2020 keine Weihnachtsmärkte

Komplettabsage für Weihnachtsmärkte im Stadtgebiet von Warstein

Gemütliche Enge ist wegen Corona nicht möglich: Alle Weihnachtsmärkte im Stadtgebiet von Warstein sind abgesagt worden.
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Gemütliche Enge ist wegen Corona nicht möglich: Alle Weihnachtsmärkte im Stadtgebiet von Warstein sind abgesagt worden.

Im Stadtgebiet von Warstein wird es im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie keine Weihnachtsmärkte geben.

Warstein – Weihnachtsmärkte werden im Stadtgebiet Warstein im Jahr 2020 nicht einmal „auf ganz kleiner Flamme“ gefahren. Fünf Veranstaltungen – oder besser: viereinhalb – dieser im besten Fall Gemütlichkeit und Gemeinsamkeit versprechenden vorweihnachtlichen Treffpunkte hat die Stadt zu bieten, wobei als „halb“ der Suttroper Weihnachtsmarkt auf der Bohnenburg gezählt werden darf: Er findet seit 2017 nach längerer Abstinenz wieder statt, aber im Zwei-Jahres-Rhythmus. „In diesem Jahr stand er nicht auf dem Plan“, sagt Dorfkonferenz-Vorsitzender Otto Cramer. Die Hoffnung liegt auf dem Jahr 2021, wenn Corona nicht wieder alle Planungen über den Haufen wirft.

Ganz frisch ist die Entscheidung auf Verzicht in Belecke gefallen. Gewerbeverbands-Vorsitzender Dirk Biernoth berichtete, dass neue Vorschriften aus dem Rathaus eingetroffen seien, die eine Durchführung im gewohnten Stil unmöglich machten. Aber es gibt eine Alternative: „Ab dem 29. November werden wir mit einem verkaufsoffenen Sonntag das Winterleuchten in Belecke starten“, so Biernoth. Vier Wochen lang sollen die Geschäfte im Lichterglanz erstrahlen, neben der gewohnten Weihnachtsbeleuchtung.

Dass der Weihnachtsmarkt mit „Buden, Badulikum-Zelt, Bühne und Tam-Tam“ ausfallen soll, habe mit der konsequenten Einstellung zu tun: „Wir machen nichts Halbes.“ Die Menschen sollen den Weihnachtsmarkt so in Erinnerung behalten, wie sie ihn aus der Vergangenheit kennen. Und 2021 wieder kommen: „Wir hoffen, dass sich das Thema dann erledigt hat“, so Dirk Biernoth.

Auch in Allagen reicht es nicht für die Durchführung des „kleinsten Weihnachtsmarkt Deutschlands“ mit nur einem einzigen Stand mit wechselnder Besetzung an den Wochenenden. Auch auf das zweite wichtige Standbein, das Adventsfenster in der St. Johannes-Grundschule, das bislang auch immer für die anschließende Belebung vor der Weihnachtshütte sorgte, muss verzichtet werden.

Schon in seiner Generalversammlung hatte der Verkehrs- und Gewerbeverein Warstein den Verzicht ausgerufen, denn Coronabedingungen passen nicht zur Konzeption: „Unser Weihnachtsmarkt an der Domschänke ist auf Geselligkeit ausgerichtet auf kleinem Raum, die ist nicht herstellbar“, sagt Vorsitzender Christoph Schmitt-Nüse. Unter den zu erfüllenden Hygienevorschriften mache es weder Spaß noch Sinn, einen Glühwein zu trinken oder eine Bratwurst zu essen: „Das bedeutet ja, etwa, dass ein Trinkbecher nach jeder Nutzung mit 60 bis 65 Grad heißem Wasser gesäubert werden muss. Wie soll das funktionieren?“, fragt er eher rhetorisch. Verzicht sei die einzige Lösung, wie auch beim Warsteiner Herbst, der unter normalen Umständen am kommenden Wochenende stattfinden würde: „Man kann sich doch gar nicht vorstellen, dass die Leute im Einbahnverkehr hintereinander an den Ständen entlangschlendern. Das ist doch gar nicht möglich, mal kurz anzuhalten und sich etwas anzusehen oder zu plaudern.“

Eine Option hatte sich der Vereinsring Hirschberg auf seiner Mitgliederversammlung im Sommer offengehalten, nachdem die Planung für den traditionellen romantischen Weihnachtsmarkt an zwei Dezember-Wochenenden gleich verworfen wurde: Eine kleine Fassung war vorstellbar.

Ist sie jetzt aber auch nicht mehr: „Nach einer Vorstandssitzung haben wir mit Ordnungsamtsleiterin Roswitha Wrede über die Auflagen gesprochen. Mit dem Ergebnis, dass wir sie mit ehrenamtlicher Arbeit nicht erfüllen können. Hinzu kommt: Wir haben als Vereinsring so einen guten Ruf, dass wir den nicht kaputt machen lassen worden. Hirschberg soll auf keinen Fall ein zweites Ischgl werden“, sagte Vorsitzender Franz Linneboden.

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