Modernes Denkmal soll an Progymnasium und Schulgeschichte erinnern

Stele, Hologramm und Schulbänke

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Mitten auf dem demnächst umgestalteten Dr. Segin-Platz wollen Kustos Dietmar Lange, Schulleiter Bernd Belecke und Designer Bernd Schrewe an das dort Mitte der 70er Jahre abgerissene Progymnasium und den Schulbetrieb erinnern. Erste Denkmal-Ideen dazu gibt es bereits.

Warstein – Das Ziel steht, der Weg dahin ist aber noch völlig offen: Bernd Belecke, Schulleiter des Gymnasiums, Dietmar Lange, Kustos und Ortsvorsteher, sowie Bernd Schrewe, Designer, wollen mit einem Denkmal an 150 Jahre höhere Bildung und an das Mitte der 1970er Jahre abgerissene Progymnasium erinnern. Das solle aber, wie Bernd Schrewe betonte, „kein klassisches Denkmal“ werden, denn „eine Bronzeplatte anzuschrauben ist nicht zeitgemäß und nicht einfallsreich“. Stattdessen will man bei der Neugestaltung des Dr. Segin-Platzes eine Stele mit eingelassenem Glaswürfel mit einem Hologramm des alten Gebäudes sowie Schulbänke installieren.

„Unser erster Gedanke war, irgendwie das alte Progymnasium wieder erscheinen zu lassen“, blickt Bernd Belecke zurück. „Die erste Idee war, das Gerüst während der Baumaßnahme des dortigen Gebäudes mit einer bedruckten Plane zuzuhängen.“ Allerdings wäre dies „mit erheblichem Geldaufwand“ verbunden gewesen und zudem „zeitlich befristet“ und daher „nichts von Dauer“. Und da man „auch keine langweilige Tafel“ aufhängen wollte – „das macht auch keinen Sinn“ –, wandte sich der Schulleiter des Europagymnasiums an einen ehemaligen Abiturienten: Bernd Schrewe, kreativer Kopf der Werbeagentur Mues + Schrewe in Suttrop. Die Aufgabenstellung war klar: „Modern auf der einen Seite, robust und haltbar auf der anderen Seite“, umreißt Bernd Belecke die Anforderungen, zudem sollte „das Gebäude in Erinnerung gerufen werden“ und „was in dem Gebäude passiert ist“.

Zwei Denkmal-Bausteine kreierte Bernd Schrewe dafür: Zum einen will er aus alten Bauplänen, Zeichnungen und Fotos ein virtuelles, dreidimensionales Model erschaffen, das man dann als Hologramm in einen Glaswürfel lasern lassen kann – als „zeitgemäße Präsentation“ soll dieser Würfel dann in eine Stele eingebracht werden. „Das ist erstmal ein grober Gedanke“, machte der Designer klar, Dinge wie beispielsweise die Materialauswahl und die Detailgestaltung sind noch völlig offen. Eine „zeitgemäße Form der Umsetzung“ hat er sich auch für das Schulinnenleben ausgedacht: Robuste, nutzbare Schulbänke wie anno dazumal sollen auf dem in Kürze neugestalteten Dr. Segin-Platz aufgestellt werden. „Eine, zwei, drei, vielleicht vier? Ich weiß noch nicht, wie viele...“, so Schrewe. Vielleicht aus Beton, vielleicht aus Stahl, vielleicht ein Materialmix. Und in den Flächen sollen Informationen zur Schulgeschichte untergebracht werden. Und/oder auch Namen, „so wie man sich früher in Schulbänken verewigt hat“.

„Eine sehr schöne Geschichte“, freut sich auch Dietmar Lange auf die Umsetzung der Ideen, die bei der Neugestaltung des Dr. Segin- Platzes einfließen sollen, um ihn „als unseren Platz herzustellen“ – mit jeder Menge „bürgerschaftlichem Herzblut“.

Neben der finalen Gestaltung ist auch noch die Finanzierung offen. Man hofft, durch Crowdfunding, Sponsoren, Fördermittel und weitere Aktionen die noch nicht bezifferten Mittel auftreiben zu können. Interessenten, die das Projekt finanziell unterstützen möchten, können sich in der Schule melden.

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