Legionellen: Mandanten wollen Beschwerde

Klaus-Peter Hohenstein will Beschwerde einlegen.

WARSTEIN - Die Einstellung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im Falle der Legionellen-Erkrankungswelle vom Spätsommer 2013 will ein Großteil der anwaltlich vertretenen Opfer nicht hinnehmen. „Das darf doch nicht wahr sein“, hätten seine Mandanten einstimmig gesagt, nachdem das Schreiben von der Staatsanwaltschaft gekommen ist, erklärte Klaus-Peter Hohenstein von der Belecker Kanzlei Binnewies.

Bis es soweit ist, dass er Beschwerde führen kann, muss er jedoch noch auf das Recht zur Akteneinsicht warten. Dies werde wohl noch ein paar Wochen Dauern, so Hohenstein. Auch von anderer Seite ist bislang keine Beschwerde bei der Arnsberger Staatsanwaltschaft eingegangen, teilte Oberstaatsanwalt Werner Wolff auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Bei der Einstellung des Verfahrens hatte sich die Staatsanwaltschaft auf ein Gutachten von Professor Martin Exner berufen, der selbst vor Ort die Ursachensuche geleistet hatte. ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft einen eigenen unabhängigen Gutachter beauftragt, der allerdings nach Recherche vor Ort Anfang 2014 erkrankte und nicht in der Lage war, seine Expertise zu Ende zu führen. Allerdings hatte er der Staatsanwaltschaft nach seiner Inaugenscheinnahme sämlicher Anlagen bereits telefonisch erklärt, dass es aus seiner Sicht keine Schuldigen bei der V

Am 13. Januar wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft die Akten zum Legionellenfall schließt.

erbreitung der Legionellen bis in die Atemluft gebe. Auch darauf berief sich die Staatsanwaltschaft, als sie Ende vergangenen Jahres die Ermittlungsakten schloss.

Aus Sicht von Klaus-Peter Hohenstein ist gerade der Verzicht auf einen unabhängigen Gutachter nicht nachvollziehbar. „Wir waren sehr erstaunt über die Einstellung“, sagte er. Dies sei ein ungewöhnliches Vorgehen gerade auch angesichts der großen Anzahl der Opfer und der Schwere der Beeinträchtigungen – bis hin zu den beiden Todesfällen.

Hohenstein selbst hatte Mitte vergangenen Jahres bereits einmal Einsicht in die Ermittlungsakten genommen und sich bereits zum damaligen Zeitpunkt gewundert, dass keine Betriebserlaubnis geprüft worden war – weder bei der Ruhrverbands-Kläranlage, der Brauerei-Abwasseranlage noch bei den Rückkühlwerken von Brauerei und Esser, in denen der gefährliche Legionellenstamm gefunden worden war. Vor allem diese Aspekte will er bei seiner Akteneinsicht genau prüfen. Aus seiner Sicht hätte bis ins Detail geprüft werden müssen, ob gegen Vorgaben verstoßen worden ist.

„Nicht auf sich beruhen lassen lassen“

Meine Mandanten sind entschlossen, das nicht auf sich beruhen zu lassen“, sagte Hohenstein. Dort habe man den Eindruck, dass nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit vorgegangen worden sei. Inzwischen interessieren sich auch überregionale Medien für die Hintergründe der Verfahrenseinstellung. Das Recht zur Akteneinsicht hat Hohenstein von der Staatsanwaltschaft bislang nicht bekommen, dafür hat ihm der Staatsanwalt eine Anfrage des Magazins „Frontal 21“ weiter geleitet – so ganz nachvollziehbar ist dieses Vorgehen für den Warsteiner Rechtsanwalt nicht. -  gr

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