„Eine tolle Herausforderung“

Lena Arens übernimmt die Leitung des Forstamts Warstein von Edgar Rüther

Die beiden Männer „Manni“ und „Willi“, die 2010 vom Eversberger Künstler Christian Stiefermann entstanden sind, treffen zusammen mit der neuen Warsteiner Forstamtsleiterin Lena Arens und dem scheidenden Chef des Forstamtes der Stadt Warstein Edgar Rüther.
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Die beiden Männer „Manni“ und „Willi“, die 2010 vom Eversberger Künstler Christian Stiefermann entstanden sind, treffen zusammen mit der neuen Warsteiner Forstamtsleiterin Lena Arens und dem scheidenden Chef des Forstamtes der Stadt Warstein Edgar Rüther.

Am 1. Juli hat Lena Arens (38) ihre Stelle als Leiterin des Forstamtes der Stadt Warstein angetreten. Sie hat de Nachfolge von Edgar Rüther angetreten, der nach fünf Jahren Leitung des Forstamtes an seine Nachfolgerin abgab. Rüther bleibt weiter Chef beim Regionalforstamt des Landesbetriebes Wald und Holz in Rüthen.

Warstein – Sie war noch nie oben. Trotzdem nimmt Lena Arens die 204 Stufen bis zum „Warsteiner Himmel“ im Eiltempo. Mit der Nase im Wind knapp über 600 Meter ist man oben auf dem Lörmecketurm am wirklich allerhöchsten Punkt des Kreises Soest angelangt. Edgar Rüther hat es nicht so eilig, muss er ja auch nicht. Die Doppelbelastung der vergangenen Jahre kann er so langsam ad acta legen. Die Tage, die er dem städtischen Forstamt in Warstein vorstand und gleichzeitig zusätzlich die Leitung des Regionalforstamtes in Rüthen innehatte, kann er an einer Hand abzählen. Ende Juli, also exakt am Samstag, scheidet er vertragsgemäß nach fünf Jahren aus Diensten der Stadt Warstein aus, bleibt aber weiter in Rüthen aktiv. Bei seiner Nachfolgerin an der Spitze des städtischen Forstamts Lena Arens dürfte die Zahl der noch vor ihr liegenden Tage wohl fast noch unzählbar sein. Ein Generationswechsel eben. Auf den 60-jährigen Warsteiner folgt die 38-jährige Bürenerin. „Eine tolle Herausforderung“, sagt die Mutter zweier Kinder im Grundschulalter, die sich auf die Verantwortung an der Forst-Spitze des zweitgrößten kommunalen Waldbesitzers in NRW freut.

„Ein Aussichtsturm im Revier zu haben ist viel Wert“, sagt Lena Arens und ist selbst gespannt, wie der vom Borkenkäfer schwer geschädigte Wald von oben aussieht. Wobei man direkt rund um den Lörmecketurm aus 35 Metern Höhe kaum noch Bäume rund um den Turm sieht.

Als Edgar Rüther im Sommer 2016 die Zusatzaufgabe in Warstein übernahm, war auf dem ersten Blick mit dem Wald noch alles in Ordnung. Am 18. Januar 2018 fegte der Sturm Friederike über NRW hinweg – und hinterließ seine Spuren. Viel umgeworfenes Holz blieb damals im Wald. Was der Borkenkäfer anschließend damit in den folgenden heißen Sommern anrichtete ist heute bekannt. „Ende 2018 hatten wir den Kampf schon mehr oder weniger verloren“, sagt Edgar Rüther. So deutlich wie am Lörmecketurm, der auch 2019 noch im dichten Fichtenwald stand, sieht man kaum irgendwo anders. Heute steht der filigrane 80-Tonnen-Turm auf einer Freifläche. Nur einige trockene Fichten, die zum Schutz von jungen Bäumen stehen bleiben, ragen traurig in den Himmel. „Ein Neuanfang“, sagt Lena Arens. „Das muss man aber auch als Chance sehen.“ Edgar Rüther sieht das durchaus ein wenig philosophisch. Es gehe um Generationsentscheidungen. Denn: „Die Menschen machen aus der Situation heraus das, was sie für das Beste halten.“

Das Beste für den Warsteiner Wald, da sind sich die beiden Forstexperten trotz des Generationsunterschieds einig, sind Neuanpflanzungen.

Bäume „auf die Fläche bringen“, sagt Lena Arens. Denn: „Der Wald ist der größte CO2 Speicher, den wir haben.“ Zudem: „Nicht Holz im Wald liegen und verrotten lassen, dafür lieber die Bauwirtschaft antreiben.“

Das hatte sich auch Edgar Rüther schon auf die Fahnen geschrieben und die Stadt ermutigt, ein Feuerwehrhaus in Holz zu bauen. Von Statik und Brandschutz her hat es nun zumindest zur Hybrid-Bauweise – Holz und Beton – gereicht. Zufrieden ist er, dass damit der eingeschlagene Weg richtig ist.

Die Festlegung der für die Zukunft richtigen Baumarten ist eine der Fragen: Küstentanne, Rotbuche, Douglasie, Bergahorn, Roterle und vieles mehr. Etwa auch die Birke. „Wir müssen über die Birke anders denken“, sagt Edgar Rüther. „Früher war sie forstliches Unkraut“. Jetzt weiß er um die Bemühungen, Birkenholz als vollwertiges Bauholz einzusetzen. Als Pionierbaumart ist die Birke an vielen Standorten auch im Warsteiner Stadtwald dabei wild auszutreiben, auch weil der Forst wegen der großen Freiflächen mit dem Pflanzen kaum nachkommt. „Wir müssen mischen“, sagt Lena Arnes. Dabei wird auch ihr Lieblingsbaum, die Eiche, sein. „Weil sie so alt werden kann und so standhaft ist“, sagt die Forstamtsleiterin.

Zur Person: Nach dem Abitur studierte die heute 38-jährige Lena Arens in Göttingen und absolvierte ihren Master in Forstwissenschaft. Nach dem Orkan Kyrill war sie zunächst in Meschede tätig und wechselte anschließend ins Forstamt Graf von Westphalen zu Fürstenberg nach Bad Wünnenberg. Lena Arens ist verheiratet und hat zwei Kinder im Grundschulalter. Sie steht einem Team von drei Revierförstern und vier Forstwirten vor, das sich um 4926 Hektar Stadtwald kümmert.

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