LWL-Klinik Warstein lockt junge Ärzte mit Stipendien

Der Warsteiner BG-Kreistagsabgeordnete Robert Bigge hatte für die Einladung gesorgt, Dr. Josef Leßmann führte den Ausschuss.

WARSTEIN - Die Kulissenbauer sind derzeit schon dabei, die ehemalige Waschkaue der LWL-Kliniken Warstein in einen Schlafsaal zu verwandeln, in dem Szenen für den Spielfilm „Nebel im August“ ab dem 6. Mai gedreht werden sollen. Diese Information war ein Detail auf dem Weg, auf dem der Ärztliche Direktor Dr. Josef Leßmann am Montag Mitglieder des Ausschusses für Gesundheits- und Veterinärwesen durch das LWL-Klinikgelände führte.

Doch es gab auch eine Stelle in der Sitzung, an der Dr. Leßmann eine Frage mit „Das sage ich nicht“ beantwortete. Es ging um die Höhe der Stipendien, mit denen die LWL-Klinik Warstein junge angehende Ärztinnen und Ärzte anlockt, um sich im psychiatrischen Bereich weiter zu bilden und sich anschließend für eine Verweildauer am Arbeitsplatz von fünf Jahren verpflichten. Denn das war der eigentliche Anlass, warum der Ausschuss unter der Leitung von Bärbel Dittrich (SPD) dem Vorschlag des Warsteiner BG-Kreistags- und Ausschussmitglied Robert Bigge (BG) gefolgt war, die Sitzung in Warstein stattfinden zu lassen.

Dr. Leßmann und seine beiden Direktoren-Kollegen Bauer (Verwaltung) und Eggers (Pflegedienst) hatten die Einladung gern ausgesprochen, weil sie auch die Gelegenheit bot, das eigene Haus mit all seinen vielen Fachabteilungen und seine Geschichte vorzustellen. Die Situation nutzte Dr. Leßmann weidlich, und so bekamen die Ausschussmitglieder nicht nur die Fakten, sondern eine um viele kleine Anekdoten und Facetten angereicherte Präsentation. Doch im Kern ging es um die Situation der ärztlichen Versorgung an den Krankenhäusern im Kreis Soest, und dafür hatte die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Andrea Gernun, im Februar eine Umfrage gestartet. 17 von 23 angeschriebenen Einrichtungen hatten geantwortet, und diese Dr. Gernun „sehr zufriedenstellende“ Beteiligung von etwa 75 Prozent sagte aus, dass es keinen Ärztemangel gibt.

Diese Aussagen ergänzte Dr. Leßmann mit den Statistiken des LWL für Warstein und Lippstadt, wo die ärztliche Versorgung mit 83 beziehungsweise 92 Prozent „zufriedenstellend“ ist. Er führte aus, dass die Kliniken jenseits der Großstädte schon große Anstrengungen anstellen müssen, um Nachwuchs zu locken und im besten Falle sogar zu binden; wobei er für Warstein feststellte, dass viel Fachpersonal von auswärts einpendelt.

Dabei habe Warstein als Wohnort viel zu bieten an Wohn- und Lebensqualität mit seinem vielfältigen Kulturangebot und der Infrastruktur: „Ein großes Manko ist allerdings die Hauptstraße mit ihrem Verkehr. Aber das überlagert doch nicht alles andere“, machte er bestes Stadtmarketing. Die LWL-Klinik hätte erkannt, dass sie selbst aktiv werden müsse in der Nachwuchswerbung, deshalb die Stipendien. Über die Höhe wollte er deshalb nichts sagen, weil es „auch im Kreis Soest einen Wettbewerb der Krankenhäuser gibt“. Würden andere die Zahl kennen, könnte sie mit eigenen Angeboten dagegen halten.

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