Konzert „Gregorianik meets Pop“ mit perfekter Verbindung zwischen Klassikern verschiedener Genres

Wie Labsal für die Seele

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Die Künstler präsentierten das „Ave maris stella“ genauso gekonnt wie „Thank you for the music“

Warstein - Das war schon mystisch. Wenige Lichtkegel und ein in violetten Schein getauchtes Altargewölbe bildeten den visuellen Rahmen der „Gregorian Voices“, die am Donnerstag in der St.-Pankratius-Kirche gastierten. Schattengleich zogen die acht Sänger ein, die Kapuzen ihrer Mönchskutten tief in die Gesichter gezogen und versetzten ihr Publikum in eine Zeit, die Jahrhunderte zurück liegt.

Gregorianische Choräle, orthodoxe Lieder und Madrigalen aus der Zeit der Renaissance und des Barock wirkten in ihrer vorgetragenen Klarheit wie Labsal für die Seele. Alle Solisten der „Gregorian Voices“ haben eine klassische Gesangsausbildung und hervorragende Stimmen in den verschiedenen Tonlagen – perfekt, für eine Intonation mittelalterlicher Gesänge. Von den vielen Auszeichnungen, die das Ensemble um ihren musikalischen Leiter Georgi Pandurov erhielt, ist es für die bulgarischen Gesangssolisten eine besondere Ehre, die Erlaubnis erhalten zu haben, während ihrer Auftritte Mönchsgewänder tragen zu dürfen. 

Tiefen Glauben vermittelten Choräle wie das „Ave maris stella“ und „Adoro Te devote“ im ersten Teil des Konzerts, den der in pseudo-latainischer Sprache verfasste Titel „Ameno“ des französischen Musik-Projkts „Era“ abschloss. Eine perfekte Verbindung zu den folgenden Klassikern der Popmusik. „My Way“ von Frank Sinatra, Cohens „Halleluja“, Stings „Fields of Gold“ oder “The Sound of Silence” von Simon & Garfunkel – einige der schönsten Evergreens hatten die „Gregorian Voices“ im Repertoire. 

Bereits wenige Klänge genügten um das Publikum zu verzaubern. Das Motto der aktuellen Tournee „Gregorianik meets Pop“ geht auf – die dezimierte Vortagsweise ließ die begeisterten Zuhörer die bekannten Titel neu erleben. Ohne begleitende Instrumente und Effekte standen einzig die großartigen Stimmen im Fokus. Nicht ohne zwei Zugaben ließ das Publikum die begnadeten Sänger gehen. In den stürmischen Abschlussapplaus stimmten die Sänger à la Abba ein: „Thank you for the music“. Ein treffendes Schlusswort.

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