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Nach langem Corona-Leiden sehen Warsteiner Reisebüros „Silberstreif am Horizont“

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Von: Reinhold Großelohmann

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Die Reisebüros im Stadtgebiet halten durch und hoffen auf baldige Besserung: André Laß, Ursula Budeus-Schöne und Rabea Greine (von oben links nach unten) vor Fernweh-Kulisse, von der sie hoffen, dass es die Kunden zum Buchen animiert.
Die Reisebüros im Stadtgebiet halten durch und hoffen auf baldige Besserung: André Laß, Ursula Budeus-Schöne und Rabea Greine (von oben links nach unten) vor Fernweh-Kulisse, von der sie hoffen, dass es die Kunden zum Buchen animiert. © privat

Warstein – „Es geht so langsam los“, sagt Daniela Eickhoff vom Reisebüro „Club Blaues Meer Reisen“ in Suttrop. André Laß vom Reisecenter Budeus in Warstein hat auch schon „ein paar Buchungen“ vorgenommen, wählt aber lieber noch die Worte „sehr verhalten“. Und Bettina Hoppe, Inhaberin der Reiseagentur Hoppe in Belecke, hat im Moment allenfalls „Hoffnung“, dass es besser wird. Nach langem Corona-Leiden gibt es für die heimischen Reisebüros derzeit noch nicht mehr als den „Silberstreif am Horizont“

Die guten Stornierungsbedingungen der Reiseveranstalter sind es, die die Hoffnung nähren, dass die Kunden sich nun auch zum Buchen entschließen könnten. Doch in den nächsten Monaten scheint Reisen kaum drin zu sein. „Ich denke frühestens für den späten Sommer oder den Herbst, eher nicht“, sagt Bettina Hoppe. Sie muss wegen ihres gemischten Sortiments mit Zeitschriftenverkauf und Lotto-Annahmestelle nur den Teil-Lockdown hinnehmen. „Das gibt ein bisschen Ausgleich“, sagt sie. Durchhalten ist angesagt.

Das Reisecenter Budeus ist seit Anfang Dezember komplett geschlossen. Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice. Aktuell sind sie ausschließlich aus dem Homeoffice für die Kunden da. André Laß berichtet, dass die Kunden sich nach wie vor sehr mit Buchungen zurück halten, obwohl viele Reiseanbieter Spezialangebote haben, die kostenfreie Stornierungen bis zwei Wochen vor Beginn der Reise anbieten. „Das ist alles sehr verhalten“, sagte Laß, wenngleich er gerade für das Ende der Sommerferien und die Herbstferien einige Buchungen vorgenommen habe. Denn eigentlich hat er festgestellt: „Die Kunden wollen gerne in Urlaub fahren.“ Zudem: „Das Geld ist da“, so seine Erfahrung in den Kundengesprächen. Viele hätten durch den Ausfall des Urlaubs 2020 Geld gespart und warteten nur darauf, dass es wieder möglich wird. „Dann wird das irgendwann auf einmal losgehen“, rechnet er mit großem Nachholbedarf.

Großes Lob hat er für die staatlichen Hilfen. „In der Reisebranche hat das ganz gut geklappt“, sagt er. „Wir haben allerdings in den vergangenen Jahren auch ganz gut gewirtschaftet.“

Das Budeus-Team nutzt die direkte Lage des Reisecenters an der B 55 für vielfältige Werbehinweise und hat auch sonst Ideen: „Gerne können Sie bei uns einen Gutschein erwerben, um Ihre Lieben mit einem Traumurlaub ihrer Wahl zu überraschen“, sprechen sie die Kunden an. Auch per WhatsApp kann man sie unter Tel. 0170/2767685 kontaktieren.

„Es geht langsam los, seit zwei Wochen ist eine Änderung zu erkennen“, berichtet Daniela Eickhoff vom Reisebüro „Club Blaues Meer Reisen“ in Suttrop. Seit November ist das bis Ende 2019 nur als Reiseveranstalter mit Schwerpunkt Mallorca aktive Unternehmen auch als Reisebüro aktiv. „Es ist im November 2019 ganz toll angelaufen“, erinnert sich Daniela Eickhoff. „Und wir waren sehr zuversichtlich.“ Deshalb habe sie der erste Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 „übel getroffen“. Auch im Sommer sei „nur in ein paar Nischenzeiten geflogen worden“. Eigentlich habe man viele Wochen nur mit dem Stornieren der gebuchten Reisen zu tun gehabt. „Ein halbes Jahr Arbeit wurde zertrampelt“, blickt sie zurück – aber gleichzeitig auch optimistisch nach vorn. Weil es bis Ende Januar und teilweise auch bis Ende Februar die Angebote mit den super Stornierungsbedingungen „14 Tage vor der Reise“ gibt, ist sie zuversichtlich, dass das aufwändige Rückabwickeln diesmal auch im Fall der Fälle nicht nötig sein wird. „Wir können dann einfach im System stornieren“, ist sie erleichtert, wenn auch der Blick in eine ganz andere Richtung geht für die vier Mitarbeiter des „Club Blaues Meer Reisen“, die wie in der gesamten Branche natürlich in Kurzarbeit sind. Dass die Türen des Reisebüros geschlossen sind, sei dabei gar nicht so schlimm. „Das was geht, geht telefonisch“, sagt Daniela Eickhoff. Insgesamt zeigt die Stimmung mit den langsam zunehmenden Buchungen bei ihr aber nach oben. „Man merkt die Sehnsucht“, stellt sie fest. „Die Leute möchten das Gefühl haben, dass sie was gebucht haben.“

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