„99 Prozent wollen Biontech“

„Kreuzimpfung“ bereitet Praxen in Warstein angesichts Entspannung keine Probleme

Dr. Matthias Becher hat beim Impfen die Erfahrung gemacht: „99 Prozent wollen Biontech“.
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Dr. Matthias Becher hat beim Impfen die Erfahrung gemacht: „99 Prozent wollen Biontech“.

Nach den anstrengenden Auftaktwochen bei der Covid-19-Schutzimpfung durch das Impfzentrum des Kreises Soest haben nunmehr die Hausärzte das Gros der Impf-Aktivitäten übernommen. Immer mehr hatte sich eine gewisse Normalität eingestellt, bis kurz vor dem vergangenen Wochenende die Ständige Impfkonferenz (Stiko) unerwartet eine Empfehlung zur „Kreuzimpfung“ verbunden mit der angeratenen Verkürzung der Wartezeit abgab. Das bekamen erneut die heimischen Hausärzte zu spüren.

Warstein – „Wir haben natürlich Anfragen dazu“, bestätigt Dr. Carmen Beyer von der Hausarztpraxis am Markt. „Die meisten begrüßen diese Kreuzimpfung.“ Das sei auch nicht das Problem, an Biontech-Impfstoff käme man mittlerweile gut dran, aber dass der Impfabstand verringert werden soll, das sei durchaus ein Problem: „Da sind wir terminlich etwas in der Bredouille.“ Ein Vor- und ein Nachmittag in der Woche sind schon komplett fürs Impfen reserviert, aber wenn die, die eigentlich im August oder September mit der Zweitimpfung dran wären, jetzt schon kommen, wird’s eng. „Was unsere Mitarbeiterinnen hier für einen Job machen, das ist der absolute Wahnsinn“, lobt Carmen Beyer. „Wir versuchen, alles möglich zu machen.“ Manchmal funktioniere das aber eben nicht. „Da macht die Politik mit uns ein ziemliches Spielchen“, findet sie: Morgens empfiehlt die Stiko die Kreuzimpfung, nachmittags verkündet das die Politik, und zwei Stunden später steht das Telefon in der Praxis nicht mehr still.

Die Warteliste für Erstimpfungen sei derweil „so gut wie abgearbeitet“. „Es gibt noch viele Patienten, die noch nicht geimpft sind, aber wer sich meldet, bekommt direkt einen Termin.“ Mit ein bisschen Vorlaufzeit. Aber: „Das klappt mittlerweile ganz gut.“ Sowieso sei sie mittlerweile ganz guter Dinge: „Ich glaube, wir haben schon härtere Zeiten hinter uns gebracht.“

Die neuerlichen Veränderungen haben in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Becher und Dr. Becker für keine größeren Probleme gesorgt. „Wir sind sehr weit fortgeschritten, bei uns gibt es keinen mehr auf der Warteliste“, sagte Dr. Matthias Becher. „Impfungen erfolgen bei uns jetzt just-in-time“. Seit zehn Tagen gebe es eine deutliche Entspannung - auch in den Praxen der Kolleginnen und Kollegen im Stadtgebiet. Vor diesem Hintergrund sei es möglich, die eigentlich für Erstimpfung geplanten Zeiten nun für die vorgezogenen Kreuzimpfungen zu nutzen.

Dass „die Stiko vorgeprescht ist“, schreibt er der Sorge um die Verbreitung der Delta-Variante zu. Die Wartezeit von zwölf Wochen bei Astra solle offenbar verkürzt werden, um einen schnelleren Vollschutz zu erreichen. „Dafür ist der Impf-Erfolg besser, je länger man wartet“, ist Dr. Becher überzeugt. Er selbst hält es für besser, es bei den zwölf Wochen zu belassen , zumal die Inzidenz in unserer Region weiter sehr niedrig sei und sich kaum verändere. „Aber wir kommen natürlich dem Wunsch entgegen“, sagt er. Ohnehin hat Dr. Becher die Erfahrung gemacht: „99 Prozent wollen Biontech“.

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