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Neue Kubismus-Ausstellung: Künstlerin „weiß vor Ideen nicht wohin“

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Von: Monika Nolte

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Mit einer Ausstellungseröffnung unter Hygiene-Bedingungen wurde die Ausstellung „Auf dem Weg zum Kubismus“ eröffnet.
Mit einer Ausstellungseröffnung unter Hygiene-Bedingungen wurde die Ausstellung „Auf dem Weg zum Kubismus“ eröffnet. © Nolte, Monika

Nach vielen Monaten ohne Besucher, hat das Museum nun wieder eine Ausstellung eröffnet.

Warstein – Mit der Sonne um die Wette strahlten am Sonntag Veranstalter und Besucher der ersten Kunstausstellung seit vielen Monaten im Museum Haus Kupferhammer: „Es ist schön, nach so langer Zeit endlich mal wieder Gäste in unserem Haus begrüßen zu dürfen“, freute sich Vorsitzender Bernhard Enste.

Dass zum Neubeginn mit Marietta Löer eine Warsteiner Künstlerin ihre Werke präsentiert, erfülle somit gleich doppelt das Ziel der Freunde und Förderer, denn: „Es ist uns ein Anliegen, heimischen Künstlern die Möglichkeit zu bieten, ihre Kunst im Haus Kupferhammer vorstellen zu können.“

Ein Faible für das Eckige

Frisch negativ getestet und umso positiver gestimmt nahmen die Besucher die beeindruckenden Gemälde ausgiebig in Augenschein und erfüllten der Künstlerin, die nach eigener Aussage ein großes „Faible für das Eckige“ hat, damit einen großen Wunsch: „Mein Spiel mit Hell und Dunkel soll dafür sorgen, dass man mehrmals auf meine Bilder schaut.“

Schon seit mehr als 15 Jahren widmet sich Marietta Löer der Malerei und ließ sich auf ihrem Weg von verschiedene renommierten Künstlern ausbilden. Der Besuch einer Fortbildung zur Feininger-Malkunst brachte sie auf ihren „Weg zum Kubismus“, der auch den Titel ihrer Ausstellung im Haus Kupferhammer bildet.

Inspiriert von den bedeutendsten Vertretern dieser Kunstrichtung wie Picasso, Gris oder Braque entdeckte Marietta Löer einen neuen Malstil für sich, den sie weiter und weiter entwickelt und dabei vor Ideen und Schaffenskraft nur so sprüht: „Ich weiß vor lauter Ideen gar nicht wohin...“, schmunzelt sie und entwickelt sich immer mehr hin zur geometrischen Formgebung. Das Aufbrechen des Motivs in unterschiedliche Sichtweisen machen ihre Werke so spannend.


Bilder sollen mehrfach angeschaut werden

Besonders spannend für die Künstlerin ist der Kontrast zwischen alt und neu, wie sie betont: „Altmeisterliche Technik versus moderne Umsetzung, bei der nur Malregeln nach eigenem Gutdünken eingehalten oder auch bewusst gebrochen werden.“ Diesen Kontrast unterstreicht das Ambiente des altehrwürdigen Haus Kupferhammer eindrucksvoll.

Ihrem Farbauftrag mit Öl oder Eitempera erfolgt eine freie Hell-/Dunkel-Gestaltung, ein Spiel mit Perspektiven. Die geometrische Interpretation der oftmals bekannten Motive aus der heimischen Region, die Zersplitterung, erwirkt eine Umgestaltung des Motivs. „Ich habe abstrahiert und verdoppelt, mal fiktiv gearbeitet, aber nie abstrakt.“ Durch diese Zersplitterung erzielt die Künstlerin eine Pseudo-Dynamik, die den Betrachter animiert, das Bild mehrfach anzuschauen.

Fortwährend befindet sich Marietta Löer in einer Phase des Ausprobierens. „Deshalb treffen Sie auf viele kleine Formate, denn ich probiere aus, wie viel Farbe die geometrische Neuordnung verträgt, welche Zersplitterung noch für das Auge angenehm ist oder welches andere Farbkolorit ich noch testen sollte.“

Alle Werke aus den letzten Jahren

Ihr Farbauftrag erfolgt in vielen Lasuren, bei dem nur synthetische Pinsel zum Einsatz kommen. „Vertrieben wird die Farbe dann mit den Fingern oder auch gerne mal mit ausgedienten Baumwollsocken.“ Alle 43 gezeigten Werke stammen aus den letzten drei Jahren, denn erst seit etwa fünf Jahren widmet sich Marietta Löer dieser Kunstrichtung.

Die gebürtige Warsteinerin fand nach Stationen an verschiedenen Orten in Deutschland und der Schweiz im Jahr 2006 den Weg zurück in die Wästerstadt. Sie arbeit ausschließlich mit Öl auf Leinwand, in der Schnittmenge von Kubismus und Bauhaus. Bei verschiedenen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen hatte sie bereits Gelegenheit, ihre Werke in Soest und Münster zu zeigen. In Planung sind bereits Ausstellungen im Morgnerhaus in Soest und beim Kunstverein Dormagen.

Info

Die Ausstellung „Auf dem Weg zum Kubismus“ ist bis zum 18. Juli im Haus Kupferhammer zu sehen.

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