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Nach Angriff in Obdachlosenunterkunft: Warsteiner steht vor Gericht

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Von: Christian Clewing

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In der Obdachlosenunterkunft (links) an der Oberbergheimer Straße geschah die Gewalttat, für die sich nun der 41-Jährige vor Gericht verantworten muss.
In der Obdachlosenunterkunft (links) an der Oberbergheimer Straße geschah die Gewalttat, für die sich nun der 41-Jährige vor Gericht verantworten muss. © Schröder, Daniel

Am 8. Juli attackierte ein 41-jähriger Warsteiner mit einem Kehrblech einen 36-jährigen Bewohner der Niederbergheimer Obdachlosenunterkunft und verletzte ihn lebensgefährlich. Nun steht er vor Gericht. Alle Hintergründe zur Tat.

Niederbergheim/Arnsberg – Ein Großaufgebot von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr – inklusive einem Rettungshubschrauber und einem Polizeihubschrauber – eilten am 8. Juli zu einer Obdachlosenunterkunft in Niederbergheim: Mit schwersten Kopfverletzungen wurde damals ein 36-Jähriger ins Krankenhaus gebracht. Für die Tat muss sich Ende November ein 41-jähriger Warsteiner vor der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts Arnsberg als Schwurgericht verantworten.

„Versuchter Totschlag“ und „gefährliche Körperverletzung werden dem 41-Jährigen vorgeworfen. Der Beschuldigte, der nach Auskunft der Pressestelle des Landgerichts Arnsberg derzeit im LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie untergebracht ist, soll an dem besagten Freitag Anfang Juli in einem Obdachlosenheim in der Oberbergheimer Straße in Niederbergheim einem Mitbewohner „mit einem Kehrblech auf den Kopf geschlagen haben, um diesen zu töten“. In der Ankündigung des Prozesses heißt es weiter: „Der Beschuldigte soll von dem Geschädigten abgelassen haben, als er annahm, alles hierfür Erforderliche getan zu haben, und als er die herannahende Polizei wahrnahm.“

Der Tatverdächtige hatte sich damals in seine Wohnräume zurückgezogen und wurde dort von den Polizeibeamten festgenommen. Das 36-jährige Opfer schwebte in akuter Lebensgefahr und wurde nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst vor Ort mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 8“ aus Lünen in eine Spezialklinik geflogen.

Zwei Verhandlungstage angesetzt

Da man in der Unterkunft auf eine weitere bewusstlose Person gestoßen und von einem weiteren Gewaltdelikt ausgegangen war, wurden Fahndungsmaßnahmen mit zahlreichen Polizeikräften und einem Polizeihubschrauber, der über das Warsteiner Stadtgebiet sowie über Teile der Städte Rüthen und der Gemeinde Möhnesee kreiste, eingeleitet. Der gesuchte Mann wurde schließlich gefunden, ein dringender Tatverdacht ergab sich aber damals im Anschluss nicht, so dass er wieder freigelassen worden war.

Zwei Verhandlungstage – am 25. und 30. November jeweils ab 8.30 Uhr – sind vom Landgericht angesetzt. „Vor dem Hintergrund der mutmaßlichen Erkrankung des Angeklagten hat die Staatsanwaltschaft beantragt, das Sicherungsverfahren durchzuführen“, teilte das Landgericht mit. Bedeutet: Statt einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe kommt eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus oder in einer Entziehungsanstalt in Betracht. Voraussetzung ist, dass ein normales Strafverfahren aufgrund der Schuldunfähigkeit des Angeklagten nicht durchgeführt werden kann.

Nach der Attacke forderten Nachbarn der Unterkunft strengere Kontrollen. Ihre Geschichte gibt es hier.

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