Beschwingte Leckereien beim Winterkonzert der Stadtkapelle

Konzert wie eine Schachtel Pralinen

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Warstein - Dramatische Trompetenklänge gab es zum Auftakt des vierten Winterkonzerts der Stadtkapelle am Samstagabend im Festsaal der Westfälischen Klinik: Die erhabene und ergreifende Wirkung der Olympischen Fanfare des Jahres 1984 ließ die rund 300 Besucher gleich zu Beginn aufhorchen – in Erwartung spannender Ereignisse. Wie auf dem Siegertreppchen dürften sich währenddessen die Musiker gefühlt haben. Angesichts der Zuschauermassen gestanden die beiden Moderatoren Carlo Severin und Alexander Lange: „Für uns ist es eines der schönsten Komplimente, dass Sie wieder in Scharen gekommen sind.“ So weiter gehen kann es allerdings nicht. Für das nächste Winterkonzert hat das Orchester bereits Vorsorge getroffen und die Sauerlandhalle angemietet – „weil wir mit dem Platz nicht mehr auskommen“.

Fast konkurrenzlos in seiner Disziplin übernahm anschließend „Posaunen-Ass“ Fabian Biermann das Mikrofon. Der zweite Vorsitzende bedankte sich insbesondere bei den Aktiven des Löschzugs Warstein, die sich an diesem Abend dem leiblichen Wohl der Gäste verschrieben hatte. Außerdem, so Fabian Biermann am Samstagabend, habe man in der Feuerwache in Warstein hervorragende Räumlichkeiten für das Probewochenende vor dem großen Auftritt gefunden.

Das musikalische Non-Stopp-Training zeigte Wirkung. Heraus aus den Zentren sportlicher Höchstleistung führte das Moderatorenteam die Zuhörer mit der „Legende von Maracibo“ (José Alberto Pina) „ab auf die hohe See“. Die musikalische Wiedergabe der über 300 Jahre zurückliegenden Seeschlacht bei Vigo (Spanien) mit all ihren dramatischen Wendungen gelang den vor Energie sprühenden Instrumentalisten unter der Leitung von Dirigent Sebastian Lenze mit großer Intensität. Ob das Wrack der Santo Christo de Mara jemals gefunden worden ist, überließen sie allerdings der Phantasie der Zuhörer.

Winterkonzert der Stadtkapelle Warstein

„Ein Konzert ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man kriegt.“ Diese Lebensweisheit seiner Mutter gab Carlo Severin zum Besten. Und tatsächlich, die süß-bunte Mischung bekannter Musical- und Filmtitel wie „Forrest Gump Suite“ oder „Der König der Löwen“ mundete den Zuhörern vorzüglich, zumal die beschwingten Leckereien wohl dosiert und ganz ohne Kalorien verabreicht wurden.

Mit Werbung in eigener Sache wandte sich das Jugendorchester ans Publikum: „Liebe Eltern und Großeltern, falls Sie mal ein paar Kinder oder Enkel übrig haben, schicken Sie sie einfach bei uns vorbei. Wir haben immer eine Menge Spaß.“ Die Freude am Musizieren kam dann spätestens bei der „supergeilen Titelmusik“ aus unterschiedlichen James Bond Filmen zum Ausdruck. Der Erfolg des Orchesternachwuchses ist auch ein Verdienst von Dirigent Jonas Knülle. Zum Dank überreichten die jungen Instrumentalisten neben „süßer Nervennahrung“ auch einen neuen Dirigentenstab – „weil er immer so gut zu uns ist“. Beschenkt, allerdings ganz überraschend, wurde auch einer der jüngsten Zuschauer. Simon Müller (9) gewann bei der großen Tombola ein „Ständchen der Stadtkapelle“. Ob er das Orchester nun zu seinem Geburtstag oder einfach mal so aufmarschieren und ins Horn blasen lässt, konnte er noch nicht sagen. Das ungewöhnliche Geschenk hatte im schlichtweg die Sprache verschlagen.

Ein „Marsch-Konfetti“ der besonderen Art feuerte das Hauptorchester zum Ende des mehrstündigen Programms ab. Erfolgsgewöhnt hatten die Musiker diverse Zugaben vorbereitet, die das Publikum auch erwartungsgemäß einforderte. Vom Radetzky-Marsch bis hin zu den „lustigen Holzhackerbuam“ reichte das Repertoire-Finale, dem die Zuhörer mit einem wahren Applaus-Feuerwerk die Krone aufsetzten.

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