Bunte Kunstwerke als Symbol des Zusammenhalts

Mitten in Warstein Herz für Steine

Stolz ist man in Warstein auf die in den vergangenen Wochen entstandenen kleinen Kunstwerke.
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Stolz ist man in Warstein auf die in den vergangenen Wochen entstandenen kleinen Kunstwerke.

Warsteins Steine wurden während des Lockdowns zu Beginn der Corona-Pandemie zum Symbol für den Zusammenhalt der Bevölkerung. Hunderte von Basalte, Schiefer- und Kalksteinen fanden ihren Weg zu einer Weggablung nahe des Sedansteichs – allesamt liebevoll gestaltet und zum Teil mit Mut machenden Sprüchen versehen. Nach und nach formten die kleinen Kunstwerke ein Herz – das Warstein-Herz, das nun ausgestellt ist.

Warstein – „Du hast ‘n Pulsschlag aus Stahl…dein Grubengold hat dich wieder hoch geholt“, besang Herbert Grönemeyer einst seine Heimatstadt. Für Bochum ist der Song zur Hymne geworden. Bis heute – lange nach Schließung der letzten Zeche und der Krise in der Stahlindustrie. Warsteins „flüssiges Gold“ fließt aus dem Zapfhahn und die Rhythmik seines Herzens wird bestimmt durch die Sprengmeister in den Steinbrüchen. Warsteins Steine wurden während des Lockdowns zu Beginn der Corona-Pandemie zum Symbol für den Zusammenhalt der Bevölkerung. Hunderte von Basalte, Schiefer- und Kalksteinen fanden ihren Weg zu einer Weggablung nahe des Sedansteichs – allesamt liebevoll gestaltet und zum Teil mit Mut machenden Sprüchen versehen. Nach und nach formten die kleinen Kunstwerke ein Herz – das Warstein-Herz. Nachdem die Ideengeberinnen Gudrun Korf und Gaby Risse einige ihrer eigenen Steine im FH3 ausgestellt hatten, ist nun das komplette Herz für alle zugänglich gemacht worden. Im Schaufenster der ehemaligen Boutique von Anne Happe vis à vis des Marktplatzes haben es die beiden Warsteinerinnen mit Hilfe von Christel Brumma aufgebaut.

Zusammen formen die bunten Steine das „Warstein-Herz“.

„Viele Passanten verweilen vor dem Fenster und haben sichtlich Freude beim Betrachten des Herzens“, freut sich das Trio ebenso, wie Immobilienbesitzer August Rellecke, der die Räumlichkeiten, bis zu ihrer weiteren Vermietung („Ich würde mir schon langfristig wieder ein Bekleidungsgeschäft wünschen.“), gern zur Verfügung stellte: „Das ist eine ganz tolle Idee und vor allem durch die Bushaltestelle vor der Tür fällt es vielen Menschen auf, die sichtlich Freude daran haben.“

Alles andere als erfreut waren die beiden Künstlerinnen allerdings vor einigen Wochen, als sie bei Beginn der nassen Witterung bemerkten, dass viele der kleinen Kunstwerke an ihrem Standort im Wald litten. „Nach den ersten Regenschauern konnte man auf manchen Steinen schon kaum noch Farbe erkennen. Wir fühlten uns irgendwie verantwortlich. Jeder einzelne Stein war mit so viel Liebe gemacht, das konnten wir doch nicht einfach so verhuddeln lassen“, so Risse. Also machten sich die Frauen ans Werk, trugen auf vielen Gängen die insgesamt 420 Lockdown-Werke in ihre heimischen Wohnungen, restaurierten sie in wochenlanger Arbeit und klebten sie auf hölzernen Untergrund auf.

Unendlich scheint die Themenvielfalt des Herzens: neben Durchhalte-Parolen wie „Wir schaffen das!“ und „Alles wird gut!“ und Inschriften mit Vornamen und Daten finden sich auch viele Gestaltungen, die – so scheint es – die Form des Steins zur Basis hatten und sie mit ihren Ecken und Kanten „lebendig“ machen. Jeder Umriss, jede Kerbe, jeder Wulst erscheinen gewollt, bilden den perfekten Untergrund für die fantasievolle „Wimmelbilderei“, aus der eine kunterbunte Geschichte entsteht. Da braust etwa ein Doppeldeckerbus an Eistüte und Fußballspielern vorbei, Kleopatra und Cäsar grüßen hoheitsvoll über Pinguin und Melonenstück, eine Scholle küsst – scheinbar – eine Rose und auf verschiedenen flächigen Steinen kann der Betrachter Portraits, Landschaften oder Stillleben entdecken.

„Legt man zugrunde, dass die B 55 das Rückgrat ist – könnte hier an dieser Stelle tatsächlich das Herz Warsteins sein – anatomisch gesehen“, formuliert Gudrun Korf den Gedanken der Initiatorinnen, als der letzte Stein seinen Platz gefunden hat. Nach kurzer Überlegung revidieren sie augenzwinkernd: „Nicht bei der „Draufsicht“. Geografisch ist Meschede im Süden, Belecke im Norden. Das menschliche Herz ist links. Wir müssten also die Straßenseite wechseln. An einer Wand im Rathaus würde sich das WarStein-Herz allerdings auch gut machen...“ iz

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