Bürgermeisterwahl Warstein

Manfred Gödde legt im September Amtskette ab

Manfred Gödde legt im September die Warsteiner Bürgermeisterkette ab.
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Manfred Gödde legt im September die Warsteiner Bürgermeisterkette ab.

[UPDATE 18 Uhr] WARSTEIN -  Manfred Gödde macht am 13. September den Weg frei für die Wahl eines neuen Warsteiner Bürgermeisters. Das erklärte der Amtsinhaber bei einem Pressegespräch am Donnerstagmorgen.

Von Reinhold Großelohmann

„Ja“, er habe immer wieder mit sich gerungen. Und „Ja“, es kribbele immer noch in den Fingern. „Es ist nicht so einfach zu sagen: Ich höre auf.“ Er tut´s trotzdem: Um punkt 11 Uhr erklärte Manfred Gödde gestern morgen, am 13. September bei der anstehenden Bürgermeisterwahl nicht mehr zu kandidieren. Gödde ist dann 65 Jahre alt.

Seine schwere Erkrankung im Dezember habe für ihn am Ende den Ausschlag gegeben, sich gegen das Weitermachen zu entscheiden, erklärte der scheidende Bürgermeister der heimischen Presse. Auch wenn er eigentlich noch bis rund sieben Wochen vor der Wahl Zeit gehabt hätte, seine Entscheidung hinaus zu zögern, so wolle er dies zum jetzigen Zeitpunkt klar sagen.

Zwischenzeitlich habe er mit Blick auf seine politischen Widersacher durchaus erwogen, es anders zu machen. „Ich habe gedacht, denen wischt Du noch eins aus.“ Aber als er im Krankenhaus gelegen habe und man ihm dort die Ernsthaftigkeit seiner Lungenerkrankung vor Augen geführt wurde („Im Maria Hilf haben sie mir das Leben gerettet“) habe er als tief gläubiger Mensch auf das Kreuz geblickt und das Gefühl gehabt, der liebe Gott sage ihm „Lass es mal langsam gehen, hör auf!“.

In einem Rückblick auf seine politische Laufbahn stellte Manfred Gödde fest, dass er im aktuellen Warsteiner Rat einer der letzten Vertreter der alten Garde sei. 1975 hatte für ihn alles begonnen, als er bei einer turbulenten Bürgerversammlung vom letzten Bürgermeister Warsteins vor der Kommunalen Neuordnung, Heiner Linnenbrügger, angesprochen wurde. Er solle nicht nur kritisieren, sondern mitgestalten. Manfred Gödde wurde Sachkundiger Bürger und errang 1984 für die CDU ein Ratsmandat.

Zehn Jahre später holte für die CDU 49,9 Prozent und wurde mit einer satten CDU-Ratsmehrheit zum Bürgermeister und Nachfolger von Georg Juraschka gewählt. Doch die Harmonie währte nur kurz. Die landesweite Abschaffung der Doppelspitze sorgte für einen parteiinternen Konflikt. Eine Mehrheit der CDU wollte Stadtdirektor Clemens Werner ins Bürgermeister-Hauptamt hieven. So geschah es. Manfred Gödde und ein Teil der CDU aus der Ortschaft Warstein brachen mit dem CDU-Stadtverband.

1999 aber entschieden die Wähler gegen Clemens Werner und gaben SPD-Mann Georg Juraschka das Vertrauen. Manfred Gödde plante aber bereits seine Rückkehr an die Spitze und erweckte die Bürgergemeinschaft zu neuem Leben. 2004 bezwang er in der Stichwahl den aus Belecke stammenden CDU-Mann Peter Wessel. Bei seiner zweiten Hauptamts-Wahl 2009 siegte er sogar gegen einen gemeinsamen CDU-, SPD- und WAL-Kandidaten. Frank Maatz hatte zur eigenen, großen Überraschung gegen Gödde das Nachsehen.

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