereich des Marktplatzes.

Auf 8500 bis 9000 Quadratmetern sollen im Neubau im Erdgeschoss dann neue Verkaufsflächen entstehen. Wohnungen, Arztpraxen und Einrichtungen für den Pflegebereich könnten in den höheren Geschossen eingerichtet werden. „Je nach Interesse“, so Hubert Bövingloh, dessen Firma gerade erst einen Entwurf für das brachliegende Hertie-Kaufhaus in Meschede präsentiert hat.

Fest eingeplant ist im Neubau bereits jetzt ein großzügiger „Bürgerberatungsbereich“ der Stadtverwaltung im Erdgeschoss sowie im ersten Stock ein großer Bürgersaal für Sitzungen und Empfänge. Bei Bedarf wird hier auch die Verwaltung Räumlichkeiten bekommen.

Vorgesehen ist eine drei- bis viergeschossige Bebauung, die von der Hauptstraße weiter einen guten Blick auf die Pankratiuskirche gestatten soll. Der Abstand zwischen Kirche und Neubau soll gegenüber dem jetzigen Abstand zum Rathaus wachsen – von 24 auf 30 Meter. „Die Kirche ist das Bauwerk, das hervor sticht“, so Bürgermeister Manfred Gödde. Zwischen Kirche und Neubebauung wird der Marktplatz bleiben – allerdings in geringerer Größe.

„Wir möchten am 30. Juni 2012 mit allem fertig sein“, bekräftigte Hubert Bövingloh, gestern seinen Willen zur Realisierung der „Neuen Mitte Warstein“, von der er sich auch 100 bis 150 neue Arbeitsplätze verspricht. „Zwei Jahre sind sicherlich ein sportliches Ziel“, erklärte er, aber: „Man darf hier nicht noch fünf Jahre warten, sonst ist der Zug abgefahren“.

Als Bauzeit rechnen die neuen Investoren, die mit Berliner Architekten zusammenarbeiten, 12 bis 14 Monate, zunächst müssten aber die Grundstücksverhandlungen abgeschlossen werden. Zum aktuellen Stand erklärte Bövingloh gestern nur: „Einige Grundstücke sind bereits gesichert.“

Parallel zu den Grundstücksverhandlungen laufen Gespräche mit den „Ankermietern“. In drei bis vier Monaten wollen die Investoren Klarheit darüber haben, welche Filialisten und Großmieter in der „Neuen Mitte“ Einzug halten werden. Dabei sein soll in jedem Fall ein großer Lebensmittelmarkt.

Bürgermeister Manfred Gödde und Josef Wüllner, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, zeigten sich gestern äußerst angetan von den Bövingloh-Plänen. „In Warstein entsteht ein neuer Mittelpunkt mit Strahlkraft nach außen“, freute sich Gödde und ergänzte: „Ich glaube, dass der ganze Stadtkern dadurch aufgewertet wird.“ Gemeinsam erklärten Wüllner und Gödde: „Die Bereitschaft ist da, es anzupacken.“ Dies habe man durch Gespräche in den Fraktionen festgestellt. Daher hatten die beiden auch keine Zweifel, dass der Rat gestern Abend nach der Projektpräsentation dem Projekt zustimmen würde.

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