Landschaftsplan für den Arnsberger Wad

Kreis Soest prüft Erweiterung des Naturschutzgebiets Oberhagen

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Suttrop - Die vom Kreistag Ende Oktober beschlossene Aufstellung von Landschaftsplänen für den Arnsberger Wald – begonnen wird mit dem Landschaftsplan für das Gebiet der Stadt Warstein bis zur Möhne – führt unter anderem zu einer Prüfung, ob das Naturschutzgebiets am Oberhagen erweitert wird.

Es könnte sich dann in der Ortsrandlage von Suttrop in östliche Richtung bis zum Kalkofen des Heimatvereins ausdehnen und unter anderem den Bereich umfassen, den die Suttroper als „Hühnerknäppe“ bezeichnen. Darauf wies Kreistagsmitglied Erwin Koch aus Suttrop jetzt bei einem Ortstermin hin.

„Wir müssen die Bürger frühzeitig mitnehmen“, will der SPD-Politiker schon jetzt auf eventuelle Auswirkungen einer Unterschutzstellung dieses Bereichs hinweisen. 

„Das sind wunderbare Bausteine, die wir nur übernehmen müssen“, befürwortet Koch grundsätzlich die Erweiterung, gerade in der Zeit der Diskussion um den Klimaschutz, warnt aber vor negativen Folgen für die Landwirtschaft. Die ist in Naturschutzgebieten zwar nicht verboten, wenn sie dort bereits vor der Unterschutzstellung betrieben wurde, könnte aber von Restriktionen betroffen sein. 

„Wir können die letzten Landwirte nicht derart beschränken, dass wir bald keinen Landwirt mehr im Ort haben“, warnt Koch. 

Verboten ist in Naturschutzgebieten laut andere Landschaftspläne unter anderem, Flächen außerhalb befestigter oder gekennzeichneter Wege und Straßen zu betreten oder Hunde frei laufen zu lassen. Für den Kreis Soest ist die Untersuchung des Gebiets um den Oberhagen ergebnisoffen. 

Ob es tatsächlich eine Ausweitung des Naturschutzgebietes geben werde, „hängt von der Natur ab“, erklärte gestern Kreis-Pressesprecher Wilhelm Müschenborn. „Um das zu untersuchen, werden wir uns jetzt ein Jahr Zeit nehmen.“ 

Vor Ort soll im kommenden Jahr während verschiedener Vegetationsphasen geprüft werden, ob die Natur in diesem Bereich schützenswert sei. Dabei sollen auch die vorhandenen Nutzungen überprüft werden. Und auch ob sie genehmigt sind, so beispielsweise bei dort errichteten Schuppen oder Hütten. Denn „alle vor Inkrafttreten des Landschaftsplanes rechtmäßig zugelassenen Nutzungen“ zählen in bereits aufgestellten Landschaftsplänen zu den „nicht betroffenen Tätigkeiten“. 

Dazu würde nach Auskunft des Kreises auch die Anlage des Schäferhundevereins Warsteins im Born zählen. Hundesportübungen seien in Naturschutzgebieten zwar eigentlich verboten, das gelte aber nicht für bereits bestehende Anlagen. Allerdings sei eine Erweiterung des Geländes nicht möglich. 

Ende 2020 soll die Bürgerbeteiligung erfolgen. Dabei haben alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Stellung zu beziehen. Beteiligt im Verfahren ist bereits die Stadt Warstein, die bis zum 10. Januar 2020 eine Stellungnahme abgeben muss. Dabei gehe es um planungsrechtliche Angelegenheiten, beispielsweise um die Darstellung von Innen- und Außenbereichen.

Landschaftspläne

Landschaftspläne werden in Nordrhein-Westfalen flächendeckend für den baurechtlichen Außenbereich erstellt, das heißt für die nicht bebauten Bereiche außerhalb der Ortschaften und außerhalb gültiger Bebauungspläne. Erklärtes Ziel der Landschaftsplanung ist es, den Naturhaushalt im Plangebiet zu erfassen und zu bewerten und anschließend Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung und Entwicklung der Schutzgüter zu erarbeiten. Zu diesen Schutzgütern zählen unter anderem der Mensch, insbesondere die menschliche Gesundheit, Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt, Wasser, Luft und Klima.

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