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Shopping und Führung: So lief der „Warsteiner Abend“

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Während des Moonlight-Shoppings wurden die teilnehmenden Geschäfte und Lokale bunt angeleuchtet.
Während des Moonlight-Shoppings wurden die teilnehmenden Geschäfte und Lokale bunt angeleuchtet. © David Hein

Wie in einen Eimer Farbe getunkt präsentierten sich am Freitagabend zahlreiche Gebäude im Warsteiner Zentrum. Bei dem vom Verkehrs- und Gewerbeverein erstmals organisierten „Warsteiner Abend“ sollten die Baumaßnahmen der Innenstadt „als Chance“ betrachtet werden und für die Warsteiner eine Art „Ersatz“ für den abgesagten Warsteiner Herbst geschaffen werden. Durch die auffälligen Lichtinstallationen und die von der Warsteiner Stadtkapelle dargebotenen Live-Blasmusikständchen kam zudem gute Stimmung in den von der Temperatur her kalten Herbstabend. Aufgrund der länger geöffneten Geschäfte und Gaststätten konnte also flaniert, die Baustelle besichtigt und der Abend genossen werden, was zur Freude der Organisatoren am Freitagabend auch zahlreich angenommen wurde.

Warstein - Die von vielen bezeichnete „Operation am offenen Herzen“ schreitet langsam, aber sicher voran: Dieses Bild vermittelt sich einem, der die vielen Baustellen im Zentrum der Warsteiner Kernstadt in diesen Tagen genau betrachtet. Persönlich angesprochen und geführt vom Warsteiner Ortsvorsteher Dietmar Lange, zieht die 14-köpfige Gruppe also am Freitagabend, während des „Moonlight Shoppings“, durch die Innenstadt, beginnend auf dem Markt.

Ursprünglich im „Triett“ von Progymnasium, St. Pankratiuskirche und einem Bauernhof gelegen, wurde im 19. Jahrhundert der Warsteiner Marktplatz konzipiert. Später wurde anstelle des Bauernhofes auf wasserreichem Gebiet das Warsteiner Rathaus errichtet, welches jedoch nie einen direkten Zugang zum Marktplatz gehabt hätte, so Lange. Erst seit dem in diesem Jahr eröffnetem Neubau würde sich der Komplex „direkt ins Karree eingliedern“. Der Neubau solle „Moderne und Funktion verbinden“. Eine weitere Besonderheit des Marktplatzes sei, dass dieser nicht direkt an einer Verkehrskreuzung gebaut wurde und sich parallel zur B55 erstrecke. Das sei „ziemlich einzigartig“.

Mit Blick auf den Umbau des Dr. Segin-Platzes, wo derzeit der Bau vorübergehend ruht (wir berichteten), sagt Lange: „Wir wollen hier eine hohe Aufenthaltsqualität schaffen, die Leute sollen den Platz annehmen und sich wohlfühlen.“

Dort, wo bis vor kurzem noch lediglich Autos parkten, soll nun ein Ort zum Verweilen mit Sitzmöglichkeiten und Klettergerüsten für Kinder geschaffen werden. Als Baustoff soll dabei viel Holz mit einbezogen werden, was die „Waldhauptstadt“ im Arnsberger Wald wiederspiegeln soll, des Weiteren soll ein kleines Denkmal für das ehemalige Progymnasium aufgestellt werden. Die Plätze sollten miteinander „kommunizieren“ und so „eine Einheit bilden“, erzählt Dietmar Lange. Bislang erkennt man jedoch nur das Grundgerüst des Platzes, die Arbeiten dauern noch länger an. Genau wie bei der Renovierung des Pfarrhauses, verweist der Ortsvorsteher darauf, dass öffentliche finanzielle Mittel eine existenzielle Rolle bei allen Projekten in der Innenstadt spielen würden.

Angekommen an der Hauptstraße zeigt sich die größte Baustelle der Wästerstadt. Doch auch die Umgestaltung der B55, für die ursprünglich sechs Monate Bauzeit ab Juni veranschlagt wurden, zeigt eine Veränderung. Vor gut einer Woche wurden die Asphaltierungsarbeiten auf der rechten Fahrbahn fertiggestellt, neue, helle LED-Laternen ersetzen die alten „Pilzleuchten“ und auch die Querungshilfen nehmen Form an. In Kombination mit den neu gestrichenen Häusern des Komplexes brächten sie ein „urbanes Gefühl“ nach Warstein, wie der Ortsvorsteher scherzt. Die Beleuchtung an der Wartehalle am Marktplatz wurde zudem erneuert, außerdem soll die Haltebucht dort so stark verbreitert werden, dass zukünftig zwei Gelenkbusse Platz nehmen können.

Auch die Dieplohstraße, wo der kurze Rundgang endet, hat sich in den letzten Jahren enorm verändert. Das „Wohnzimmer für Warstein“, wie es Dietmar Lange liebevoll formuliert, sei durch Initiativen der Warsteinerinnen und Warsteinern mittlerweile aufgrund von Renovierungen und neuen Gebäuden zu einem schönen Aufenthaltsort geworden. Auch der äußere Anschein des „alten“ Rathauses sei durch die energetische Sanierung wieder schöner geworden. Man erkenne nun auch wieder die angebrachten Wappen der Ortsteile, wobei auffällt, dass eigentlich nur acht Warsteiner Ortsteile abgebildet sind. „Das ist uns auch erst kürzlich aufgefallen, hat aber einen simplen Grund: Niederbergheim wurde erst 1991 ein eigener Ortsteil und gehörte vorher zu Allagen. Das Wappen wird aber zeitnah ergänzt!“, erklärt Lange schnell. „Die Heimat mitgestalten ist eine ganz wichtige Perspektive für die Menschen in Warstein, wir legen hier auf Mitbestimmung sehr viel wert“, sagt er. „Es ist wichtig, dass die Möglichkeiten, die jetzt auch geschaffen werden, von den Bürgern auch angenommen werden, ansonsten wäre alles sinnlos“, stellt er abschließend klar.

Auf eine lange Phase des Stillstandes folgt also nun die Erneuerung: Am Ende wird es wohl wirklich daran liegen, ob die Warsteiner diese Veränderung annehmen, ob sie sich in dieser „neuen Mitte“ wohlfühlen oder nicht…

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