Fertigstellung im Frühjahr oder Sommer 2022

Neubau für die Feuerwehr: Strenger Winter kostete sechs Wochen

Die niedrigen Temperaturen haben die Fundamentarbeiten verzögert. Der Untergrund ist nicht unproblematisch. Die Bodenplatte liegt später auf einem Gerüst aus Balken, das wiederum auf 60 Betonpfählen liegt.
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Die niedrigen Temperaturen haben die Fundamentarbeiten verzögert. Der Untergrund ist nicht unproblematisch. Die Bodenplatte liegt später auf einem Gerüst aus Balken, das wiederum auf 60 Betonpfählen liegt.

Warstein – Erst Corona, dann ein extrem strenger Winter und nun wieder Corona: Der Bau des Warsteiner Feuerwehrhauses hat in dieser frühen Phase einige Verzögerungen hinzunehmen. Sie summieren sich auf „sechs bis acht Wochen“, rechnete Bauleiter René Tiefert vor. Das hält den Rathaus-Mitarbeiter nicht davon ab, den Blick für den weiteren Fortgang der Arbeiten optimistisch nach vorn zu richten. Aber ob das Großprojekt am Warsteiner Ortsausgang in Richtung Meschede im Frühjahr oder im Sommer 2022 fertig wird, das steht in den Sternen.

Zwar sind die satten Minustemperaturen vorbei, die die Baustelle zeitweise lahmlegten, doch sind auch die niedrigen Temperaturen dieser Tage nicht optimal. Die Kälte lässt den Beton nur langsam abbinden. Das aber ist in der Phase wichtig, da die stabilen Balken betoniert werden, auf die anschließend die Bodenplatte kommt. Die „Plattenbalken“ liegen auf insgesamt 60 Pfählen, die je nach Untergrund bis zu fünf Meter lang sind. Auch aufgrund der vielen Quellen im Untergrund hat man sich bei der Planung für diese Pfahlgründung entschieden. Der Untergrund insgesamt variiert zwischen Fels, gewachsenem Boden und Aufschüttungen, die sich durch den sich verändernden Flusslauf der Wäster ergeben haben. Vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten war die Wäster mit ihren Uferbereichen umfangreich renaturiert worden.

Das Gebäude selbst soll zum großen Teil aus Holz errichtet werden. Das hat auch mit einem neuen Bewusstsein zu tun. „Bei der Stadt Warstein gibt es deutliche Bestrebungen, den Baustoff Holz verstärkt bei öffentlichen Bauvorhaben zu nutzen“, erklärte die Stadt bei der Grundsteinlegung. Als eine der waldreichsten Kommunen des Landes sieht sich die Stadt, die den Titel „PEFC-Waldhauptstadt“ nun bereits im zweiten Jahr trägt, in der Lage, für Holz als Baustoff nicht nur für Wohnhäuser, sondern auch für größere Bauten wie etwa ein Feuerwehrhaus zu werben. Holz sei „ein probates Mittel, um langfristig CO2 zu binden“, so die Stadt Warstein. Im Falle des Feuerwehrhauses werden in großem Stil Leimbinder zum Einsatz kommen.

Für besondere Teile des Gebäudes wird allerdings auch der Einsatz von Stahlbeton benötigt. Deshalb ist insgesamt von einem „Hybridbau“ die Rede. So wird beispielsweise die Waschhalle, dort wo das Gebäude auch im Alltag intensiv mit Wasser in Berührung kommt, in Stahlbeton errichtet. Und natürlich wird im Untergrund nur Beton verbaut.

Mit Spannung wird in den nächsten Monaten verfolgt, wie sich die Preise entwickeln. Aktuell steht in der nächsten Woche die Submission für weitere Gewerke an. Der Bauboom lässt am Markt jedoch die Preise anziehen.

Aktuell sieht René Tiefert für das Feuerwehrhaus noch keine Auswirkungen. „Stand heute“, so Tiefert, gehe man von Kosten in Höhe von 5,2 Millionen Euro aus. „Ich bin positiv gestimmt. Aber möglicherweise werden wir nacharbeiten müssen“, sagt der Baufachmann.

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