„Mit Blick auf Oberhagen im Sommer in der Sonne sitzen“

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Rütteln am Tor des Risse-Geländes: Die Linken machen auf die großen Möglichkeiten der Nutzung des Risse-Geländes aufmerksam.

Warstein - Etwas mehr als ein Jahr ist seit dem Aus für die Warsteiner Ortsumgehung vergangen. Doch Schritte zur Verkehrslösung in Warstein sind bislang nicht in die Wege geleitet worden.

Die Planungswerkstatt berät zwar eine Reihe von Maßnahmen zur verbesserten Verkehrssteuerung, doch eine „Innerstädtische Entlastungstraße“ wird aktuell nicht geplant. Anfang dieser Woche meldete sich die Partei „Die Linke“ noch einmal mit ihrem Zukunftskonzept zu Wort. Es sieht im Kern den Bau einer Entlastungsstraße durch das Risse-Gelände vor.

Hans-Otto Spanke sitzt für seine Partei im Rat als Einzelkämpfer. Mit dem Sichtigvorer Linke-Kreisvorsitzenden und Kreistagsabgeordneten Manfred Weretecki ist er unterwegs, um Werbung dafür zu machen, nun auch konkrete Schritte zu beschreiten, da man weiß, dass von außen keine Hilfe für Warstein zu erwarten ist. Bis 2030 darf zwar die B 55n weiter geplant werden, ein Bau ist im Bundesverkehrswegeplan aber nicht vorgesehen. Also bleibe Warstein nichts anderes übrig, als zu handeln, so die beiden Politiker der Linken.

Dabei verweisen sie auf den vor Jahren verhandelten und unterschriebenen Generationenvertrag mit der Firma Risse, der eine Nutzung des alten Steinbruch-Geländes am Rande der Innenstadt ausdrücklich vorsehe. „Der Vertrag müsste so eine Straße ermöglichen“, erklärt die Linke. Und konkret: „Wenn man die Innerstädtische Entlastungsstraße von der Range aus übers Risse-Gelände weiter führen könnte und an der Kreuzung nach Suttrop herauskommen würde, dann hätte man die jetzige Hauptstraße frei von Verkehr.“

Genau dort setzt die Phantasie der Linken an. Sie stellen sich die zukünftige Hauptstraße als paradiesisch autofreie Fußgängerzone vor. Für Hans-Otto Spanke heißt das Ziel „Soziale Räume“. Orte und Treffpunkte in der Stadt, wo Alt und Jung unbelastet von Verkehrslärm, Dreck und Staub zusammen kommen können. Dann, so glauben die Linken, sind auch die großen Probleme mit dem Leerstand oder der fehlenden Gastronomie bald gelöst. Dabei verweisen sie auf die vorhandenen Dinge, die von den meisten wegen des enormen Verkehrs nicht mehr gesehen werden. „Die Wäster, die Brücken, der Bullerteich, die Felsen, so was dürfte man schon herausragend nennen. Man könnte ohne Verkehr bummeln und sich im Sommer mit dem Blick auf den Oberhagen in die Sonne setzen.“

Auch wenn die Linken wegen ihrer radikalen Forderung nach einem klaren Ende des Steinabbaus völlig kontrovers mit der Steinindustrie sind, im Fall des Risse-Geländes wünschen sie sich eine Kooperation. „Wenn etwas Vernünftiges dabei herum kommt, habe ich keine Probleme damit, mit der Steinindustrie zusammen zu arbeiten“, sagt Hans-Otto Spanke.

Einen verbesserten „sozialen Raum“ wünschen sich die Linken auch für den Bereich Marktplatz und Dr. Segin-Platz. Hier ist die Stadtverwaltung bekanntlich dabei, eine neue Planung zu erstellen, die finanziell sogar vom Land gefördert wird. Dass es im Innenstadtbereich mit einer Entlastungsstraße deutlich schwieriger wird, wissen Spanke und Weretecki genau. Dennoch glauben sie, dass auch hier eine echte Lösung nur in einem Neubau vom Domring aus bis zur Range über eine Trasse parallel zur Wäster liegt. „Vielleicht kann hier eine Einbahnstraße die Lösung sein“, so Manfred Weretecki. Dabei ist den Linken-Politikern bewusst, dass dies den Anwohnern im betroffenen Bereich einiges aufbürdet. Die Topografie lasse aber keine andere Lösung zu – wenn die Umgeh-ungstraße nicht kommt.

Wenn es dann auch eine echte Rekultivierung in den Brüchen gibt, die die Steinindustrie mit ihren Verträgen bislang taktisch verhindert habe, sehen die Linken den Weg zu einem „Venedig des Sauerlandes“ geebnet. „So wurde Warstein früher einmal genannt“, erinnert sich Hans-Otto Spanke. - gr

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